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Mit einer sonntäglichen Matinee eröffnete im Ludwigsburg Museum im Museum Information Kunst (MIK) die Ausstellung »Poesie der Dinge« - dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des International Master of Interior Architectural Design (IMIAD) mit dem Museum. Die aufwändige Inszenierung der Ausstellung erzeugte großes Interesse bei den Ludwigsburger Bürgern und füllte das Haus wie noch keine bisherige Eröffnung.

26 Objekte – 26 Buchstaben – 26 Gedichte

Die Ausstellung ordnet 26 Objekte des Museumsarchivs und ihre Sammlungsgeschichte den 26 Buchstaben des Alphabets zu und verknüpft die Dinge mit 26 Gedichten. Die zufällig wirkende Positionierung der Objekte im Raum folgt der Logik des Gestänges der Schreibmaschine, welches die Tasten mit den Lettern verbindet. Dass diese Maschine noch bis vor kurzem das wichtigste Instrument der Dichter war, ist unbestritten. Und so wurde es zum Modell des Ausstellungsraumes, vorbildlich und virtuos von den Studierenden des IMIADs in die Realität übertragen.

Zuerst betritt der Besucher eine medial inszenierte Schreibmaschinentastatur. Das Anschlagsgeräusch der Mechanik taktet den Besucher in die Wahrnehmungssphäre der Folgeräume ein. Im zweiten Teil, dem Mittelpunkt, sind die Objekte inszeniert. 26 Buchstaben binden jeweils ein Schlagwort an sich, welches jedoch assoziativ, nicht plakativ ist und den Besucher neugierig macht. Fritz Teufels Fahrrad zum Beispiel steht unter Q wie Querulant als welcher Teufel bekannt war und ist, und nicht unter dem naheliegenden F wie Fahrrad. Das zugehörige Gedicht führt den Leser nach Berlin, wo Teufel später lebte, während das Fahrrad in Ludwigsburg blieb.

Wo die Typen auf das Papier anschlagen, befindet sich der interaktive Teil der Ausstellung, in dem der Besucher selbst zum Poeten wird. Dieser Bereich, ein Tunnel aus unzähligen überdimensionalen Bögen Papier, hat eine sehr einprägsame Atmosphäre. Die Besucher können mit den 26 Lettern des Alphabets spielen und Neues daraus formen, vielleicht sogar ein Gedicht.

Inszeniert wurde der Ausstellungsraum von Studierenden des IMIAD unter der Anleitung von Prof. Wolfgang Grillitsch und Cornelia Wehle. Die Ausstellung ist noch bis 23.04.2017 im Ludwigsburg Museum im MIK zu sehen, der Eintritt ist frei. 

Autor: Prof. Wolfgang Grillitsch (wolfgang.grillitsch@hft-stuttgart.de)