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HFT Stuttgart führt neues Umwelt-Portal ein <<

Wie können wir den Energieverbrauch der Hochschule allen Interessenten zugänglich machen?  
Basierend auf diese Fragestellung wurde eine Website konzipiert, die den Strom- und Wärmebedarf der Hochschule in einem Umwelt-Portal der Öffentlichkeit unter http://campus.hft-stuttgart.de visuell zur Verfügung stellt.

Im Rahmen des Projektes EnSign RealLabor – Klimaneutraler Innenstadtcampus (http://reallabor.hft-stuttgart.de), das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert wird, arbeiten Hochschulmitglieder mit vereinten Kräften an der Umsetzung eines nachhaltigen Hochschulbetriebs. Dabei steht der Transformationsprozess zu einer klimaneutralen Hochschule im Mittelpunkt. Alle relevanten internen sowie zahlreiche externe Akteure sind eingebunden. Hierfür steht nun das im Rahmen des Projekts unter Leitung von Prof. Dr. Volker Coors entwickelte Umwelt-Portal http://campus.hft-stuttgart.de zur Verfügung. Ziel ist es, den Energieverbrauch der Hochschule benutzerfreundlich und visuell ansprechend öffentlich zugänglich zu machen.

Transparenter Energieverbrauch

Gerade in öffentlichen Gebäuden, wie der Hochschule, ist ein direkter Bezug des Nutzerverhaltens zum Energieverbrauch und zu den Einsparmöglichkeiten meist nicht gegeben. Darum sind leicht zugängliche und verständliche Veröffentlichungen der Energiedaten und Einsparmöglichkeiten wichtig. Damit sollen Nutzer angeregt werden, sich mit dem Energieverbrauch und dem persönlichen Verhalten auseinanderzusetzen. Über das entwickelte Umwelt-Portal ist die Hochschulöffentlichkeit zukünftig mit eingebunden indem allen Interessierten die relevanten Informationen nun zur Verfügung stehen. Die Anwendung bietet den Nutzern die nötige Transparenz und visualisiert die energetischen Verbräuche. Zudem können die CO2-Emissionen und umweltrelevante Bereiche über den Umweltbericht abgerufen werden.

Verbesserungen im Gebäudesektor umzusetzen ist speziell in Bezug auf die Energie- und Klimaziele des Landes Baden-Württemberg sehr sinnvoll, denn laut United Nations Environment Programme (UNEP) trägt der Gebäudesektor mit bis zu 30 Prozent zu den weltweiten CO2-Emissionen bei und ist für bis zu 40 Prozent des Energiebedarfs verantwortlich. (Quelle: UNEP 2009)

Mobile Erfassung umweltrelevanter Daten

Ein weiteres Ergebnis der Aktivitäten im Reallabor und des Umweltmanagements der HFT Stuttgart ist die Entwicklung einer mobilen, kartenbasierten Anwendung zur Erfassung umweltrelevanter Daten zur Unterstützung der Managementprozesse. Die eingetragenen Feststellungen sollen bei der Erfassung des Ist-Zustands im Bereich Umwelt, Energie und Arbeitssicherheit helfen sowie eine Bewertung ermöglichen. Ziel ist es, durch die Eintragungen die Untersuchung des Nutzerverhaltens zu unterstützen, was wesentlich zum Erfolg von späteren Verbesserungsmaßnahmen beitragen würde. (Quelle: So Tell Me What You Want, What You Really Really Want- Including the User Perspective before Implementing Measures of Sustainability. T. Bäumer, D. Worm, P. Müller, S. Zimmermann, T. Popovic 2016)

Förderung durch das EXIST-Programm – Building Scout

Die bisher handschriftlichen und wenig standardisierten Aufgaben könnten zukünftig mithilfe der mobilen App mit dem Smartphone durchgeführt werden. Die App und das Umwelt-Portal setzt Geoinformationen zur Visualisierung von Gebäudedaten ein, um sie für die Zertifizierung ihres Umweltmanagements nach EMAS verwenden zu können. Der Einsatz der Anwendung im Reallabor bietet zahlreiche Ergebnisse, die auch für das Nachhaltigkeits-, Umwelt- oder Energiemanagement von anderen Institutionen, aber auch produzierende Unternehmen relevant sind, denn Organisationen verfolgen zunehmend eine nachhaltige Ausrichtung ihres Betriebes. Da es oft an den unterstützenden Instrumenten fehlt, die einen ressourcenschonenden sowie wirtschaftlichen und rechtskonformen Betrieb ermöglichen, stößt die Anwendung auch bei anderen Organisationen auf großes Interesse, und es ergeben sich viele Einsatzgebiete. Um die Anwendung für andere Organisationen verfügbar zu machen, wird die Vermarktung nun vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie den Europäischen Sozialfond gefördert. Ziel des sogenannten EXIST-Programms ist es, das Gründungsklima an Hochschulen zu verbessern und technologieorientierte und wissensbasierte Unternehmensgründungen zu fördern. ( Quelle: EXIST-Gründerstipendium )

Unter dem Namen BuildingScout könnte die Anwendung des Entwicklerteams Daniel Worm, Marc Philipp Jensen und Anete Fridrihsone zukünftig Organisationen bei der Zertifizierung nach EMAS, ISO 14001 oder 50001 sowie der Einhaltung der Energieauditpflicht (nach EDL-G) unterstützen. Zudem fördert das Instrument die interne und externe Kommunikation und orientiert sich an der gesetzlichen Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. (Quelle: Directive 2013/34/EU of the European Parliament and of the Council of 26 June 2013 on the annual financial statements)

Daniel Worm (daniel.worm@hft-stuttgart.de)
Habiburrahman Dastageeri (habiburrahman.dastageeri@hft-stuttgart.de)