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Symposium Industrielle Geometrie <<

Für das siebte Symposium „Industrielle Geometrie“ des Studienbereichs Mathematik wurden Rednerinnen und Redner aus verschiedenen Firmen eingeladen, um über ihre Tätigkeiten zu berichten – darunter auch Absolventinnen und Absolventen der HFT Stuttgart.

Videoauswertung in the wild

Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Rainer Franke, Rektor der HFT Stuttgart, folgte der erste Plenarvortrag von Dr. Ing. Christine Hartung vom Fraunhofer IOSB mit dem Titel „Videoauswertung in the wild“. Das Ziel der Videoauswertung war das Erkennen und Verfolgen von bewegten Objekten, wie zum Beispiel Autos auf Straßen anhand von Satellitenbildern. Um diese Aufgabe zu bewältigen, wird das Problem in die drei Schritte Bildregistration, Objektdetektion und Fahrzeugtracking unterteilt. Harting führte verschiedene Herausforderungen auf und stellte für diese Lösungsvorschläge vor, beispielsweise die  korrekte Verfolgung von Fahrzeugen auf Straßen, die von Bäumen verdeckt werden.

Automatisierte Demontageplanung von Bauteilen

Daniel Schneider, Absolvent und Doktorand der Hochschule, stellte im nächsten Vortrag die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit über die automatisierte (De-)Montage-Plannung von Bauteilen vor. In dieser Arbeit beschäftige er sich mit Algorithmen zur Berechnung von Bewegungen mit  möglichst kollisionsfreiem Ablauf. Das Ziel ist eine automatisierte Demontageplanung von Bauteilen.

Malen nach Zahlen

Im dritten Vortrag zeigte Sarah Andris, ebenfalls Absolventin der Hochschule und Doktorandin an der Universität des Saarlandes, wie der Speicherbedarf von Bildern und Videos deutlich reduziert werden kann. Die Umsetzung erfolgt mithilfe von Algorithmen, die das Prinzip „Malen nach Zahlen“ nutzen. Da Internet-Streaming zunehmend an Bedeutung gewinnt, spielt die Kompression von Videodateien eine entscheidende Rolle.

Industrie 4.0 und der digitale Zwilling

Der zweite Plenarvortrag beschäftigte sich mit dem Thema „Industrie 4.0 und der digitale Zwilling“ von Michael Wagner, Mitarbeiter der IPO.Plan GmbH. In der Industrie werden Arbeitsprozesse  in sogenannten digitalen Zwillingen simuliert. Mithilfe dieser Abbildung können diese Prozesse für die realen Abläufe optimiert werden. Wagner zeigte dabei viele digitale Umsetzungen einzelner Teilschritte aus der Industrie und ging auf die Herausforderungen und Schwierigkeiten  bei der  Modellierung  virtueller Produktionsumgebungen ein.

Modelierung kalter Kontaktiertechniken

Anschließend berichtete Marouane Haouel von der Robert Bosch GmbH von Ergebnissen seiner Dissertation, in welcher er sich mit der Modellierung kalter Kontaktiertechniken beschäftigt. Ziel der Modellierung ist die Ermittlung der Belastungsfähigkeit einer Kontaktierverbindung in einem bestimmten Bauteil. Nach einer numerischen Auswertung hat Haouel einen analytischen Modellierungsansatz entwickelt, welcher die beobachteten Messwerte mit hoher Genauigkeit bestätigt.

Virtual Engineering

Abschließend ging Immo Gürntke von der Daimler Protics GmbH auf das Thema „Virtual Engineering“ ein. Er berichtete dabei von zahlreichen Projekten aus der Praxis, beispielsweise wie eine optimale Sitzposition in einem Fahrzeug gefunden werden kann, wenn man Faktoren wie Körpergröße, Gewicht und die Positionen der Seiten- bzw. Rückspiegels berücksichtigt.

Preis der Stuttgarter Versicherungen

Während der Veranstaltung verlieh Prof. Dr.-Ing. Uwe Müßigmann den Preis der Stuttgarter Versicherungsgesellschaften für überragende Leistungen im Bachelor-Studiengang Mathematik an den Absolventen Robert Hegewald. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit unter der Betreuung von Prof. Dr. Stefan Reitz beschäftigte er sich mit komplexen dynamischen Systemen.

Michael Obeng (michael.obeng@hft-stuttgart.de)