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Ideen für wohnliche Flüchlingsunterkünfte <<

Seit Sommer 2016 leben gegenüber dem Neubau der Fakultät Architektur und Gestaltung geflüchtete Menschen in einer Flüchtlingsunterkunft – überwiegend Familien mit kleinen Kindern. Die Wohnverhältnisse im Heim sind sehr beengt. Neben den kleinen Schlafräumen gibt es in den Gebäuden noch zwei Gemeinschaftsräume, die zum Beispiel für die Hausaufgabenbetreuung oder Sprachnachhilfe genutzt werden, aber auch für informelle Zusammenkünfte oder das regelmäßige Frauenfrühstück.

Diese Räume haben keinerlei bewusste Gestaltung erfahren und weisen deshalb einen sehr unpersönlichen Charakter auf. Darüber hinaus haben sie auch akustisch außerordentlich unvorteilhafte Eigenschaften. Mit ihren ausschließlich harten Oberflächen bewirken sie eine extrem hallige Raumakustik, was eine schlechte Sprachverständlichkeit und einen hohen Hintergrundpegel bei allen Veranstaltungen bewirkt. Gerade für Menschen, die versuchen, eine fremde Sprache zu lernen, sind das extrem ungünstige Verhältnisse.

Aus diesem Grund entstand die Idee, die an der HFT Stuttgart vorhandenen gestalterischen und bauphysikalischen Kompetenzen zu nutzen und Vorschläge zu erarbeiten, wie die Nutzungsbedingungen dieser Räume und damit die Lebensverhältnisse der Bewohner mit einfachen Mitteln verbessert werden können.

Studentische Konzepte für Flüchtlingsunterkunft

Zu Beginn des Wintersemesters 2017/18 haben 22 Studierende aus verschiedenen Semestern des Bachelor-Studiengangs Innenarchitektur im Rahmen eines Entwurfsworkshops nun entsprechende Konzepte entwickelt. Vorgabe war, dass als gestalterische Mittel nur herkömmliche Wandfarbe und Platten aus Akustikschaum verwendet werden dürfen.

Ausgearbeitet in Plänen und Modellen wurden die Konzepte von einer Jury aus Hausleitung, Sozialdienst, Vertretern der Bewohner und der HFT Stuttgart begutachtet. Die Ergebnisse zeigten eine große Bandbreite an Ideen. Zwei der Entwürfe warten nun auf ihre Umsetzung. Studierende und Bewohner wollen gemeinsam Wand- und Deckenflächen streichen und die Absorber anbringen.

„Im Moment sind wir mit der Stadt im Gespräch und hoffen, die Zustimmung zur Realisierung zu erhalten,“ erklärt Prof. Markus Binder, Studiendekan im Dekanat der Fakultät Architektur und Gestaltung.

Geplant ist, die gestalterischen und akustischen Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation in den beiden Gemeinschaftsräumen Ende Januar 2018 umzusetzen. Das benötigte Material soll über Sponsoren eingeworben und in den Werkstätten der HFT Stuttgart bearbeitet werden.

Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen zum Projekt:

Prof. Diane Ziegler (diane.ziegler@hft-stuttgart.de), Professorin im Studienbereich Innenarchitektur
Prof. Markus Binder (markus.binder@hft-stuttgart.de), Studiendekan im Dekanat der Fakultät Architektur und Gestaltung
Andreas Drechsler (andreas.drechsler@hft-stuttgart.de), Forschungszentrum akustische und thermische Bauphysik