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Eine App und eine MagicWall für die Paulinenpflege <<

Wirtschaftsinformatik-Studierende entwickeln «Sprechenden Spiegel»

Das «Wirtschaftsinformatikprojekt 2» fand dieses Semester in Kooperation mit der Paulinenpflege Winnenden e.V. statt, einer evangelischen Einrichtung mit Berufsbildungswerk, mit Wohnangeboten, Betreuung und Pflege behinderter und älterer Menschen. Unter Anleitung von Prof. Rainer Keller haben zwei studentische Gruppen im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik unterschiedliche Problemstellungen bearbeitet. Elf Studentinnen und Studenten haben eine Android App für die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern der Fachinformatikausbildung entwickelt. Zehn weitere Studierende haben einen «Magic Mirror» entwickelt (vom Projekt «MagicWall» getauft), welcher den Alltag der Bewohner der Wohngemeinschaften für Behinderte erleichtern soll.

Horario – Terminkoordination per App

Die App «Horario» für Android-Smartphones hilft bei der Terminfindung zwischen Schülern und Lehrern: Lehrer können Termine einfach versenden oder über QR-Codes bekannt geben. Schüler wiederum nehmen diese Termine an und können diese ebenso einfach wieder absagen mittels automatisch und direkt versendeter SMS – ohne dass WhatsApp-Nachrichten mit Krankheitsdaten über Server in den USA gehen und von Facebook analysiert werden. In der Fachinformatik-Ausbildung der Paulinenpflege wird diese App als ein sehr gutes Tool für die eigene Lehre gesehen.

MagicWall – ein personalisiertes Hilfesystem

Die MagicWall ist in erster Linie ein schicker Spiegel mit Holzrahmen. Dahinter steckt aber ein Prototyp für ein personalisiertes Hilfesystem in WGs von Menschen mit Behinderung. Es zeigt viele Informationen an, u.a. Datum, Zeit, Sonnenauf- und -untergang und das Wetter, sowie eine Wettervorhersage. Da viele Menschen mit Behinderung aber auch schlecht einschätzen können, wie es sich für das Wetter draußen anziehen sollen, werden Tipps für die die aktuelle Wetterlage mitgegeben: von «Die Sonne scheint, Du solltest eine Kappe aufziehen» über «Nehme besser einen Regenschirm mit» bis zu «Draußen ist es dunkel, bitte nimm eine Taschenlampe mit».

Praktische Informationen sind gibt es zum Beispiel auch zu den Abfahrtsinformationen der nächsten Haltestelle. Wer schon in WGs gewohnt hat, weiß auch Hinweise zum Tagesplan, wie Erinnerungen an das Einkaufen, zu schätzen. Wichtige Termine können vom Betreuer einer WG eingepflegt werden.

Ein besonderes Merkmal der MagicWall sind die angezeigten personalisierten Informationen – dies können eingegangene Nachrichten und persönliche Erinnerungen sein. Diese werden angezeigt, nachdem der Betrachter mittels Gesichtserkennung authentifiziert worden ist. Mit dieser eingebauten Kamera lassen sich auch eine Videokonferenz mit dem Betreuer der WG herstellen. Die Bedienung ist denkbar einfach: Mit einem Knopf wird die Erkennung ausgelöst, mit dem anderen die Videokonferenz hergestellt, was als besonders hilfreich und nützlich bewertet wurde.

Die Vertreter der Paulinenpflege, unter anderem die Vorstände Andreas Maurer und Carlo Noé waren bei der Präsentation von beiden Projekten sehr angetan – beide sind unter der sogenannten BSD-Lizenz als Open Source entwickelt, sodass auch andere diese aufnehmen und verbessern können.

Prof. Dr. Rainer Keller (rainer.keller@hft-stuttgart.de)