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#entsesselt! IMIAD Sommer 2019 <<

Wohnen – heute und in naher Zukunft – steht im Mittelpunkt der IMIAD Summer School 2019 der Hochschule für Technik Stuttgart und der Ausstellung in der ifa-Galerie Stuttgart: Wie wohnt eine Gesellschaft, die tendenziell altert, sich ethnisch neu formiert, im spekulativ verknappten Immobilienumfeld schwer bezahlbaren Wohnraum findet und sich aufgrund der bedrohlichen Umweltsituation vielleicht übermorgen selbst auslöscht? Die Digitalisierung aller Lebensbereiche und der dadurch hervorgerufene Wandel im städtischen Raum sind Herausforderung genug, alle Abstufungen des urbanen Lebens zwischen privat und öffentlich neu zu denken:

Wie sitzen wir? Wie schlafen wir? Wie essen wir? Wird das Designersofa überbewertet? Finden wir neue Ansätze für unsere Lebenswelten? Sind wir bereit, Konventionen und Moralvorstellungen zu überdenken? Vielleicht liegt die Antwort auf die Frage, wie wir morgen wohnen, viel näher an solchen kulturellen Fragen als in der Neuerfindung des Wohnungsbaus. Wie es der Zufall will, stellen wir uns genau 100 Jahre nach dem Bauhaus 100 Fragen zu denen es mindestens 100 mal 100 Antworten gibt.

Die IMIAD Summer School 2019 ist ein internationaler Workshop: Studierende und Professorinnen und Professoren des International Master of Interior Architectural Design (IMIAD) aus Indien, der Türkei, den USA, der Schweiz und aus Deutschland arbeiten zwei Wochen lang zusammen an der Aufgabenstellung. Die Ergebnisse des Workshops bilden den Grundstock der Ausstellung in der ifa-Galerie Stuttgart, in der die Besucher eingeladen sind zum Mitdenken und Weiterfragen.

Im Rahmen des IMIAD Sommers 2019 in Kooperation mit der ifa Galerie laden wir herzlich zu den folgenden Vorträgen und zur Ausstellung „Wohn- und Lebenswelten in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels“ ein:

BARarchitekten

Das vierköpfige Team des Architekturbüros BARarchitekten gründete sich 1992 und arbeitet heute in Berlin. BAR steht für „Base for Architecture and Research”. Im ihrem Vortrag präsentieren sie Fallbeispiele, die sie unter anderem für Warschau und Neapel entwickelt haben. Ihre Arbeitsweise orientiert sich an der Untersuchung von Situationen, die die Wechselwirkung von Raum und Gebrauch deutlich machen. In aktuellen Projekten reagieren sie auf die gegenwärtige Debatte um neue Modelle für das Wohnen in der Stadt. So initiieren sie beispielsweise ein Wohn- und Atelierhaus, dass das Zusammenspiel von Arbeiten und Wohnen durch Kombinierbarkeit, ineinandergreifenden Einheiten und Kleinteiligkeit ermöglicht.

Dienstag, 9. Juli 2019, 18 Uhr
Hochschule für Technik, Breitscheidstraße 5, Bau 8, Raum 003

Alex Schweder Performance Architecture

Alex Schweder arbeitet an der Grenze zwischen Architektur, Installation und Performance. Er erforscht interdisziplinär den Wohnraum in spielerischer Weise. Dabei kann eine Wand durch Schiebsysteme zu einem Baustein für das Wohnen in der Vertikalen werden. Die klassische Treppe gibt es nicht mehr, stattdessen hangelt man sich durch übereinandergesetzte Metallbügel in die Höhe. Die Wohneinheiten lassen sich wie monumentalen Schubladen aus der Wand fahren. Seiner Arbeit „Reaktor“ ist ein eingerichtetes Wohngeschoss, dass zu einer überdimensionalen Wippe wird. Es im Lot zu halten, ist ein steter Prozess der Aushandlung von Schwerkraft zwischen den Benutzern. Architektur bringt eine Verhaltensweise hervor ebenso wie sie die Gemeinschaft der Bewohner selbst formt.

Freitag, 12. Juli 2019, 18 Uhr
Hochschule für Technik, Breitscheidstraße 5, Bau 8, Raum 003

Adapter Stuttgart

Die Gruppe Adapter setzten sich mit temporärem Leerstand auseinander. Dabei kann es sich um Wohnraum, Zwischennutzung von Gewerbeflächen oder öffentliche Plätze handeln. So bespielte die Gruppe, getragen durch die Einbeziehung aller Akteure den Raum unter der Paulinenbrücke am Österreichischen Platz – mit Lesungen Vorträgen oder musikalischen Veranstaltungen.

Montag, 15. Juli 2019, 18 Uhr
ifa-Galerie Stuttgart

Ausstellung

Wohn- und Lebenswelten in Zeiten gesellschaftlichen Wandels

19. Juli bis 08. September 2019, Öffnungszeiten: Di – So 12 – 18 Uhr

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 18. Juli 2019, 19 Uhr

ifa-Galerie Stuttgart, ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Der Eintritt ist frei.


Heike Rittler(heike.rittler@hft-stuttgart.de)