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Projektarbeiten zum Anfassen: Neue Vorlesung „Aktoren“ <<

Vom selbstfahrenden Auto bis zur Cocktailmaschine: Vielfältige Projektarbeiten entstanden im Rahmen der neuen Vorlesung „Aktoren“. Der praxisorientierte Kurs im Studiengang Informationslogistik fand in diesem Semester zum ersten Mal statt und generierte sehr kreative Studentenprojekte aus dem Bereich Industrie 4.0.

Auf einem Tisch im Hörsaal flitzt ein kleines Modell-Auto umher. Ein bisschen sieht es aus wie der Roboter Wall-E, der im gleichnamigen Animationsfilm die postapokalyptische Erde aufräumen muss. Die zwei runden Sensoren, die an dem Fahrzeug angebracht sind und stark an Augen erinnern, lassen das kleine Auto tatsächlich „sehen“ – allerdings nicht durch Licht, sondern mittels Ultraschall.

Das Modell-Auto, das Hindernisse selbständig umfahren kann und damit die Herausforderungen für selbstfahrende Transporteinheiten in modernen Logistikeinrichtungen widerspiegelt, ist eines von neun Projekten im Rahmen der Vorlesung Aktoren, die in diesem Semester zum ersten Mal für Studierende der Informationslogistik angeboten wird.

Wo Sensoren sind, sind auch Aktoren

Während Sensoren physische Signale erfassen und in digitale Daten umwandeln, machen Aktoren das genaue Gegenteil. Ein Aktor bekommt einen digitalen Befehl und greift in die physische Welt ein. Ein Roboterarm ist zum Beispiel ein Aktor, ein Motor oder eine Klimaanlage.

Als Ergänzung zu den Vorlesungen Sensoren und Telematik (= Kommunikation zwischen den Bauteilen/Systemen) wurde mit der neuen Prüfungsordnung 2018 der Kurs Aktoren eingeführt. Die Studierenden bekommen somit einen Überblick über alle Bestandteile von industriellen Produktionsanlagen – und das Handwerkszeug für die Arbeit mit dem Internet der Dinge. Nach intensiven Übungen mit verschiedenen Steuersystemen überlegten sich die Zweitsemester ihre eigenen Projekte.

Kreatives Learning By Doing

„Die Wahrscheinlichkeit nach einem Herzstillstand wiederbelebt zu werden, sinkt pro Minute ohne Hilfe um zehn Prozent“, eröffnet IL-Student Pierre Zurmahr die Projektpräsentation seiner Gruppe. Er hat mit seinen Kommilitonen einen „Totmannmelder“ gebaut, der bei aussetzendem Herzschlag automatisch einen Alarm absetzt und als Push-Benachrichtigung an Notfall-Kontakte versendet.

Eine andere Gruppe hat sich mit dem Portionieren von Flüssigkeiten beschäftigt. Was in der Realität eher für Pharma- und Chemie-Industrie relevant ist, haben die Studierenden als Cocktailmaschine umgesetzt. Diese mischt Gin mit Tonic im gewünschten Verhältnis und kann auch über Wifi-Verbindung per Handy bedient werden. „Was ein Transformator oder ein Relais ist, wusste ich schon vorher. Aber nachdem wir im Projekt selbst damit gearbeitet haben, habe ich wirklich begriffen, wie solche Bauteile funktionieren und warum sie eingesetzt werden“, sagt Studentin Ella Sorg nach der Präsentation.

Mit viel Enthusiasmus und Kreativität haben die Zweitsemester im Studiengang Informationslogistik ihre Projekte umgesetzt und konnten sich neben inhaltlichem Wissen auch in Teamwork und lösungsorientiertem Arbeiten üben.

Marlies Goes, Studentin Informationslogistik

Prof. Dr.-Ing. Detlef Pape (detlef.pape@hft-stuttgart.de)