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Zauberhafte Mathematik voller Emotionen <<

Über 100 Gäste am Mathematikertag an der HFT Stuttgart

Am vergangenen Freitag fand zum 25. Mal der Mathematikertag an der Hochschule für Technik Stuttgart mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt. Im Mittelpunkt standen zwei spannenden Vorträge: Mathematische Grundlagen der Zauberei und die Mathematik der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Im ersten Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ehrhard Behrends zum Thema „Zauberhafte Mathematik“, wurden Zauberkunststücke (man solle einem Zauberer gegenüber niemals das Wort „Zaubertrick“ verwenden!) mit mathematischem Hintergrund präsentiert und erläutert. Das Publikum war bereits im Vorfeld aufgefordert worden, ein Kartenspiel und etwas zu schreiben mitzubringen. Dementsprechend wurde es recht interaktiv. Unter anderem ging es um modulare Arithmetik, Gruppentheorie, Anwendungen der Wahrscheinlichkeitsrechnung sowie um Invarianten. So verwandelte sich die Mathematikvorlesung in ein Zauberseminar und der eine oder andere Zuhörer wurde inspiriert, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Prof. Dr. Behrend ist selbst Mitglied im Magischen Zirkel Deutschlands.

Im Anschluss folgte der Vortrag „Mathe – Voller Emotionen“ von Herrn Prof. Dr. Christof Schelthoff an. Nachdem er in seiner Einleitung „Mathematik des Kennenlernens“ die Formel zur Attraktivitätsermittlung einer Person vorgestellt hat, wählte er basierend auf dem bekannten Schlager „Ich zähle täglich meine Sorgen“ von Peter Alexander seine Modellparameter, um Emotionsfunktionen der Partner in Abhängigkeit von der Zeit zu ermitteln. Dies führt tatsächlich auf Differentialgleichungen, bei deren analytischer Lösung man auf komplexe Eigenwerte stößt. Seine Schlussfolgerung: „Auch wenn Beziehungen reell beginnen, sie werden mit der Zeit immer komplex.“ Er konnte dann zeigen, dass sich die Emotionsfunktionen von Männern und Frauen im Laufe der Zeit immer weiter dem Wert 0 annähern. Um eine Beziehung am Laufen zu halten, so Herr Schelthoff, seien deshalb zusätzliche Emotionsimpulse notwendig. Auch diese konnte er in seinem mathematischen Modell berücksichtigen und damit eine signifikante Steigerung der Zufriedenheit beider Parteien erreichen. Er schloss seinen Vortrag mit durchaus praktischen Überlegungen zur optimalen Pizzagrößenwahl für ein Abendessen beim Italiener. Insgesamt ein unterhaltsamer Vortrag mit vielen nützlichen Erkenntnissen für den Alltag.

Abgerundet wurde das Programm durch einen kurzen Abriss der Entwicklung im Studienbereich Mathematik im vorangegangenen Jahr durch Prof. Dr. Jochen Brunk, die Preisverleihung des Preises der Versicherungsgesellschaften im Raum Stuttgart durch Prof. Dr. Harald Bauer sowie durch die darauffolgende Auflösung der aktuellen mathematischen-Preisaufgabe durch Herr Prof. Dr. Timm Sigg.

Die Veranstaltung klang bei Speis und Trank im Lichthof aus.