Zentrum für Qualität

Das Stuttgarter Haus für Qualitätslehre, kurz auch Stuttgarter Modell genannt, bietet den Studierenden der HFT Stuttgart eine ganzheitliche Qualitätslehre. Die Kompetenzbausteine des Stuttgarter Hauses für Qualitätslehre sind inhaltlich in Studiengängen der Betriebswirtschaft verankert, stehen jedoch als generell in allen Branchen anwendbare Methodenkompetenz nach Absprache auch interessierten Studierenden aus anderen Fächern offen. Für die Ausbildung im Qualitätsmanagement besteht seit 2006 eine Kooperation mit der TÜV SÜD Akademie.

Das QM-System gemäß ISO 9001

Im Herbst 2015 zählte der Studienbereich Wirtschaft zu den allerersten Organisationen überhaupt, die im Rahmen der Rezertifizierung ihr Zertifikat auf die aktuelle Normrevision 2015 umstellten.

Mit diesem zertifizierten Managementsystem kann die Qualitätslehre an der HFT Stuttgart den Studierenden ein hervorragendes, den Studierenden auch gut zugängliches Trainingsfeld anbieten, in dem auch synergetische Effekte aus der Lehre für das Managementsystem und aus dem Managementsystem für die Lehre möglich werden.

Exkursionen

Das Stuttgarter Modell für Qualitätslehre legt besonderen Wert auf die Praxisnähe beim Kompetenzerwerb. Die genannte Nutzung des zertifizierten QM-Systems der Hochschule bietet hier eine Möglichkeit. Eine andere besteht in der Durchführung von Exkursionen, mit denen die praktischen Anwendungsfelder und Zusammenhänge theoretisch erworbenen Wissens erlebbar werden und praxisrelevante Kompetenz entstehen kann.

Kompetenzbaustein Qualitätsmanagementfachkraft

Der Lehrgang Qualitätsmanagementfachkraft, der in Kooperation mit der TÜV SÜD Akademie durchgeführt wird, vermittelt eine breite und solide Grundlage von Kompetenzen, die erforderlich sind, um den Aufbau und die Pflege eines prozessorientierten Managementsystems zu unterstützen. Hierzu gehören auch das Erkennen von Korrekturbedarf beziehungsweise von Verbesserungsmaßnahmen sowie die Mitwirkung an deren wirksamer Umsetzung.

Hierfür werden die Inhalte der jeweils aktuellen Revision der DIN EN ISO 9001 an branchenspezifischen Beispielen, insbesondere jedoch am Beispiel des zertifizierten Managementsystems des Studiengangs Betriebswirtschaft erläutert. Hier wird es möglich, Kompetenz an einem lebendigen, durch die Studierenden selbst erlebbaren und täglich erlebten System zu entwickeln.

Neben einem breiten Überblick zu Qualitätstools vermittelt der Kompetenzbaustein partielle Vertiefungen zu grundlegenden Methoden der Problemlösung und Aufgabenpriorisierung. Die in der Vorlesung vermittelten Grundlagen der Qualitätssicherung werden durch eine Exkursion zur internationalen Leitmesse für Qualitätssicherung mit dem Erleben praktischer Anwendungen verknüpft.

Nach der in der Regel auf zwei Semester verteilten Qualifikation an der HFT Stuttgart wird im Rahmen der Kooperation mit der TÜV SÜD Akademie auch eine Zertifikatsprüfung angeboten. Mit diesem Zertifikat kann die Qualifikation als Qualitätsmanagementfachkraft mit dem in der Wirtschaft sehr anerkannten Zertifikat QMF-TÜV nachgewiesen werden.

Kompetenzbaustein Auditorenworkshop

Im Auditorenworkshop erwerben Studierende fachliche und methodische Kompetenzen, um Audits als ein zentrales Instrument zur Aufrechterhaltung und Entwicklung von Managementsystemen anwenden zu können. Den praktischen Rahmen für den Kompetenzerwerb bildet auch hier das nach der ISO 9001 zertifizierte Qualitätsmanagementsystem der betriebswirtschaftlichen Studiengänge der HFT Stuttgart.

Die Nutzung des zertifizierten QM-Systems ist für den Kompetenzerwerb der Studierenden besonders günstig, da sich im Audit immer Branchenerfahrung und Methodenkompetenz verbinden müssen. Die Studierenden kennen die Hochschule, können diese Erfahrung beim methodischen Training selbstverständlich nutzen und sich somit auf die Umsetzung der Methode konzentrieren. Hierfür erarbeiten die Studierenden den Auditplan, erstellen Auditfragelisten und führen anschließend Auditgespräche durch. Dabei wird auch die für erfolgreiches Auditieren erforderliche Dimension der sozialen Kompetenz erlebt und auf der Basis von Videofeedback sowie Gruppenrückmeldungen reflektiert.

Innerhalb des Studienangebots der Betriebswirtschaft findet der Workshop im Rahmen der Vorlesung Produktions- und Qualitätsmanagement (BW 3, BW 5) statt. Wer möchte, kann durch die Teilnahme an einer gesonderten Prüfung die Bescheinigung zum „Praxiswissen für interne Qualtitätsaudits“ der TÜV Süd Akademie erwerben.

Kompetenzbaustein Prozessoptimierung

Dieser Workshop ermöglicht es den Studierenden, ihre Basiskompetenz zur Prozessoptimierung an einem echten Fallbeispiel zu vertiefen und auszubauen, das in diesem Fall nicht der Hochschule, sondern der Produktion eines Automobilzulieferers entstammt. Um das Verständnis für die zu bearbeitenden Fälle zu entwickeln, wird die dem Workshop vorausgehende Vorlesung durch eine Exkursion zu einem Automobilhersteller ergänzt.

Der Workshop erfolgt in Kooperation mit einem Experten zur Prozessoptimierung, der das Beispiel eines Fertigungslayout sowie dazugehörige Filmaufzeichnungen einer Produktionszelle präsentiert. Ausgehend vom bestehenden Fertigungslayout und den Filmaufzeichnungen (Beobachtungen) fertigen die Workshopteilnehmer eine Beschreibung der Ist-Situation an. Die Analyse der Schwachstellen erfolgt aus den unterschiedlichen Perspektiven von Fertigung, Fertigungsplanung Logistik und Qualität, die von je unterschiedlichen Teilnehmern vertreten werden.

Anschließend erstellen die Studierenden ein neues Sollkonzept für die Fertigung. Dieses neue Fertigungslayout wird dann von den Teilnehmern selbst mit Kartonagen im Raum modelliert. Sie besetzen auch die Arbeitsstationen innerhalb des Modells und erproben so die Funktionsweise des neuen Fertigungslayouts.

Innerhalb des Studienangebots findet der Workshop im Rahmen der Vorlesung Produktions- und Qualitätsmanagement (BW 3) statt.

Kompetenzbaustein Workshop zum Industrialisierungsprojektmanagement

Das Industrialisierungsprojektmanagement bietet allen, die komplexe Prozesse der industriellen Produktrealisierung über den gesamten Produktlebenszyklus erbringen müssen, ein ausgefeiltes Instrumentarium an Methoden. In der Automobilindustrie ist das Industrialisierungsprojektmanagement (IPM) in einer spezifischen Ausprägung unter dem Namen APQP (Advanced Product Quality Planning) bekannt und hat dort seine Fähigkeiten seit vielen Jahren unter Beweis gestellt. Dieser Workshop orientiert sich bei der Erarbeitung der methodischen Kompetenzen daher am APQP-Standard.

Durch die Simulation eines durchgehenden Industrialisierungsprojektes am Fallbespiel erwerben die Teilnehmer eine umfassende Kompetenz. Zunächst werden die verschiedenen Phasen des IPM mit ihren Aufgaben und Zielsetzungen in Impulsvorträgen präsentiert. Anschließend werden die Aufgaben und Ziele der jeweiligen Phase an Fallbeispielen erarbeitet. Die abschließende Präsentation inklusive einer Besprechung der Arbeitsergebnisse entspricht dabei nicht nur einer didaktischen Notwendigkeit der Sicherung des Lernfortschritts, sondern repräsentiert auch reale Entscheidungs- und Freigabesituationen bei der Durchführung solcher Projekte.

Innerhalb des Studienangebots der Betriebswirtschaft findet der Workshop im zweiten Semester des Masterstudiengangs General Management statt. Wer möchte, kann durch die Teilnahme an einer zusätzlichen Prüfung die APQP Bescheinigung der TÜV Süd Akademie erwerben.