Zentrum für Geodäsie und Geoinformatik

Das von Prof. Dr.-Ing. Volker Coors und Prof. Dr.-Ing. Michael Hahn geleitete Zentrum für Geodäsie und Geoinformatik bündelt Forschungsaktivitäten, die sich mit der Erfassung und Verarbeitung von räumlicher Information befassen. Thematisch werden nicht nur klassische Aufgaben der Vermessung angegangen, sondern spezielle Methoden entwickelt, die an der Schnittstelle zu anderen Kompetenzzentren angesiedelt sind.

Die Expertise umfasst einen weiten Bereich, der von Sensortechnik über die informationstechnische Verarbeitung bis hin zu Visualisierungen reicht. Als Sensoren und Messgeräte kommen neben den klassischen Systemen der Vermessung, Photogrammmetrie und Fernerkundung auch solche mit neuartigen Funktionsweisen zum Einsatz. Mit der richtigen Auswahl und Kombination aus Sensorprinzipien und Auswertemethoden finden sich neue, innovative Ansätze für Kooperationen in stark interdisziplinären Arbeitsgebieten. Die Sensoren, die zum Einsatz kommen, verwenden optische, mechanische, oder elektromagnetische Messprinzipien.

Verfahren zum Bildverständnis und aus der Mustererkennung werden zur Analyse der Daten kombiniert. Zur Positions- und Orientierungsbestimmung geeignete Messgeräte sind GPS-Empfänger, die mit Sensoren zur Messung von Beschleunigungen und Drehraten (inertialen Messeinheiten, IMUs) kombiniert werden können und die Basis vielfältiger Entwicklungen im Bereich Mobile Mapping bilden. Für Anwendungen innerhalb von Gebäuden stehen darüber hinaus funkbasierte Positionierungssysteme bereit. Die Kombination von Sensordaten zu Mess- und Navigationszwecken werden typischerweise für Automatisierungsaufgaben und in der Robotik verwendet.

Methoden der Geoinformatik werden entwickelt, um raumbezogene Daten zu verarbeiten und in neuen Kontexten bereitzustellen. Schwerpunkte liegen hier auf 3D-Geodateninfrastrukturen, die beispielweise Anwendungen in der Stadtplanung, Simulation und mobiler Navigation finden. Anwendungsbezogene Softwareentwicklung wird genutzt, um geographische Informationssysteme und ihre Anwendungen zu erweitern. Hier liegt der aktuelle Schwerpunkt auf der prototypischen Entwicklung eine sog. Urban Plattform, die die Grundlage für Smart City Anwendungen bildet. Hier werden Sensordatenströme und 3D-Stadtmodelle verlinkt, um eine raumzeitliche Datenanalyse zu ermöglichen und visuell zu unterstützen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu Datenmodellen und Schnittstellen fließen über das OpenGeospatial Consortium in die Weiterentwicklung von offenen Standards ein.