Zentrum für industrielle Anwendungen der Informatik und Mathematik

Das Kompetenzzentrum wird von Prof. Dr. Nicola Wolpert (Mathematik) und Prof. Dr. Eberhard Gülch (Vermessung) geleitet. Das Zentrum bündelt Forschungsaktivitäten der Fachgebiete Mathematik und Informatik. Fundierte, problemorientierte Grundlagenforschung wird hier mit anwendungsorientierter Industrieforschung verknüpft. Problemstellungen aus den Bereichen Informatik, Wirtschaftsinformatik, der angewandten Mathematik und der industriellen Messtechnik werden bearbeitet.

Die Methodenentwicklung in diesen Forschungsfeldern benötigt fundierte Kenntnisse der zugrundeliegenden Theorien sowie auch praxisorientiere Erfahrung, die unsere Professoren und Forscher einbringen. Die Forschungsinhalte sind stark interdisziplinär ausgerichtet. Kooperationen existieren auf nationaler und internationaler Ebene.

Unsere Partner sind Großunternehmen der Industrie, wie z.B. Daimler AG, Porsche AG, Audi AG, aber auch mittelständische Unternehmen wie die Firma CADFEM oder die Firma Topometric GmbH, sowie auch Versicherungsinstitute und wissenschaftliche Institutionen wie die Universität Stuttgart, die Universität Mainz oder das Fraunhofer-Institut.

Unsere Schwerpunkte sind:

  • Geometrien von Bauteilen, z.B. eines Fahrzeugs, werden für die digitale Bauraumuntersuchung sowohl statisch als auch dynamisch evaluiert; dazu werden optimierte Datenstrukturen und Algorithmen entwickelt.
  • In der optischen Messtechnik stehen die Automation und die Einbettung in Arbeitsflüsse im Vordergrund.
  • Digitale Stadtmodelle werden als Basis für die numerische Simulation von physikalischen Feldgrößen verwendet, um Beiträge zur Untersuchung von Energieeffizienz und Klimaanpassung zu liefern.
  • Die Erkenntnisse zahlentheoretischer Arbeiten werden unter anderem in der Kryptographie genutzt.
  • Verfahren zur Abschätzung von Risiken auf dem Kapitalmarkt und in der Versicherungswirtschaft begleiten aktuelle Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene.
  • Multi-Agentensysteme kommen für Optimierungsprobleme mit vielen Akteuren in der Projektplanung oder beim Lastmanagement in Energienetzen zum Einsatz.
  • Hardware zur Erfassung von Sensordaten und entsprechende Algorithmen für Mensch-Maschine-Schnittstellen, umgebungsunterstütztes Leben und Robotik werden entwickelt.
  • Ein Teil des bwGrid-Clusters wird ausgebaut und betreut. Dadurch werden Höchstleistungsrechner und Softwarebibliotheken für paralleles Rechnen zur Verfügung gestellt.
  • Darüber hinaus werden auch Forschungs- und Anwendungsfragen zu eingebetteten Systemen, Software-Architekturen, Informationssystemen und Visualisierungen bearbeitet.
  • Geometriemodule für die Differentialgeometrie, für die Freiformgeometrie (Dreiecks-Bézierflächen) und zur Veranschaulichung der Subdivision Techniken werden entwickelt.
  • Digitale Stadtmodelle werden als Geometriedaten für numerische Strömungssimulation (CFD) verwendet, um Aussagen über Einsatzmöglichkeiten von Kleinwindkraftanlagen in bebauten Gebieten zu machen und Untersuchungen zum urbanen Mikroklima zu begleiten.
  • Entwicklung von VR-Technologien und neuer Interaktionsformen zur Erklärung komplexer geometrischer Sachverhalte. Dies beinhaltet die Darstellung und Änderung komplexer geometrischer Objekte in 3D in Echtzeit sowie auch die Interaktion mit geometrischen Objekten mit Hilfe von Sprache und Gesten.
  • "Augmented Reality" Methoden in der Montage-Logistik. Dies beinhaltet die Verschmelzung digitaler Planung und Simulation mit realer Produktion (Industrie 4.0) sowie auch die Optimale Logistik-Steuerung durch zeitnahe Simulation aufgrund des aktuellen Produktionsprogramms.
  • Automatische Verarbeitung menschlicher Sprache, insbesondere Extraktion von Wissen aus großen Sprach-Datenmengen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf computerge-stütztem Prüfen (computer-aided assessment) im Bereich Freitextfragen. Methodisch kommen Ansätze der Computerlinguistik, der Testtheorie und des maschinellen Lernens zum Einsatz.

(aktualisiert am: 28.02.2017)