Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW)

Von der Fachhochschule zur „Hochschule für Angewandte Wissenschaften“

Die Fachhochschulen in Baden-Württemberg sind seit 2010 die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). Eine Bezeichnung, die passgenau das Profil der Hochschulart beschreibt. Der neue Name verdeutlicht die gewachsene Bedeutung der 25, in einer gemeinsamen Rektorenkonferenz, organisierten Hochschulen. Rund ein Drittel der Studierenden in Baden-Württemberg sind an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften eingeschrieben. Im Wintersemester 1999/2000 lag der Anteil der Studierenden noch bei ungefähr 25 Prozent. Diese Entwicklung zeigt das starke Wachstum der HAW gegenüber den anderen Hochschularten. Die HAW sind erfolgreich durch ihr klares Profil der Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in praxisorientierte Lehre und angewandte Forschung.

Nachfrageorientiertes Studienangebot

Das breit gefächerte Studienangebot umfasst neben den klassischen Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften auch unter anderem Fachrichtungen wie Sozial-, Kultur-, Kunst- und Gesundheitswissenschaften. Das Fächerspektrum orientiert sich am Arbeitsmarkt und wird ständig erweitert.

Hoher Praxisbezug

Das zentrale Profilelement der HAW ist die Verzahnung von Theorie und Praxis. Durch ein integriertes praktisches Studiensemester, Projektarbeiten, Laborveranstaltungen und Exkursionen erhalten die Studierenden wertvolle Einblicke in praktische Arbeitsweisen. Professorinnen und Professoren an HAW verfügen grundsätzlich über mehrjährige Berufserfahrung außerhalb des Hochschulbereichs und verbinden so beruflichen Erfolg mit wissenschaftlichem Renommee. Dadurch bietet die HAW eine hochwertige, berufsqualifizierende Ausbildung, die in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen gefragt ist.

Lernende im Mittelpunkt

An der HAW steht die bzw. der Studierende im Mittelpunkt. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bieten den Studierenden innovative Lehrformen und Lehrveranstaltungen, die ihnen intensives Lernen ermöglichen und nachhaltiges Wissen vermitteln. Lehrveranstaltungen finden in überschaubaren Gruppen mit Seminarcharakter statt. Persönliche Kontakte zu Professorinnen und Professoren sowie individuelle Beratung schaffen ein geeignetes Umfeld für ein erfolgreiches und effizientes Studium. Alle Studiengänge sind von anerkannten Agenturen akkreditiert. Die Qualität der Studiengänge wird laufend überprüft und weiterentwickelt. Eine moderne technische Ausstattung der Hochschulen bietet den Studierenden ein optimales Studien-, Lehr- und Lernumfeld.

Internationalität und Regionalität

Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bieten ihren Studierenden vielfältige Möglichkeiten zum internationalen Austausch. Rund 40 Prozent der Absolventinnen und Absolventen verfügen über Auslandserfahrungen. Gleichzeitig sind die HAW eng mit der jeweiligen Region, ihrer Wirtschaftsstruktur, ihren kulturellen und sozialen Besonderheiten verbunden.

Weiterbildung und lebenslanges Lernen

Das wichtige Zukunftsthema lebenslanges Lernen und Weiterbildung wurde an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften frühzeitig erkannt und angegangen. Die Studienform ermöglicht zum Teil die Weiterqualifizierung ohne Ausstieg aus dem Berufsleben. Das Masterstudium kann auch nach einer ersten Berufsphase durchgeführt werden. Die Absolventinnen und Absolventen haben dadurch eine höhere Flexibilität bei der Gestaltung ihrer individuellen Bildungsbiografie.

Angewandte Forschung

Eine breite wissenschaftliche Qualifizierung und berufliche Kompetenzen ergänzen sich im Studium auf optimale Weise. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind primärer Ansprechpartner für kleinere und mittlere Unternehmen, wenn es um Forschungskooperationen und Wissenstransfer geht. Durch anwendungsorientierte Forschung entstehen marktreife Innovationen in den Regionen. Die Einheit von Lehre und Forschung ist an den HAW verwirklicht.

Kooperationen mit der Wirtschaft

Alle Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bieten eine enge Kooperation mit Unternehmen, Institutionen und Organisationen. Dies kann durch Praxisprojekte mit Studierenden, bei Exkursionen oder durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Hochschulinstituten erfolgen. Von dieser engen Verbindung profitieren beide Seiten.

Hochqualifizierte Fachkräfte für den baden-württembergischen Arbeitsmarkt

Der Hochtechnologiestandort Baden-Württemberg ist auf gut ausgebildete Akademikerinnen und Akademiker, die praxisorientiert wissenschaftliche Methoden anwenden können, angewiesen. Ausgestattet mit den notwendigen theoretischen Grundlagen und dem Wissen, diese in ihrem Berufsfeld umzusetzen, bilden diese Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen das Rückgrat der Wirtschaft im Land, insbesondere der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Mehr als alle anderen Hochschularten bilden die HAW vor allem in ingenieurwissenschaftlichen Fächern aus. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag an der Ausbildung von hochgradig nachgefragten, qualifizierten Fachkräften im MINT-Bereich. Im bundesweit einzigartigen Programm „Hochschule 2012“ des Landes Baden-Württemberg haben die HAW bisher rund 4000 neue Studienanfängerplätze geschaffen, davon mehr als die Hälfte Plätze in den MINT-Fächern.