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Geschichte der Hochschule
Von der Winterschule zur Höheren Bauschule (1832 - 1938)
Von der Staatsbauschule zur Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen (1938-1963)
Von der Ingenieurschule zur Fachhochschule für Technik Stuttgart (1963-1971)
Von der Fachhochschule für Technik Stuttgart zur Fachhochschule Stuttgart - Hochschule für Technik (1971-1995)
Von der Fachhochschule Stuttgart - Hochschule für Technik zur Hochschule für Technik Stuttgart (1995-heute)

 

Von der Winterschule zur Höheren Bauschule (1832 - 1938)
1832-
1840
1832 wurde die Winterschule, auch Winter-Baugewerkeschule genannt, gegründet.
Die Schule sollte es Bauhandwerkern ermöglichen, im Sommer der praktischen Ausübung ihres Handwerks nachzukommen und sich im Winter, während die Bautätigkeit ruhte, weiterzubilden.
Sie war von 1832-1840 mit der Sonntagsgewerbeschule vereint und im Kavaliersbau in der unteren Königstrasse untergebracht.
1840-
1845
In diesem Zeitraum war die Schule mit der polytechnischen Schule vereint, aus der sich die Technische Hochschule, heute die Universität Stuttgart entwickelte.
seit
1845
wurde die Winterbaugewerkeschule als selbständige Einrichtung geführt. Sie zog in die Räume der Legionskaserne (an der Stelle des heutigen Wilhelmsbaus).
Der Winterkurs 1845 hatte 107 Teilnehmer, 1858/59 bereits 251 und 1861/62 bereits 423.
Bild der Legionskaserne
1845-
1891
Joseph von Egle In diesem Zeitraum war Joseph von Egle (1818-1899) Schulvorstand der Winterbaugewerkeschule.
Er plante und baute von 1867-1870 das Gebäude seiner Schule, den historischen Egle-Bau am Stadtgarten. Er erhielt als erfolgreicher Architekt hohe Ehrungen, zahlreiche Auszeichnungen und wurde in den persönlichen Adelsstand erhoben.
1862 Aus Raumnot wurden im Hof der Kaserne zusätzlich zwei Säle in leichter Fachwerkbauweise errichtet. Am Winterkurs 1862/63 nahmen bereits über 500 Schüler teil.
1864 Aufgrund der Überfüllung der Klassen im Winterhalbjahr und zur besseren Ausnützung der Lehrkräfte wurde zum erstenmal auch im Sommersemester unterrichtet.
1865 erhielt die Schule den Namen "Königliche Baugewerkeschule".
Einrichtung der Geometerschule, später Fachschule für Vermessungswesen.
1869 Umbenennung in "Königl. Württembergische Baugewerkeschule".
1867-
1870
Bau des historischen Egle-Baus (heutiger Bau 1) am Stadtgarten durch den Architekten und Hofbaumeiser Joseph von Egle.
1870 fand der Einzug, aufgrund von akuter Raumnot, in den noch unvollendeten Neubau statt.
Im Sommer 1873 war der Abschluß der Bauarbeiten. Im Winter des selben Jahres stellte sich heraus, daß der Neubau bereits wieder zu klein war.

Vorderfront des historischen Egle-Baus Vorderfront

Rueckfront des historischen Egle-Baus Rückfront
1899-
1900
Nachdem die Zahl der Schüler auf 800 angewachsen war, erfolgte die Erweiterung des Gebäudes durch den Anbau von Seitenflügeln.
1906 Zum ersten Mal wurde eine Vorpraxis gefordert, die durch eine Zwischenpraxis ergänzt werden musste.
1914 Mit 923 Studierenden war die Königlich Württembergische Baugewerkeschule die größte der damals 67 Bauschulen in Deutschland.
1918 Umbenennung in "Württembergische Baugewerkeschule".
1924-
1938
In diesem Zeitraum führte die Schule den Namen "Staatliche Höhere Bauschule".
1925 Als Zugangsvoraussetzung wurde nun die Mittlere Reife gefordert.
1926 Umwandlung der Geometerschule in die "Staatliche Württembergische Fachschule für Vermessungs- und Kulturtechniker". Die Geometerschule und die Höhere Bauschule waren getrennte, jeweils selbständige Schulen.

 

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Von der Staatsbauschule zur Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen (1938-1963)  
1938 Aufgrund der reichseinheitlichen Gleichschaltung wird die Höhere Bauschule nun in "Staatsbauschule Stuttgart" umbenannt.
Die Fachschule für Vermessung wird Teil der Staatsbauschule.
1944 Zerstörung des Schulgebäudes am Stadtgarten.
Ruine des Schulgebaeudes
Der Unterricht wurde noch während des Krieges in behelfsmäßiger Unterbringung in mehreren Gebäuden der Stadt fortgesetzt.
1947-
53
Prof. Rudolf Lempp Professor Rudolf Lempp (1887-1981) war in diesem Zeitraum Direktor der Staatsbauschule. Er baute die stark zerstörte Staatsbauschule wieder auf und gab ihr den Ruf als führende Ausbildungsstätte für Ingenieure des Bauwesens zurück.
1948-
55
Wiederaufbau des zerstörten Gebäudes auf dem gegebenen Grundriß. Ein früher nicht vorhandener Dachstock wird aufgesetzt. Der Wiederaufbau wurde am 11.11.55 symbolisch durch Übergabe eines goldenen Schlüssels besiegelt, obwohl erst 1957 die restlichen Labore ausgestattet werden konnten.
1951 Gründung des Vereins "Freunde der Staatsbauschule Stuttgart e.V." (heute: "Freunde der Hochschule für Technik Stuttgart e.V."). Der Verein hat die Aufgabe, die Hochschule finanziell, ideell und in beratender Weise zu unterstützen sowie Hilfe bei der Wohnungsbeschaffung zu leisten.
1953-
67
Prof. Karl Gonser 1953 wurde Prof. Karl Gonser (1902-1979) zum Direktor der Staatsbauschule ernannt. Er setzte sich für eine gründliche Lehrplanreform ein, bei der die bisher gemeinsame Ausbildung für Architekten und Bauingenieure in zwei getrennte Studiengänge aufgegliedert wurde.
1963 Mit 99 Betten für Studierende konnte der Verein Freunde der Staatsbauschule e. V. das Joseph-von-Egle-Heim als Studentenwohnheim übergeben.

 

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Von der Ingenieurschule zur Fachhochschule für Technik Stuttgart (1963-1971)  
1964 Benennung in "Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen - Staatsbauschule Stuttgart".
1965 Mit Einführung der neuen Prüfungsordnung wurde das Studium aufgesplittet. Die Staatsbauschule gliederte sich nun in die Abteilungen: Hochbau, Ingenieurbau, Vermessung und Grundlagenfächer.
1967-
77
Prof. Ludwig Hilmar Kresse Prof. Ludwig Hilmar Kresse übernahm im Jahre 1963 die Leitung der Abteilung Hochbau und wurde 1967 zum Direktor gewählt. Unter seiner Leitung vollzog sich die Umwandlung der Staatsbauschule zur Fachhochschule. Er war der erste "Rektor" und betrieb in dieser Zeit den weiteren Ausbau der Fachhochschule.
1968 Die folgenden Jahre waren geprägt von studentischen Unruhen, Streiks und Demonstrationen. Als Folge der zahlreichen Diskussionen ergab sich, dass in die Beschluss fassenden Gremien eine Vertretung der Studierenden und der Assistenten als stimmberechtigte Mitglieder aufgenommen wurden.
1970 1969 erklärte das Kultusministerium offiziell, daß 1971 die Anhebung der Ingenieurschulen zu Fachhochschulen vorgesehen ist.
Die Staatliche Ingenieurschule richtete bereits im Sommersemester 1970, also im Vorgriff, einen Hochschulzug für die Fachrichtung Hochbau ein.
Zum Wintersemester 1970/71 wurde das anwendungsorientierte Mathematik-Studium eingeführt, ebenfalls als Hochschulzug.

 

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Von der Fachhochschule für Technik Stuttgart zur Fachhochschule Stuttgart - Hochschule für Technik (1971-1995)
1971 Umwandlung der Ingenieurschule zur Fachhochschule mit der Bezeichnung "Fachhochschule für Technik Stuttgart" (FHT) .
An der FHT wurden die Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen, Mathematik, Vermessung und Grundlagen eingerichtet. Zugangsvoraussetzung ist die Fachhochschulreife. Das Studium dauert 8 Semester, worin 2 Praxissemester enthalten sind.
Der Egle-Bau, 1870 für 450 Studenten konzipiert, mußte inzwischen 1200 Studenten aufnehmen. Da dies zu unerträglichen Verhältnissen führte, wurden Räume im benachbarten Gebäude der Landessparkasse, im Landesgewerbeamt, im Boschgelände und im Amerikahaus angemietet.
1973 Zum Beginn des Wintersemester 1973/74 war es möglich, das von der Universität freigegebene Gebäude an der Rückseite des Innenhofes (ehemaliges anorganisches Institut) zu beziehen und dort Hörsäle und Labore einzurichten.
1974 Teilweise Übernahme des Gebäudes der Landessparkasse (der heutige Bau 2).
1975 Zum Sommersemester 1975 wurde eine neue Studien- und Prüfungsordnung eingeführt.
1976 Einrichtung des Rechenzentrums und der Bibliothek.
1977 Ausbau der Studiengänge Mathematik und Vermessungswesen zu Vollzügen.
Die FHT wird in den Technischen Beratungsdienst der Steinbeis-Stiftung einbezogen.
Nach langer Pause findet wieder ein Studentenfest, das so genannte „Stallfest“, statt und es wird ein Bericht ins Leben gerufen, der Professoren, Lehrbeauftragte, Mitarbeiter und Studierende über das jeweils abgelaufene Jahr informiert.
1977-
85
Prof. Rolf Schmalor Prof. Rolf Schmalor war in diesem Zeitraum Rektor der FHT.
Er hat den Ausbau der FHT quantitativ und qualitativ tatkräftig vorangetrieben. Für seine Verdienste um die FHT wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.
1978 Beginn der neuen Studiengänge Innenarchitektur und Bauphysik. Sie werden als Halbzüge eingerichtet.
Die Studentenzahl ist inzwischen auf 1700 angewachsen.
1979 1979 werden der FHT die beiden oberen Geschosse des Gebäudes K2 der Universität zugewiesen.
Einrichtung des "Internationalen Fortbildungszentrums für Photogrammetrie-Operateure" (IPO) in den Räumen der FHT. Ziel des IPO ist die Fortbildung von Operateuren, besonders aus der Dritten Welt.
1982-
85
Die Raumnot der FHT hat sich trotz sporadischer Flächenzuweisungen ständig vergrössert. 1982 verfügt die FHT über 10000m² Nutzfläche, die nach einem Richtwert, für ca. 840 Studenten ausreichen würde. Somit besitzt die Hochschule nur ca. 50% der notwendigen Nutzfläche.
Umbau Bau 2. Im EG werden Räume für die Bibliothek und das Informationszentrum Bau und im UG werden dringend benötigte Werkstatt- und Laborräume geschaffen.
1985-
93
Prof. Dr.-Ing. Klaus-Jürgen Zabel 1985 übernahm Prof. Dr.-Ing. Klaus-Jürgen Zabel das Rektorenamt. Prof. Dr. Zabel hat sich vor allem für die Erweiterung der Räumlichkeiten der FHT eingesetzt und sich in der Reihe der selbst bauenden Rektoren verewigt, indem er, zusammen mit einer Architektengruppe, den Bau 3 und den Glassteg gebaut hat.
1985 Einführung einer neuen Studien- und Prüfungsordnung.
1985-
88
Sanierung und Teilumbau des Bau 1. Es wurden 4 neue Hörsäle im Bereich der Hofunterkellerung geschaffen.
Sanierung Bau 2.
1988 Gründung des "Joseph-von-Egle-Instituts für Innovation und Transfer in den Fachgebieten der Bautechnologie". Das Institut dient der Durchführung von Forschungs- und Diplomarbeiten in allen mit dem Bauen zusammenhängenden Fachbereichen.
1988-
1992
Teilabbruch und Umbau Bau 3. Im Januar 92 konnte mit dem Bezug des Bau 3 begonnen werden, wobei die offizielle Einweihung am 30.September 92 stattfand. Der Fachbereich Architektur konnte komplett in den neuen Bau 3 umziehen. Im Erdgeschoss sind Labore und die Öffentliche Baustoffprüfstelle des Fachbereich Bauingenieurwesens untergebracht.
Bau3 nach dem Umbau
1989 Einführung einer neuen Studien- und Prüfungsordnung.
Im Wintersemester 1989/90 kann erstmals im neu eingerichteten Aufbaustudiengang Umweltschutz studiert werden. Der Aufbaustudiengang Umweltschutz ist ein Gemeinschaftsprojekt der Fachhochschulen Nürtingen, Reutlingen, Esslingen und Stuttgart.
1990-
91
Im Wintersemester stieg die Zahl der Studierenden über die 2000-Marke.
1993 neues Logo der FHT Die FHT erhält ein neues Logo. Dieses wurde von Prof. Bitterberg und seiner Arbeitsgruppe entworfen.
Die Zeitung "Stallgeflüster" wird ins Leben gerufen. Sie erscheint halbjährig.
1993-
2007
Prof. Dr. Martin Stohrer Prof. Dr. Martin Stohrer übernimmt das Rektorenamt. Er wurde bereits 1978 an die FHT berufen mit dem Ziel, den Studiengang Bauphysik aufzubauen.
1994 Sanierung Bau 1. Im Bau 2 wurden die Deckensanierungsarbeiten beendet und den Studiengängen Mathematik, Vermessungswesen und Innenarchitektur stehen nun endlich arbeitsgerechte Räume zur Verfügung.

 

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Von der Fachhochschule Stuttgart - Hochschule für Technik zur Hochschule für Technik Stuttgart (1995-heute)
1995 Am 1.1.95 trat das neue Fachhochschulgesetz in Kraft. Dadurch wurde der Namen "Fachhochschule für Technik Stuttgart" in "Fachhochschule Stuttgart - Hochschule für Technik" (HfT) geändert.
Das kreisförmige Logo wurde der neuen Bezeichnung angepasst.
Logo, nach Anpassung an die neue Bezeichnung HfT
Die mehrfache Änderung der offiziellen Studien- und Prüfungsordnung von 1989 sowie die Änderung des Hochschulgesetzes haben die Einführung einer neuen Studien- und Prüfungsordnung notwendig gemacht.
1995 Der HfT wurde das freigewordene, benachbarte Gebäude Kienestr. 45 zugesprochen. Im sogenannten Bau 4 wird der Fachbereich Bauingenieurwesen sowie der Fachbereich Grundlagen und Bauphysik untergebracht. Die Modellwerkstatt sowie Labore des Fachbereichs Architektur ziehen ebenfalls um in den Bau 4.
Bau 4
1995 Bei einem studiengangsübergreifenden Studienprojekt entsteht der "Pavillon im Hof" (Block 4). Ein fliegender Bau in Holzkonstruktion, der mit Spendengeldern finanziert wurde und studentischen Aktionen zur Verfügung steht.

Block 4 (Pavillion im Hof)
1996 Umbenennung des Fachbereichs Vermessungswesen in "Vermessung und Geoinformatik".
1997 Der Innenhof zwischen Bau 1 und Bau 3 ist inzwischen fertiggestellt. Vier neu gepflanzte Bäume bringen grün an den Steg. Im Vergleich zu früher hat der Innenhof stark an Qualität gewonnen.

Bild des neuen Innenhofes Innenhof vor der Verschoenerung
1998 Die seit 15 Jahren laufenden Sanierungsarbeiten sind weitgehend abgeschlossen.
Ein multifunktionaler Studierendenausweis wird eingeführt.
Einführung der künstlerischen Eignungsprüfung für den Studiengang Innenarchitektur.
1999 Umsetzung des neuen Hochschulrahmengesetzes
Im Vordergrund stand dabei die Bildung einer Akkreditierungsorganisation, mit der in Zusammenarbeit mit wirtschafts- und berufsständischen Verbänden die künftigen Mindestanforderungen an berufsqualifizierende Studiengänge entwickelt und sicher gestellt werden sollten.
2001 Umstrukturierung der Fachbereiche. Aus fünf Fachbereichen wurden die drei folgenden Fachbereiche:
– Architektur und Gestaltung
– Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft
– Vermessung, Informatik und Mathematik.
2002 Gründung des zafh.net
Das Zentrum für angewandte Forschung – Nachhaltige Energietechnik, zafh.net, ist ein Zentrum zur Gebäudeenergieforschung. Es wurde als eines von drei Exzellenzzentren in Baden-Württemberg eingerichtet. Hier bringen Fachhochschulen des Landes ihre Kompetenzen in der angewandten Forschung und Entwicklung ein.
2003

Im Gebäude Breitscheidstraße der Universität Stuttgart konnten zwei Etagen und das Untergeschoss für Werkstätten des Studiengangs Innenarchitektur übernommen werden. (Bau 5)

Bild Bau 5

2005 Zum 1. Oktober 2005 wurden die drei Fachbereiche in Fakultäten umbenannt. Des Weiteren wurden im Rahmen des Bolognaprozesses alle neuen Studiengänge auf einen Bachelor- bzw. Masterabschluss umgestellt. Die Diplomstudiengänge laufen aus.
2007

Das 175. Jubiläum der HfT Stuttgart wird mit zahlreichen Feierlichkeiten begangen.

Bild Jubiläums-Logo Jubiläums-Logo gross

2007
Prof. Rainer Franke Prof. Rainer Franke übernimmt das Rektorenamt.

 

Quellenangabe:
"FHT - Von der Winterschule zur Fachhochschule (1832-1982, 150 Jahre Bauschule Stuttgart)" erschienen im Poller-Verlag
Rechenschaftsberichte

 

 



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