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| Von der Winterschule zur Höheren
Bauschule (1832 - 1938) |
1832-
1840 |
1832 wurde die Winterschule, auch
Winter-Baugewerkeschule genannt, gegründet.
Die Schule sollte es Bauhandwerkern ermöglichen, im Sommer der
praktischen Ausübung ihres Handwerks nachzukommen und sich im
Winter, während die Bautätigkeit ruhte, weiterzubilden.
Sie war von 1832-1840 mit der Sonntagsgewerbeschule vereint
und im Kavaliersbau in der unteren Königstrasse
untergebracht. |
1840-
1845 |
In diesem Zeitraum war die Schule
mit der polytechnischen Schule vereint, aus der sich die
Technische Hochschule, heute die Universität Stuttgart
entwickelte. |
seit
1845 |
wurde die Winterbaugewerkeschule
als selbständige Einrichtung geführt. Sie zog in die Räume der
Legionskaserne (an der Stelle des heutigen Wilhelmsbaus).
Der Winterkurs 1845 hatte 107 Teilnehmer, 1858/59 bereits 251
und 1861/62 bereits 423.
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1845-
1891 |
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In diesem Zeitraum war Joseph von
Egle (1818-1899) Schulvorstand der
Winterbaugewerkeschule.
Er plante und baute von 1867-1870 das Gebäude seiner Schule,
den historischen Egle-Bau am Stadtgarten. Er erhielt als
erfolgreicher Architekt hohe Ehrungen, zahlreiche
Auszeichnungen und wurde in den persönlichen Adelsstand
erhoben. |
| 1862 |
Aus Raumnot wurden im Hof der
Kaserne zusätzlich zwei Säle in leichter Fachwerkbauweise
errichtet. Am Winterkurs 1862/63 nahmen bereits über 500
Schüler teil. |
| 1864 |
Aufgrund der Überfüllung der
Klassen im Winterhalbjahr und zur besseren Ausnützung der
Lehrkräfte wurde zum erstenmal auch im Sommersemester
unterrichtet. |
| 1865 |
erhielt die Schule den Namen
"Königliche Baugewerkeschule".
Einrichtung der Geometerschule, später Fachschule für
Vermessungswesen. |
| 1869 |
Umbenennung in "Königl.
Württembergische Baugewerkeschule". |
1867-
1870 |
Bau des historischen Egle-Baus
(heutiger Bau 1) am Stadtgarten durch den Architekten und
Hofbaumeiser Joseph von Egle.
1870 fand der Einzug, aufgrund von akuter Raumnot, in den noch
unvollendeten Neubau statt.
Im Sommer 1873 war der Abschluß der Bauarbeiten. Im Winter des
selben Jahres stellte sich heraus, daß der Neubau bereits
wieder zu klein war.
Vorderfront
Rückfront |
1899-
1900 |
Nachdem die Zahl der Schüler auf
800 angewachsen war, erfolgte die Erweiterung des Gebäudes
durch den Anbau von Seitenflügeln. |
| 1906 |
Zum ersten Mal wurde eine
Vorpraxis gefordert, die durch eine Zwischenpraxis ergänzt
werden musste. |
| 1914 |
Mit 923 Studierenden war die Königlich Württembergische Baugewerkeschule die größte der damals 67 Bauschulen in Deutschland. |
| 1918 |
Umbenennung in "Württembergische
Baugewerkeschule". |
1924-
1938 |
In diesem Zeitraum führte die
Schule den Namen "Staatliche Höhere Bauschule". |
| 1925 |
Als Zugangsvoraussetzung wurde nun
die Mittlere Reife gefordert. |
| 1926 |
Umwandlung der Geometerschule in
die "Staatliche Württembergische Fachschule für Vermessungs-
und Kulturtechniker". Die Geometerschule und die Höhere
Bauschule waren getrennte, jeweils selbständige Schulen. |
| Von der Staatsbauschule zur Staatlichen
Ingenieurschule für Bauwesen (1938-1963) |
| 1938 |
Aufgrund der reichseinheitlichen
Gleichschaltung wird die Höhere Bauschule nun in
"Staatsbauschule Stuttgart" umbenannt.
Die Fachschule für Vermessung wird Teil der
Staatsbauschule. |
| 1944 |
Zerstörung des Schulgebäudes am
Stadtgarten.
Der Unterricht wurde noch während des Krieges in
behelfsmäßiger Unterbringung in mehreren Gebäuden der Stadt
fortgesetzt. |
1947-
53 |
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Professor Rudolf Lempp (1887-1981) war in
diesem Zeitraum Direktor der Staatsbauschule. Er baute die
stark zerstörte Staatsbauschule wieder auf und gab ihr den Ruf
als führende Ausbildungsstätte für Ingenieure des Bauwesens
zurück. |
1948-
55 |
Wiederaufbau des zerstörten
Gebäudes auf dem gegebenen Grundriß. Ein früher nicht
vorhandener Dachstock wird aufgesetzt. Der Wiederaufbau wurde
am 11.11.55 symbolisch durch Übergabe eines goldenen Schlüssels
besiegelt, obwohl erst 1957 die restlichen Labore ausgestattet
werden konnten. |
| 1951 |
Gründung des Vereins "Freunde der
Staatsbauschule Stuttgart e.V." (heute: "Freunde der
Hochschule für Technik Stuttgart e.V."). Der
Verein hat die Aufgabe, die Hochschule finanziell, ideell und
in beratender Weise zu unterstützen sowie Hilfe bei der
Wohnungsbeschaffung zu leisten. |
1953-
67 |
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1953 wurde Prof. Karl Gonser (1902-1979) zum
Direktor der Staatsbauschule ernannt. Er setzte sich für eine
gründliche Lehrplanreform ein, bei der die bisher gemeinsame
Ausbildung für Architekten und Bauingenieure in zwei getrennte
Studiengänge aufgegliedert wurde. |
| 1963 |
Mit 99 Betten für Studierende konnte der Verein Freunde der Staatsbauschule e. V. das Joseph-von-Egle-Heim als Studentenwohnheim übergeben. |
| Von der Ingenieurschule zur
Fachhochschule für Technik Stuttgart (1963-1971)
|
| 1964 |
Benennung in "Staatliche Ingenieurschule für
Bauwesen - Staatsbauschule Stuttgart". |
| 1965 |
Mit Einführung der neuen Prüfungsordnung wurde
das Studium aufgesplittet. Die Staatsbauschule gliederte sich
nun in die Abteilungen: Hochbau, Ingenieurbau, Vermessung und
Grundlagenfächer. |
1967-
77 |
 |
Prof. Ludwig Hilmar Kresse übernahm im Jahre
1963 die Leitung der Abteilung Hochbau und wurde 1967 zum
Direktor gewählt. Unter seiner Leitung vollzog sich die
Umwandlung der Staatsbauschule zur Fachhochschule. Er war der
erste "Rektor" und betrieb in dieser Zeit den weiteren Ausbau
der Fachhochschule. |
| 1968 |
Die folgenden Jahre waren geprägt von studentischen Unruhen, Streiks und Demonstrationen. Als Folge der zahlreichen
Diskussionen ergab sich, dass in die Beschluss fassenden Gremien eine Vertretung der Studierenden und der Assistenten als stimmberechtigte Mitglieder aufgenommen wurden. |
| 1970 |
1969 erklärte das
Kultusministerium offiziell, daß 1971 die Anhebung der
Ingenieurschulen zu Fachhochschulen vorgesehen ist.
Die Staatliche Ingenieurschule richtete bereits im
Sommersemester 1970, also im Vorgriff, einen Hochschulzug für
die Fachrichtung Hochbau ein.
Zum Wintersemester 1970/71 wurde das anwendungsorientierte
Mathematik-Studium eingeführt, ebenfalls als Hochschulzug. |
| Von der Fachhochschule für
Technik Stuttgart zur Fachhochschule Stuttgart - Hochschule für
Technik (1971-1995) |
| 1971 |
Umwandlung der Ingenieurschule zur
Fachhochschule mit der Bezeichnung "Fachhochschule für Technik
Stuttgart" (FHT) .
An der FHT wurden die Fachbereiche Architektur,
Bauingenieurwesen, Mathematik, Vermessung und Grundlagen
eingerichtet. Zugangsvoraussetzung ist die Fachhochschulreife.
Das Studium dauert 8 Semester, worin 2 Praxissemester enthalten
sind.
Der Egle-Bau, 1870 für 450 Studenten konzipiert, mußte
inzwischen 1200 Studenten aufnehmen. Da dies zu unerträglichen
Verhältnissen führte, wurden Räume im benachbarten Gebäude der
Landessparkasse, im Landesgewerbeamt, im Boschgelände und im
Amerikahaus angemietet. |
| 1973 |
Zum Beginn des Wintersemester
1973/74 war es möglich, das von der Universität freigegebene
Gebäude an der Rückseite des Innenhofes (ehemaliges
anorganisches Institut) zu beziehen und dort Hörsäle und Labore
einzurichten. |
| 1974 |
Teilweise Übernahme des Gebäudes
der Landessparkasse (der heutige Bau 2). |
| 1975 |
Zum Sommersemester 1975 wurde eine
neue Studien- und Prüfungsordnung eingeführt. |
| 1976 |
Einrichtung des Rechenzentrums und
der Bibliothek. |
| 1977 |
Ausbau der Studiengänge Mathematik
und Vermessungswesen zu Vollzügen.
Die FHT wird in den Technischen Beratungsdienst der
Steinbeis-Stiftung einbezogen.
Nach langer Pause findet wieder ein Studentenfest, das so genannte „Stallfest“, statt und es wird ein Bericht ins Leben gerufen, der Professoren, Lehrbeauftragte, Mitarbeiter
und Studierende über das jeweils abgelaufene Jahr informiert. |
1977-
85 |
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Prof. Rolf Schmalor war in diesem Zeitraum
Rektor der FHT.
Er hat den Ausbau der FHT quantitativ und qualitativ
tatkräftig vorangetrieben. Für seine Verdienste um die FHT
wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. |
| 1978 |
Beginn der neuen Studiengänge
Innenarchitektur und Bauphysik. Sie werden als Halbzüge
eingerichtet.
Die Studentenzahl ist inzwischen auf 1700 angewachsen. |
| 1979 |
1979 werden der FHT die beiden
oberen Geschosse des Gebäudes K2 der Universität
zugewiesen.
Einrichtung des "Internationalen Fortbildungszentrums für
Photogrammetrie-Operateure" (IPO) in den Räumen der FHT. Ziel
des IPO ist die Fortbildung von Operateuren, besonders aus der
Dritten Welt. |
1982-
85 |
Die Raumnot der FHT hat sich trotz
sporadischer Flächenzuweisungen ständig vergrössert. 1982
verfügt die FHT über 10000m² Nutzfläche, die nach einem
Richtwert, für ca. 840 Studenten ausreichen würde. Somit
besitzt die Hochschule nur ca. 50% der notwendigen
Nutzfläche.
Umbau Bau 2. Im EG werden Räume für die Bibliothek und das
Informationszentrum Bau und im UG werden dringend benötigte
Werkstatt- und Laborräume geschaffen. |
1985-
93 |
 |
1985 übernahm Prof. Dr.-Ing. Klaus-Jürgen
Zabel das Rektorenamt. Prof. Dr. Zabel hat sich vor allem für
die Erweiterung der Räumlichkeiten der FHT eingesetzt und sich
in der Reihe der selbst bauenden Rektoren verewigt, indem er,
zusammen mit einer Architektengruppe, den Bau 3 und den
Glassteg gebaut hat. |
| 1985 |
Einführung einer neuen Studien-
und Prüfungsordnung. |
1985-
88 |
Sanierung und Teilumbau des Bau 1. Es wurden 4
neue Hörsäle im Bereich der Hofunterkellerung geschaffen.
Sanierung Bau 2. |
| 1988 |
Gründung des "Joseph-von-Egle-Instituts für
Innovation und Transfer in den Fachgebieten der
Bautechnologie". Das Institut dient der Durchführung von
Forschungs- und Diplomarbeiten in allen mit dem Bauen
zusammenhängenden Fachbereichen.
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1988-
1992 |
Teilabbruch und Umbau Bau 3. Im
Januar 92 konnte mit dem Bezug des Bau 3 begonnen werden, wobei
die offizielle Einweihung am 30.September 92 stattfand. Der
Fachbereich Architektur konnte komplett in den neuen Bau 3
umziehen. Im Erdgeschoss sind Labore und die Öffentliche
Baustoffprüfstelle des Fachbereich Bauingenieurwesens
untergebracht.
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| 1989 |
Einführung einer neuen Studien-
und Prüfungsordnung.
Im Wintersemester 1989/90 kann erstmals im neu eingerichteten
Aufbaustudiengang Umweltschutz studiert werden. Der
Aufbaustudiengang Umweltschutz ist ein Gemeinschaftsprojekt der
Fachhochschulen Nürtingen, Reutlingen, Esslingen und
Stuttgart. |
1990-
91 |
Im Wintersemester stieg die Zahl
der Studierenden über die 2000-Marke. |
| 1993 |
|
Die FHT erhält ein neues Logo. Dieses wurde
von Prof. Bitterberg und seiner Arbeitsgruppe entworfen.
Die Zeitung "Stallgeflüster" wird ins Leben gerufen. Sie
erscheint halbjährig. |
1993-
2007 |
 |
Prof. Dr. Martin Stohrer übernimmt das
Rektorenamt. Er wurde bereits 1978 an die FHT berufen mit dem Ziel, den Studiengang Bauphysik aufzubauen. |
| 1994 |
Sanierung Bau 1. Im Bau 2 wurden die
Deckensanierungsarbeiten beendet und den Studiengängen
Mathematik, Vermessungswesen und Innenarchitektur stehen nun
endlich arbeitsgerechte Räume zur Verfügung. |
| Quellenangabe: |
| "FHT - Von der Winterschule zur Fachhochschule (1832-1982,
150 Jahre Bauschule Stuttgart)" erschienen im
Poller-Verlag |
| Rechenschaftsberichte |
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