Stadterneuerung

Lehrinhalte

Stadterneuerung ist ein wesentlicher Bestandteil des Berufsfelds der Stadtplanung. Im Studium werden Grundlagen der behutsamen Stadterneuerung in Verbindung mit Städtebauförderung und Sanierungsrecht vermittelt, ergänzt um Erneuerungsschwerpunkte wie Soziale Stadt, Stadtumbau und Zentrenrevitalisierung. Angesichts des demografischen und des klimatischen Wandels wird der Umbau der Städte an Bedeutung gewinnen: z. B. hinsichtlich Energieeffizienz, Klimagerechtigkeit, Generationengerechtigkeit, Migration, sozialem Ausgleich. Stadtumbau wird dabei verstanden als ein strategischer Planungsansatz im Rahmen von integrierter Stadtentwicklung, verknüpft mit Beteiligungsstrategien und aktiver Einbindung der Eigentümer.

Ausgewählte Projektarbeiten - ISP 3
Integriertes Studienprojekt Stadterneuerung

Chemnitz 2017

Ziel und Aufgabe der studentischen Tätigkeit war im Folgenden nicht (nur) die Analyse
der Gesamtstadt, sondern eines Projektraums entlang der Zwickauer Straße, der
durch besondere Umbrüche gekennzeichnet ist: unzureichende Straßenzüge, erheblicher
Gebäudeleerstand, Mängel in der denkmalgeschützten Bausubstanz, aber auch städtebauliche Chancen durch den angrenzenden Grünraum, die gute ÖPNV-Anbindung und die Nähe der Ausfallstraße zum Stadtzentrum. In Gruppen begegneten die Studierenden
der komplexen Aufgabe, sich über ihren planerischen Hintergrund der Stadt und der
Zwickauer Straße zu nähern. Die angehenden Stadtplanerinnen und Stadtplaner gingen
dabei kreativ und planvoll zugleich vor. Der Kern des Studienprojektes bestand darin,
drei integrierte Entwicklungskonzepte zu erarbeiten, die alle städtischen Handlungsfelder
berücksichtigen sollten. Ausgehend von unterschiedlichen Entwicklungsszenarien (Stagnation, gemäßigtes Wachstum, Dynamik) wurden gemeinsam städtebauliche Lösungsansätze entworfen, die aufzeigen wie das bislang planerisch nicht berücksichtigte Gebiet in eine hoffnungsvollere Zukunft geführt werden kann.

Wolfsburg 2016

Ziel und Aufgabe der studentischen Tätigkeit war im Folgenden nicht (nur) die Analyse
der Gesamtstadt, sondern eines Projektraums entlang der Zwickauer Straße, der
durch besondere Umbrüche gekennzeichnet ist: unzureichende Straßenzüge, erheblicher
Gebäudeleerstand, Mängel in der denkmalgeschützten Bausubstanz, aber auch städtebauliche Chancen durch den angrenzenden Grünraum, die gute ÖPNV-Anbindung und die Nähe der Ausfallstraße zum Stadtzentrum. In Gruppen begegneten die Studierenden
der komplexen Aufgabe, sich über ihren planerischen Hintergrund der Stadt und der
Zwickauer Straße zu nähern. Die angehenden Stadtplanerinnen und Stadtplaner gingen
dabei kreativ und planvoll zugleich vor. Der Kern des Studienprojektes bestand darin,
drei integrierte Entwicklungskonzepte zu erarbeiten, die alle städtischen Handlungsfelder
berücksichtigen sollten. Ausgehend von unterschiedlichen Entwicklungsszenarien (Stagnation, gemäßigtes Wachstum, Dynamik) wurden gemeinsam städtebauliche Lösungsansätze entworfen, die aufzeigen wie das bislang planerisch nicht berücksichtigte Gebiet in eine hoffnungsvollere Zukunft geführt werden kann.

Wolfsburg 2016

Im Mittelpunkt des Studienprojektes stand die Auseinandersetzung mit den zwei innenstadtnahen Stadtteilen Laagberg und Wohltberg. Üppige Grünstrukturen hüllen die Gebiete im Sommer ein, zur laubfreien Jahreszeit dominieren überdimensionierte Straßenräume, schlichte Fassaden und fließende Räume. Die für jeweils rund 3.000 Einwohner geplanten Siedlungen weisen ähnliche Strukturen auf, stehen aber auch in Bezug auf die Funktionsfähigkeit der Stadtteilzentren in Konkurrenz zueinander. Es gibt ein Bündel von Problemstellungen und Herausforderungen: Der Wohnungsbestand ist in die Jahre gekommen, es fehlen attraktive Kommunikationsorte, in den Stadtteilzentren gibt es räumliche Mängel und Trading-Down-Prozesse. Es stellen sich Fragen der Aufwertung, Verdichtung und Umstrukturierung. Die Aufnahme in ein Programm der Städtebauförderung ist geplant.

Im Studienprojekt wurden integrierte Entwicklungskonzepte erarbeitet. Aus der Analyse ergaben sich die Bearbeitungsschwerpunkte für die Konzepte. Diese enthalten neben Aussagen zum Städtebau, Freiraum, Verkehr, Stadtraum und zur Stadtgestalt gleichermaßen Aussagen zu nicht investiven Aspekten der Stadterneuerung, zur Prozessgestaltung, zu den empfohlenen Instrumenten, Akteuren, Kooperationen, zur Bildung, Partizipation, Finanzierung und zu den sozialen Aspekten. Auch wenn die Gebiete keine räumliche Einheit bilden, können sie nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Einseitige Aufwertungen können zu einem Ungleichgewicht führen und einen Abwärtstrend an anderer Stelle nach sich ziehen. Eine wichtige Fragestellung war die Entwicklung der Stadtteilzentren.

Wulfen 2015

Im Sommersemester 2015 erarbeiteten die Studierenden ein integriertes Entwicklungskonzept für den Stadtteil Wulfen-Barkenberg in Dorsten (NRW). Es handelt sich um eine Modellstadtplanung der 1960er Jahre mit europäischer Bedeutung (damals „Neue Stadt Wulfen“). Die Nordwanderung des Bergbaus Ende der 1950er-Jahre brachte einen hohen Bedarf an Wohnraum mit sich, dem durch die Planung einer neuen „Idealstadt“ begegnet werden sollte. Allerdings verlor die Basis der Planung, der geplante enorme Ausbau des Bergbaus, rasch an Boden. Der Pioniergeist stand bald einer anderen Realität gegenüber und die auf Wachstum ausgerichtete Planung stand vor neuen Vorzeichen. Im Stadtumbau wurden seit 2007 zahlreiche Gebäude rückgebaut. Im Studienprojekt wurde ein integriertes Entwicklungskonzept für Wulfen-Barkenberg erarbeitet, das alle relevanten Handlungsfelder berücksichtigt. Auf eine Bestandsanalyse und ein Stärken- Schwächen-Profil (SWOT-Analyse) folgte eine Zukunftswerkstatt, aus der das Leitbild „Wulfen-Barkenberg neu orientiert – sozial, aktiv, grün“ hervorging. Auf Grundlage des Leitbildes wurden Konzepte, Maßnahmen und Vertiefungsbereiche erarbeitet, die sich programmatisch auf die Aufwertung und Stärkung des Stadtteils konzentrieren. Diese bezogen sich auf folgende Bereiche: Freiraum und Verkehr, Städtebau und Wohnen, Zentrum, soziales Leben und Beteiligung. Neben der städtebaulichen Ebene ging es gleichermaßen um Ideen für Kooperationen, Raumnutzungen, Beteiligungsprozesse und Finanzierungsinstrumente. Das integrierte Entwicklungskonzept zeigt vielfältige Potenziale für Wulfen-Barkenberg auf.

Mannheim Schönau 2014

Die integrierten Studienprojekte bilden den Kern des Studiums. vor dem Hintergrund einer sozial ausgewogenen, partizipativen Stadtentwicklung setzen die Studierenden sich mit konkreten planerischen Fragestellungen auseinander. Dabei arbeiten sie in interdisziplinär zusammengesetzten Teams mit einem hohen Grad an Selbständigkeit und Selbstorganisation. Am Ende des Semesters werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt und diskutiert. Die Studierenden haben sich im Sommersemester 2014 mit dem Stadtteil Schönau beschäftigt, dem nördlichsten Mannheimer Stadtteil mit rund 13.000 Einwohnern. Der Fokus lag auf der zukunftsfähigen Weiterentwicklung von Schönau-Nord (9.500 Einwohner). Ein Großteil der Bebauung in Schönau-Nord stammt aus den 1950er- bis 1980er-Jahren, darunter viele Wohnungen in Einfachstbauweise, die zur schnellen und kostengünstigen Linderung der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg in Zeilenbauweise gebaut wurden. Es gibt einen großen Anteil von Zwei- und Dreizimmerwohnungen, die – auch aufgrund ihres schlechten Zustands – nicht mehr marktgerecht sind und vielfach von einkommensschwachen oder arbeitslosen Menschen bewohnt werden. Ein großer Teil des Bestandes ist im Besitz der städtischen Wohnungsbautochter GBG.

Gegenstand des Studienprojektes war es, ein integriertes Entwicklungskonzept zu erarbeiten, das alle relevanten Handlungsfelder berücksichtigt. Am Beginn wurde eine Bestandsanalyse erarbeitet, die in ein Stärken- Schwächen-Profil (SWOT-Analyse) mündete. Es wurde an der Hochschule eine Zukunftswerkstatt durchgeführt und in einem Diskussionsprozess das Leitbild „Leben² auf der Schönau – ein Stadtteil vernetzt sich“ entwickelt.

Auf Grundlage des Leitbildes wurden Konzepte, Maßnahmen und Vertiefungsbereiche erarbeitet, die sich programmatisch auf die Aufwertung und Stärkung des Stadtteils konzentrieren. Diese bezogen sich auf folgende Bereiche: Städtebau, Wohnen und Freiraum, Stadtteilzentrum und Ökonomie, Bildung, Soziales und Partizipation sowie das Querschnittsthema Image. Neben der städtebaulichen Ebene ging es gleichermaßen um Ideen für Kooperationen, Raumnutzungen, Beteiligungsprozesse und Finanzierungsinstrumente. Im Ergebnis ist deutlich geworden, dass die Studierenden im untersuchten Stadtgebiet vielfältige Potenziale sehen.

Die integrierten Studienprojekte im Master Stadtplanung setzen sich mit konkreten Aufgabenstellungen auseinander, um ein anwendungsorientiertes Studium zu ermöglichen. Es ist uns aber auch sehr wichtig, an der Hochschule Raum zu schaffen für kreative und auch visionäre Ideen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht realisierbar sind. Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – kommt es zu Synergieeffekten: Die Stadt und die Akteure vor Ort profitieren von den Ideen von außen und die Studierenden erarbeiten kreative Konzepte für konkrete, potenzielle Stadterneuerungsgebiete. Prof. Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp


Nürnberg, VIELFALT FÜR DEN SÜDEN – EIN QUARTIER KNÜPFT AN 2013

Gegenstand des Studienprojekts war ein Teilbereich des Nürnberger Südens: Gibitzenhof und Steinbühl West. Parallel zur Bestandsaufnahme und -analyse haben sich die Studierenden mit den Zielen der integrierten Stadtteilentwicklung in Nürnberg auseinandergesetzt.Die Bestandsanalyse mündete in ein Stärken- Schwächen-Profil (SWOT-Analyse). Es wurde an der Hochschule eine Zukunftswerkstatt durchgeführt und in einem Diskussionsprozess ein Leitbild entwickelt.Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Studierenden im untersuchten Stadtgebiet vielfältige Potenziale sehen.

Auf Grundlage des Leitbiles "Vielfalt für den Süden – ein Quartier knüpft an" wurden Konzepte, Maßnahmen und Vertiefungsbereiche erarbeitet, die sich programmatisch auf die Aufwertung und Stärkung des Stadtgebietes konzentrieren. Dabei geht es um die Bereiche Soziales und Beteiligung, Wohnen, Mobilität, Ökonomie, Freiraum und Grün sowie die Querschnittsthemen Energie und Identität. Neben der städtebaulichen Ebene ging es gleichermaßen um Ideen für Kooperationen, Raumnutzungen, Beteiligungsprozesse und Finanzierungsinstrumente.

München, Bayernkaserne 2012

Servus!

Stadterneuerung umfasst vielfache Facetten der Stadtplanung. Stadterneuerung bedeutet Wandel, Veränderung, Transformation, Anpassung: Nutzungswechsel, neue Stadträume, neue Bewohner, neue Quartiere entstehen, alte Nutzungen weichen, Beziehungen entstehen, Nachbarschaften werden gebildet, Qualitäten, Erschließungen, bebaute Räume, Freiräume, neue Kontexte, neue Kulturen, Lebensraum, Heimat, ... die Anpassung urbaner Räume an sich stetig verändernden Bedarf und Bedingungen.

Die Aufgabenstellung im Integrierten Studienprojekt Stadterneuerung möchte zur Debatte um urbane Themen beitragen.
Ausgangspunkt ist dabei eine real anstehende Thematik, die Konversion der ehemaligen Bayernkaserne an der Heidemannstrasse in München. Gemeinsam erarbeiten wir unter Berücksichtigung stadtplanerischer Zielrichtungen, unterschiedliche Haltungen, wir entwickeln Arbeitsmethoden, formulieren die Parameter der Stadterneuerung, entwerfen Szenarien, debattieren und präsentieren diese.
Die Auswahl der Aufgabe, der reale Hintergrund und die Komplexität des Kontexts erfordern ein hohes Engagement und eine interdisziplinäre, teamorientierte Arbeitsweise.

Die ehemalige Bayernkaserne ist im Stadtteil Freimann gelegen, am nördlichen Stadtrand Münchens. Der Kontext ist sehr heterogen geprägt, unterschiedlichste Nutzungen und Strukturen und Typologien grenzen hier direkt aneinander: Ehemaliges DB-Ausbesserungswerk, Wohngebiet Heidemannstrasse, Euroindustriepark, BMW, Nordheide, Panzerwiese, ...
Die Bayernkaserne im Münchner Norden ist eines der letzten Kasernenareale im Stadtgebiet, die der Bund aus der militärischen Nutzung bereits entlassen hat und von der Stadt München erworben wurde. Die ehemalige Kaserne umfasst ein rund 48 Hektar großes Areal südlich der Heidemannstraße. Für die Stadtentwicklung im Münchner Norden bietet sich hier ein herausragendes Entwicklungspotenzial. Es handelt sich um eine der größten zusammenhängenden und überplanbaren Flächen im Münchner Stadtgebiet.

Auf dem Areal soll künftig ein attraktives, dichtes, urbanes Wohnquartier mit rund 3.000 Wohnungen und vernetzten Grünbereichen entstehen. Als städtebauliche und grünordnungsplanerische Ziele ist überwiegend Wohnnutzung (allgemeines Wohngebiet) beabsichtigt, mit dem daraus resultierenden Bedarf an Infrastruktur, Erschließung, Nahversorgung, Grün- und Freiflächen. In der Umgebung sind kaum öffentlichen Grün- und Freiflächen vorhanden, daher soll innerhalb des Quartiers eine ausreichende Versorgung mit Erholungsflächen und Freiräumen entwickelt werden, die zugleich mit der Umgebung vernetzt sind.

Welcher Charakter soll innerhalb des Quartiers erreicht werden? Wie wird der Ort „gelesen“? Wie ist das Verhältnis von Quartier zu Gesamtstadt? Welches Bild eines nachhaltig orientierten Stadtteils ist vorstellbar? Welche Dichte erscheint verträglich? Stadt oder Siedlung? Kompakt oder individuell? Wie kann eine Ressourcen schonende Erschließung entwickelt werden? Welche Wohnformen sind vorstellbar? Welche Beziehungen werden zum umgebenden Kontext aufgebaut?

Berlin Spandau, 2011

Die HFT Stuttgart hat mit dem Studienprojekt zur Wilhelmstadt in Berlin Spandau einen kreativen und zugleich impulsgebenden Beitrag zum sozialverträglichen Aufwertungsprozess des Stadtteils und zu den von städtischer Seite betriebenen Planungen und Maßnahmen für die Wilhelmstadt gegeben. Die Aufgabe des Studienprojektes bestand darin, für die Wilhelmstadt die vorliegende Bestandsanalyse zu vertiefen und eine Stadterneuerungskonzeption zu entwickeln. Im Rahmen einer Stärken- und Schwächen-Analyse sowie einer Zukunftswerkstatt wurden die Potenziale des Stadtteils ermittelt und weiterentwickelt. Da das Quartier nahe dem Zentrum und dem Bahnhof Spandau liegt, also eine ähnliche Lage zur Altstadt Spandau aufweist wie Prenzlauer Berg zu Mitte, sollte eine Neu-Interpretation der Lagequalitäten und Nutzungen erfolgen. Brüche in der Stadtgestalt mit wenig weiterentwickelbarem Städtebau und Gebäuden weisen auf Umbaupotenziale entlang der Hauptverkehrsstraße Klosterstraße hin. Der Zugang zur Havel sollte verbessert werden. Für das Wohnquartier mit seinen teilweise denkmalwerten Ensembles sollten Erneuerungsstrategien entwickelt werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Aufwertung der Einkaufsstraße Pichelsdorfer Straße, die mit Leerstand und Abwertungstendenzen zu kämpfen hat. Das Studienprojekt wurde finanziell gefördert durch das EU-Interreg-Projekt „MANDIE – Management of District-Centres in Northwest-Europe“. In diesem Kontext ging es darum, neue Ansätze des Stadtteilzentren-Managements und von Akteursstruktur-Modellen aufzuzeigen sowie um die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Initiierung von „Low-Budget-Projekten“. Die Studierenden haben großes Engagement gezeigt. Auf der Exkursion, bei der Zukunftswerkstatt und in der Ausarbeitung in Stuttgart wurden sehr interessante Projektergebnisse erzielt.