Wahlfächer / Wettbewerbe / Workshops

Lehrinhalte

Der Master-Studiengang zeichnet sich durch einen breiten Katalog an Wahlfächern aus und bietet den Studierenden die Möglichkeit an Wettbewerben und Workshops teilzunehmen. In Kooperation mit Fachrichtungen wie Architektur, Projektmanagement, Bauingenieurwesen sowie anderen Hochschulen und Partnern aus der Praxis können unterschiedliche Themenbereiche vertieft werden. Dazu gehören städtebauliche Wettbewerbe z.B. in Kooperation mit der Stadt Stuttgart, Planungsverbänden, Stiftungen, der Wohnungswirtschaft oder anderen Partnern. Regelmäßig werden Exkursionen und Workshops mit Partnerhochschulen im Ausland angeboten. Die Studierenden können in diesen Projektarbeiten ihre spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen, weiterentwickeln und ihr Profil schärfen.

Interkulturelle Kompetenz

Der Master-Studiengang ist explizit anwendungsorientiert, Workshops und Exkursionen sind daher integraler Bestandteil der Ausbildung. Insbesondere in den Studienprojekten werden häufig Workshops, Vor- Ort-Analysen und kleine Exkursionen angeboten. In den Wahlfächern werden spezielle Fragestellungen vertieft, Wettbewerbe bearbeitet und es werden mehrtägige Workshops vor Ort durchgeführt. Im dritten Semester findet eine Exkursion zu International Best Practice statt, z. B. nach Manchester, Amsterdam, Berlin oder Krakau, dabei werden auch die Kontakte zu den Partnerhochschulen intensiviert. Dies alles stärkt die interkulturelle Kompetenz und die Praxisorientierung der Studierenden.

Hongkong Workshop

Die engen internationalen Kontakte konnten auch 2017  intensiviert werden. Schwerpunkt war die neue Kooperation mit der Universität Honkong, aufgebaut von Prof. Dr. Kurth. 2015, 2016und 2017 fand in Hongkong und Stuttgart ein Workshop mit Studierenden aus den Master-Studiengängen Architektur und Stadtplanung der HFT sowie Studierenden der Universität Honkong zum Thema öffentlicher Raum statt. Die Kooperation mit der Universität Hongkong wird von 2014-2017 durch das akademische Austauschprogramm der BW-Stiftung zum Thema Designing public space gefördert. Der Austausch in der Lehre wird ergänzt durch zwei Doktorandenstipendien für HFT-Absolventen.

Inside/Outside - Gateway to Stuttgart West - deutsch-polnischer Studierenden-Workshop

An einem sonnigen Nachmittag im April trafen sich Studierende der Architektur und Stadtplanung der Polytechnika Wroclawska und der Hochschule für Technik auf dem Schlossplatz zu einem Rundgang durch die Stuttgarter City. Mit der Stadtführung begann der zweite Studierenden-Workshop innerhalb des Forschungsprojekts „Strategien integrierter Stadterneuerung für Wroclaw und Stuttgart“, das seit Oktober 2015 läuft und im Juli 2017 abgeschlossen wird. Die Mittel für dieses Projekt kommen von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung, der Knödler-Decker-Stiftung, der Stadt Wroclaw und der Stadt Stuttgart. Eine Gruppe Studierender der HFT besuchte im November 2016 für fünf Tage Wroclaw. Gemeinsam mit polnischen Kommilitonen wurden ausgewählte Bereiche in Przedmiescie Olawskie bearbeitet. Der Stadtteil mit seiner gründerzeitlichen Blockrandbebauung stammt aus der zweiten Hälfte des 19. und vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Vier deutsch-polnische Arbeitsgruppen erfassten in einer städtebaulichen Analyse die Stärken, Schwächen, Risiken und Potenziale. Bei der Bearbeitung der Erneuerungskonzepte wurden folgende Themenbereiche berücksichtigt: Modellierung des Stadtraums durch Erhalt, Abriss, Ergänzung oder Neuerrichtung von Baukörpern, Mobilität, Gestaltung der Blockinnenbereiche und Straßenräume, soziale und kulturelle Infrastruktur sowie Ablauf partizipativer Prozesse.
Beim Gegenbesuch der Studierenden in Stuttgart wurden diese Themenbereiche für vergleichbare Baublöcke im Stuttgarter Westen erarbeitet. Um urbane Lebensqualität in der Stuttgarter Kessellage auch in Zukunft zu erhalten, wurden die Themenbereiche um die Abwägung zwischen notwendiger Klimaanpassung und möglicher Nachverdichtung erweitert. Bei der Abschlusspräsentation waren Vertreter des Amtes für Stadtplanung und Stadterneuerung sowie Mitglieder des Bezirksbeirats West so beeindruckt, dass die Studierenden eingeladen wurden, ihre Arbeiten in der Bezirksbeiratssitzung am 20. Juni im Bürgerzentrum West öffentlich vorzustellen. Der Workshop wurde offiziell mit einer Besichtigung der Weißenhofsiedlung beendet.

Stadt und Raum - Urbane Refugien für den zeitgenösssichen Stadtmenschen

Raum! Alles ist Raum; überlagert sich; transformiert sich. Hier ging es nicht um den gebauten Raum allein; vielmehr um die subjektive Raumwahrnehmung eines jeden einzelnen Individuums. Aus der Komplexität des Raumes, greifen wir uns einen kleinen Baustein heraus; den, der Schutzräume. Von der These ausgehend, dass der Mensch in einem höhlenähnlichen Raum entsteht, sich dieser Raum transformiert zum Schutzraum von Mutter und Kind und sich der Mensch im Laufe seines Lebens weitere Räume des Schutzes sucht, da er ein Grundbedürfnis nach Geborgenheit hat und dies im Kontext steht, zu dem zeitgenössischen Menschen, der wie nie zuvor in der Öffentlichkeit steht, wollten wir eine Brücke schlagen von einer stadtplanerischen hin zu einer philosophischen und künstlerischen Auseinandersetzung im Zuge einer ganzheitlichen Sichtweise auf das Entwerfen von Stadt und Raum. Welcher Raum gibt dir das Gefühl von Geborgenheit? Wie sieht dieser Raum aus? Wie fühlt er sich an? Welche Materialität besitzt er? Wie ist er gestaltet? Welche Anforderungen hast du an diesen Raum? Das waren die ersten Fragen, mit denen sich die Studierenden im Seminar auseinandersetzten. MY SPACE lautete die erste von insgesamt vier Aufgaben, die die Studierenden bearbeiteten. Neben dem Entwurf eine Schutzraumes für einen Obdachlosen - HIS SPACE - auf dem HFT Campus und dem Vorstellen einer Materialprobe, stand eine Intervention im Mittelpunkt des Seminars. Input erfolgte durch Vorlesungen zu den Themen Raum und Theorie, Raum und Schutz, Raum und Material, Raum und Wahrnehmung und Raum und Urbanität, an die jeweils im Anschluss

Cannstatter Felderwelten

Der Cannstatter Marktplatz ist einer der letz­ten in Baden-Württemberg, auf dem überwiegend Autos parken. Obgleich ein Wochen­markt zeitweise den Platz belegt, hat man sich bisher nicht dazu durchringen können, parkende Autos komplett zu verbannen. Die Sanierung des alten Rathauses gab den An­stoß, den „autofreien Marktplatz“ wieder zum Thema zu machen. Die Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart entwickelte in Kooperation mit dem EU-Projekt MANDIE („Managing District Centres in Northwest Europe“), das sich mit der Revitalisierung von Stadtteilzentren be­fasst, eine Lehrveranstaltung zum Thema im Master Stadtplanung. In dem Wahlfach wur­de praktisch ausprobiert, wie es wäre, wenn der Marktplatz eine neue Rolle innerhalb des Stadtbezirks zugewiesen bekäme. Nach einer Analysephase wurden Visionen und Ideen für eine ganztägige Bespielung des Platzes am 10. 06.2011 entwickelt, diskutiert und konkretisiert. Schließlich wurde das Konzept „Cannstatter Felderwelten – eine Parkplatzparodie in 31 Akten“ umgesetzt. Dabei wurden die 31 bestehenden Park­plätze für einen Tag in Aktionsfelder ver­wandelt, die auf spielerische Weise Denk­anstöße für eine andere Platznutzung geben. Jedes Feld wies einen konkreten Bezug zum Ort auf oder bezog ansässige Akteure (Einzelhändler, Gastro­nomie, Dienstleister) ein. Neben der Gestaltung ihrer Felder zu einem vorgegeben Budget übernahmen die Studierenden auch Aufgaben wie Organisation, Kommunikation, Kostenkontrolle und Marketing. Die 4- stündige Aktion fand positive Resonanz im Stadtteil.

Stuttgart Berg

This project is the first tri-national workshop in May 2011, with the participation of Istanbul Technical University (ITU), Istanbul Aydin University (IAU), Cracow University of  Technology (CUT) and the University Of Applied Sciences in Stuttgart (HFT). Thus, each of the universities could contribute its special perspective and strength, allowing the students to experience different viewpoints and design approaches within the teams. In the past, the functional aspects of water like transportation, nourishment, fortification or generation of energy were of great importance, which led to the foundation of numerous towns and cities on the banks of rivers, lakes or the sea. But at the same time, water remained a threatening element: the settlements had to be protected from its harmful potential, thus they rarely opened to the water but merely tried to turn away from it. Nowadays we discover the qualities which are unique to water in the city: water opens up the density of the central spaces and adds its special athmosphere to the image of the city – thus providing a highly demanded quality for high-standard living and working. As a consequence, we witness a new trend of urbanism trying to orient the urban tissue towards the water. The subject of the workshop “Stuttgart Waterfront” is to imagine an concept for this area along the river. The basic question is whether it is possible to expand the urban tissue of Stuttgart towards the river and create a lively urban district of high quality – in spite of many unfavorable prevailing conditions: a heavily used road on the immediate river bank, a difficult topographic situation as well as an inconvenient shape of the area to be planned for.

Stuttkarten

Ziel des Seminars „Stuttkarten“ im Sommer­semester 2010 war es, auf neuen Wegen in die Stadt Stuttgart einzutauchen. Die Studieren­den näherten sich der Stadt erkundend, deutend, abbildend und kartierend und setzten sich mit kreativen Methoden der Bestandserhebung, -analyse und -darstellung auseinander. „Survey before plan“ ist eine der ersten und wichtigen Regeln der Stadtplanung. Die Studierenden haben für einen Themenaus­schnitt ihrer Wahl einen Beitrag zu diesem Atlas erarbeitet, in dem es um die Standorte und Räume alltäglicher Lebensvollzüge in Stuttgart geht: Wo wird gelernt und wo gearbeitet? Wo getanzt und wo gekickt? Wo wird gebetet und wo wird gefeiert? Wo eingekauft und konsumiert? Wo wird die Frei­zeit verbracht? Wo übernachten die Stuttgarter, die keine Wohnung haben? Die Studierenden konnten durch Vorträge und Übungen lernen, wie man Phänomene in der Stadt erkennt, erfasst, analysiert und dar­stellt. In Zweiergruppen erstellten sie die Kartierungen für die Stadt Stuttgart und führten die dafür nötigen Erhebungen, Analysen, Auswertung und Darstellungen durch. Die Untersuchungsschwerpunkte der Kartierung wurden mit den Studierenden gemeinsam erarbeitet. Vieles war möglich. Dabei ging es auch um folgenden Fragen: Was soll mit welchen Mitteln dargestellt werden? Welche Kriterien sind dabei anzulegen? Das Seminar war eine gemeinsame Veranstaltung des Master-Studiengangs Stadtplanung der Hochschule für Technik Stuttgart und des Städtebau-Instituts der Universität Stuttgart. Als Produkt ist dieser Seminarbericht zur „Topographie des Stuttgarter Alltags“ entstanden.