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BaWüLabs ziehen erste wissenschaftliche Zwischenbilanz <<

Mit insgesamt 15 RealLaboren im Land ist Baden-Württemberg international führend bei dieser neuen Form von Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung, auch die HFT Stuttgart ist mit „EnSign – klimaneutraler Innenstadtcampus“ von Anfang an dabei. Die sieben Projekte der ersten Runde zogen mit den Begleitforschern aus den Universitäten Basel und Lüneburg sowie dem ISOE Frankfurt eine erste wissenschaftliche Bilanz zur Halbzeit. Eingeladen wurden auch internationale Experten wie Dr. Andrew Karvonen (University of Manchester) und der Präsident des Wuppertal Instituts, Prof. Dr. Uwe Schneidewind (per Videoschalte von einer Real-Labor-Konferenz in Frankreich). Das Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (ZNE) der HFT Stuttgart war Gastgeber.

Wissenschaftler aus den sieben BaWüLabs präsentierten Einsichten in den aktuellen Verlauf der Projekte und lieferten schon erste Hinweise: transdisziplinäre Prozesse verursachen sehr hohen Kommunikations- und Koordinierungsbedarf, der leicht unterschätzt (und unterbudgetiert) wird. (Forschungs-)Interessen von zivilgesellschaftlichen Partnern und Wissenschaftlern sind nicht immer zur Deckung zu bringen, die Rahmenbedingungen zivilgesellschaftlicher Kooperation nicht immer kompatibel mit Eigenlogiken und Abläufen wissenschaftlicher Institutionen oder der gängigen Antrags- und Bewilligungsformate. Sichtbar wurde aber auch, dass viele Beteiligte der RealLabore riesiges Engagement in die Überwindung von solchen Hindernissen investieren.

Die hinzugezogenen Experten vertieften in sechs Workshops weitere Fragestellungen: die Aufgabe von Wissenschaftlern in RealLaboren als Akteure von gesellschaftlicher Transformation und /oder Erzeuger von wissenschaftlicher Evidenz; die Rolle von zivilgesellschaftlichen Akteuren/Pionieren des Wandels für RealLabore; Methoden zur Integration des heteronomen Wissens in transdisziplinären Projekten; Rollenkonflikte in RealLaboren; die wissenschaftstheoretische Reflexion dieser neuen Art von Forschung; RealLabore als Lern-Räume.

Ein abschließendes Panel der Experten beleuchtete die hier sichtbar gewordenen Potentiale, aber auch Grenzen von RealLaboren und diskutierte über Verbesserung von Rahmenbedingungen, Verbesserung der Professionalität, die mögliche Zukunft von Reallaboren. Abschließend gab Herr Wagner für das MWK einen Ausblick auf die weiteren Schritte der Begleitforschung und Evaluation für die BaWüLabs.

Dr. Michael Kalff (michael.kalff@hft-stuttgart.de)