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Von Euler bis hin zum Rechnen in parallelen Welten <<

Am 18. November 2016 öffnete die Hochschule nun schon zum 22. Mal ihre Pforten für den Mathematikertag. In ihrer Begrüßung richteten Prof. Rainer Franke, Rektor der HFT Stuttgart und Prof. Dr. Harald Bauer, Studiendekan des Bachelor-Studiengangs Mathematik den Blick auf die zahlreichen Ereignisse und Entwicklungen des vergangenen Jahres an der Hochschule und insbesondere im Studiengang Mathematik.

Den Schwerpunkt des Nachmittags bildeten die zwei mathematischen Vorträge von Prof. Dr. Jürgen Fischer, über viele Jahre eine prägende Gestalt im Bereich der Mathematik an der HFT, und Dr. Jan-Philipp Weiß von der COMSOL AB in Schweden.

Der „unvergleichliche“ Leonhard Euler

Mit dem Titel „Der "unvergleichliche" Leonhard Euler“ brachte Prof. Dr. Jürgen Fischer dem Publikum das Leben des berühmten Mathematikers Leonhard Euler näher. Von der Geburt Eulers im Jahre 1707, über seine Zeit in St. Petersburg bis zu seinem Tod 1783 begeisterte Fischer mit ausgewählten Zeilen aus Eulers Biographie die Teilnehmer. Doch was machte Euler so „unvergleichlich“? War es seine unvergleichliche Produktivität trotz zunehmender Blindheit? Oder war es seine bescheidene und umgängliche Persönlichkeit, obwohl er zuweilen auch leicht aufbrausen konnte, um sich dann rasch wieder zu beruhigen? Vielleicht war es auch die unvergleichliche Verehrung die der berühmte Mathematiker Johann Bernoulli in einem Brief an Leonhard Euler mit der Anrede „Dem unvergleichlichen Leonhard Euler, dem Fürsten unter den Mathematikern“ zum Ausdruck brachte.

Vom Rechnen in einer parallelen Welt

Im Anschluss daran stellte Dr. Jan-Philipp Weiß von der COMSOL AB in Schweden seinen Vortrag mit dem Titel „Vom Rechnen in einer parallelen Welt“ vor. Den rasanten technologischen Fortschritt der letzten Jahre haben wir Prozessoren zu verdanken, die immer leistungsfähiger wurden. Diese Entwicklung wird sich künftig deutlich abschwächen, da man bereits jetzt bei der Prozessorentwicklung in atomare Bereiche vorstößt. Deshalb richtet sich der Fokus immer stärker auf Mehrprozessor-Technologien. Ein Parallelrechner oder auch Supercomputer ist ein Computer, in dem Rechenoperationen gleichzeitig auf mehrere Prozessoren (CPU‘s) verteilt werden, um die Arbeitsgeschwindigkeit zu erhöhen. Für die optimale Nutzung eines Supercomputers muss die Programmierung deshalb möglichst genau auf die einzelnen, parallel arbeitenden Prozessoren abgestimmt werden. Diese Supercomputer werden häufig für numerische Simulationen im Bereich des Hochleistungsrechnens eingesetzt. Durch vielfältige und anschauliche Beispiele zeigte Dr. Weiß dem Publikum, wie sich durch Parallelisierung einerseits bereits einfache Aufgaben sehr viel schneller meistern lassen und welches Umdenken andererseits bei der Entwicklung von Algorithmen und Lösungsverfahren hierfür notwendig ist.

Preise für herausragende Studienleistungen

Im Anschluss an die Vorträge wurden Preise an Studierende mit hervorragenden Studienleistungen überreicht. Für den Finbridge Förderpreises waren Madalena Beck, Büsra Delibalta, Seongkyeong Kim und Dennis Sölch nominiert. Mit dem Preis ausgezeichnet wurden Seongkyeong Kim und Dennis Sölch. Der Preis der Versicherungsgesellschaften im Raum Stuttgart für den besten Abschluss im Bachelor-Studiengang Mathematik im Sommersemester 2016 ging an Bianca Lamm.

Zur Abrundung des offiziellen Teils der Veranstaltung löste Prof. Dr. Jürgen Fischer sehr gekonnt und anschaulich die mathematische Preisaufgabe auf, und Prof. Dr. Paul-Georg Becker moderierte ein Gespräch mit Absolventen des Master-Studienganges Mathematik, das der aktuellen Generation von Studierenden einen Eindruck vom Berufsbild eines Mathematikers vermittelte.

B.Sc. Anton Zugarev (anton.zugarev@hft-stuttgart.de), Prof. Dr. Harald Bauer (harald.bauer@hft-stuttgart.de)