Selbstverständnis und Leitbild

Definition Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung ist inzwischen in vielen Bereichen ein Modewort geworden. Was ist aber konkret darunter zu verstehen?

„Es sollen nicht mehr Bäume gefällt werden, als neue nachwachsen“ – diese Definition von „Nachhaltigkeit“ feierte 2013 ihr 300-jähriges Jubiläum. Doch seit den Zeiten von Hans Carl von Carlowitz, der das Prinzip im Jahr 1713 zum ersten Mal erwähnte, ist die Welt komplexer geworden und mit ihr auch der Nachhaltigkeitsbegriff. Bei dem heutigen Begriffsverständnis geht es bei Nachhaltiger Entwicklung längst nicht mehr nur um Forstwirtschaft, sondern um die Vereinbarkeit von Ökonomie, Ökologie und Sozialem im Hinblick auf die Frage, wie wir „den Bedürfnissen der heutigen Generation“ entsprechen können, „ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden“.[1]

Von einem „Prinzip aus dem Wald“ zu einem umfassenden Verständnis von Nachhaltiger Entwicklung

Bei Nachhaltiger Entwicklung geht es demnach um Gerechtigkeit innerhalb einer Generation (= intergenerationell) und zwischen den Generationen (= intragenerationell).[2] Das Spannungsfeld ist groß: Wachsende Staatsverschuldung, demografischer Wandel, Ressourcenknappheit, Armut, Klimawandel oder der Verlust von Biodiversität sind nur einige Stichworte. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung, ein Beratungsgremium der Bundesregierung, fasst die Problematik pointiert zusammen: „Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“[3]

Unser Orientierungsrahmen

Die HFT Stuttgart möchte Nachhaltige Entwicklung im Sinne einer Generationengerechtigkeit leben und umsetzen – dazu hat sie sich im Struktur- und Entwicklungsplan verpflichtet.

Ökonomie und Ökologie werden nicht als Gegensätze verstanden. Ökologische, gesellschaftliche und finanzielle Ressourcen sind gleichermaßen knapp, deshalb muss mit ihnen im Sinne des altgriechischen Oikos (Haushalt) „hausgehalten“ werden. Als ethische Grundlage für dieses Verständnis von Nachhaltiger Entwicklung dient das von Albert Schweizer entwickelte Prinzip der „Ehrfurcht vom Leben“: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“[4] Diese ethischen Leitlinien sollen der HFT Stuttgart in ihrer Entwicklung als Orientierungsrahmen dienen.
Weiterführende Informationen [5]

Die gemeinsame Entschließung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) aus dem Jahr 2010 betont die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen in diesem Kontext mit einem Verweis auf den Artikel 20a des Grundgesetzes. Sie ist die Grundlage unserer Nachhaltigkeitsstrategie.
Weiterführende Informationen [6]

[1] Quelle: www.bne-portal.de/was-ist-bne/grundlagen/nachhaltigkeitsbegriff/
[2] Quelle: Tremmel, J. (2004), S. 32
[3] Quelle: www.nachhaltigkeitsrat.de/nachhaltigkeit/
[4] Quelle: Kultur und Ethik, München 1923/1990, S. 330f.
[5] Leitartikel Stallgeflüster 37 (März 2012), S. 2-4
[6] www.hrk.de/positionen/gesamtliste-beschluesse/position/convention/hochschulen-fuer-nachhaltige-entwicklung/