Geschichte

Egle.jpg Joseph von Egle
History_19Jahrhundert.jpg Historischer Egle-Bau

Von der Winterschule zur Höheren Bauschule

1832 Gründung der Winterschule für Bauhandwerker
Die Schule sollte es Bauhandwerkern ermöglichen, im Sommer der praktischen Ausübung ihres Handwerks nachzukommen und sich im Winter, während die Bautätigkeit ruhte, weiterzubilden. Bis 1840 war die Winterschule mit der Sonntagsgewerbeschule vereint und im Kavaliersbau an der unteren Königstrasse gegenüber dem Marstall untergebracht.
1845 Umbenennung in Winterbaugewerkeschule
Die Einrichtung wurde selbstständig geführt mit einer Studierendenzahl von 107, damals noch Teilnehmer genannt. Sie zog in einen Flügel der „Legions-Caserne“ an der Marienstraße. 1858 stieg die Zahl der Studierenden auf 251 und 1862 bereits auf über 500. Joseph von Egle (1818 – 1899) wurde 1848 Direktor. Als Architekt und Hofbaumeister erhielt er hohe Ehrungen und zahlreiche Auszeichnungen, außerdem wurde er in den persönlichen Adelsstand erhoben.
1865 Dekret für die Königliche Baugewerkeschule
Aufgrund der steigenden Studierendenzahl und zur besseren Ausnützung des Lehrpersonals wurde zum ersten Mal im Sommer- und Wintersemester „in fünf je halbjährigen Cursen“ unterrichtet. Gleichzeitig wurde eine Geometerschule eingerichtet. Die Schule erhielt das Vorschlagsrecht für die Berufung von Hauptlehrern als Professoren, die vom König ernannt wurden.
1869 Umbenennung in Königliche Württembergische Baugewerkeschule
Eine weitere Fachschule für Maschinenbauer kam hinzu, die 1912 als selbstständige Maschinenbauschule nach Esslingen verlegt wurde, der Kern der dortigen Hochschule.
1873 Fertigstellung des historischen Egle-Baus
Der historische Egle-Bau (heutiger Bau 1) wurde zwischen 1867 und 1873 am Stadtgarten durch Joseph von Egle erbaut. Kurze Zeit nach Abschluss der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass der Neubau bereits wieder zu klein war.
1900 Bauerweiterungen
Nachdem die Zahl der Schüler auf 800 angewachsen war, erfolgte unter Direktor Karl Walter (1834 – 1906), dem Nachfolger Egles, die Erweiterung des Schulgebäudes durch den Anbau von Seitenflügeln im Neorenaissancestil des Altbaus. Damit blieb die formale Einheit gewahrt.
1906 Reformen im Lehrplan
Unter Professor Paul Schmohl (1870 – 1946), der ein bekannter Architekt war, und der Schule bis 1935 vorstand, kam es ab 1906 zu einer Neuausrichtung des Lehrplans. Zur Aufnahme des Studiums musste eine Vorpraxis und zur Ablegung des Staatsexamens eine zweijährige Zwischenpraxis nachgewiesen werden.
1918 Größte Bauschule Deutschlands
Mit 923 Studierenden war die Königlich Württembergische Baugewerkeschule die größte der damals 67 Bauschulen in Deutschland.