Master-Thesen

Der Klang der Räume

Sound Design als atmosphärisches Gestaltungsmittel in der Innenarchitektur

Geräuschen und Klängen wird in der Innenarchitektur bisher wenig Beachtung geschenkt. Meistens werden sie lediglich negativ als ›Lärm‹ gekennzeichnet, den es zu vermeiden gilt. Diese Betrachtungsweise zeigt sich auch in der fortschreitenden Entwicklung der Lärmschutznormen.

Dass dieser Ansatz der Komplexität des Themas nur teilweise gerecht wird, zeigt sich daran, dass sich die Lärmschutznormen lediglich auf messbare Werte stützen und die individuellen Anforderungen und Bedürfnisse der einzelnen Nutzergruppen außer Acht lassen.
Hier knüpft diese Thesis an, in dem sie Geräusche und Klänge nicht grundsätzlich negativ als ›Lärm‹, sondern als ein raumgestaltendes Element betrachtet. In anderen Bereichen ist die bewusste Gestaltung von Geräuschen schon lange fester Bestandteil. Die Arbeit beschäftigt sich daher zum einen mit dem Mensch als Hörer in Bezug auf Wohlbefinden, Orientierung, Erinnerung und Assoziation und den physikalischen Eigenschaften des Klangs. Zum anderen mit dem aktiven Sound Design von Produkten, der Tongestaltung im Film, aber auch mit dem Klang als Gestaltungsmittel in der Architektur und Kunst.

Aus der Analyse dieser Themenfelder ist ein Tondrehbuch entstanden, welches als Handbuch für Innenarchitekten gedacht ist und neue Herangehensweisen im Umgang mit der innenarchitektonischen Klanggestaltung ermöglicht. Der Innenarchitekt schlüpft dabei in die Rolle eines Regisseurs der Klänge und Geräusche. Als Regisseur analysiert er die Klangumwelt und arbeitet mit verschiedenen Tools. Er baut das Set auf und entwickelt unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Hörers den Raumklang. Ziel ist es eine Klangatmosphäre zu schaffen, die der Hörer bewusst oder unbewusst erleben kann. Darüber hinaus werden mit Hilfe des Tondrehbuchs erste Szenarien entwickelt, die Klang als atmosphärisches Gestaltungsmittel einbeziehen.


Teresa Restle, IMIAD Absolventin Sommersemester 2016