Studentische Projekte

„Klasse Schule“

Schule beschäftigt uns alle, nicht nur Schülerinnen und Schüler, auch Eltern, Pädagogen und Politiker. Schulreformen der vergangenen Jahre erfordern neue Räume für Kleingruppen und das individuelle Lernen, Computerarbeitsplätze, Aufenthalts- und Speiseräume, die den pädagogischen Konzepten und Methoden des 21. Jahrhunderts entsprechen. Nur wenn Schulen zu Lern- und Lebensorten werden, an denen Kinder lustvoll lernen, trägt Schule dazu bei, den Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft zu begleiten. „Klasse Schule“ stellt zeitgenössische Schulbauten in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika vor – Architekturen, die sehr gut mit der regionalen Bau- und Lebensweise harmonieren oder partizipativ zusammen mit Lernenden und Lehrenden entstanden
sind.

Das Spektrum reicht von der Einklassenzimmer-Schule auf Booten über klimafreundliche Schulen aus Lehm und Bambus bis hin zu High-Tech-Schulgebäuden (fast) ohne Wände. Neben 20 internationalen Beispielen, die seit dem Jahr 2000 entstanden sind, werden einige historische Schulbauten thematisiert - wie Walter Spickendorffs Waldschule in Berlin, Arne Jacobsens Munkegårdskole in Gentofte über Hassan Fathys Schule in Fares und Decio Tozzis Escola Jardim Ipé bei São Paulo bis hin zum Waldorf-Ensemble in Stuttgart.

Im Rahmen eines internationalen, hochschulübergreifenden Projekts entwickelten Studierenden des IMIAD in Zusammenarbeit mit der ifa-Galerie Stuttgart die Ausstellungsarchitektur. Das Sortierungsprinzip der Inhalte orientiert sich am kleinsten gemeinsamen Nenner, die alle Schulen auf der Welt gemein haben: die Kinder lernen dort das Alphabet. Der Ausstellungsraum wird wie ein großer Karteikasten in 26 einzelne Kabinette gegliedert. Diese werden jeweils mit einem Begriff, angeordnet in alphabetischer Reihenfolge des Anfangsbuchstabens, betitelt. Unter Begriffen von „A wie Ameise“ bis zu „Z wie Zahlen“ sind unterschiedlichste Schulbauten aus der ganzen Welt zu finden, die mittels Objekten und Medien erklärt werden. Diese Zuordnung ermöglicht es, Entwurfsideen und besondere Merkmale der Gestaltung sichtbar und vergleichbar zu machen. Das Skelett der selbsttragenden Architektur wurde aus Karton geschnitten und gefaltet.


Blick in den Ausstellungsraum


Koje zum Buchstaben "F wie Fluss und Floß", einer schwimmenden Schule in Marokko