Studentische Projekte

Loos of today?

Pilsen hat neben zahlreichen historischen Gebäuden und dem guten Bier auch sehr viel an Innenarchitektur zu bieten: Adolf Loos gestaltete dort Anfang des 20. Jahrhunderts Interieurs für jüdische Geschäftsleute. In Kooperation mit der Stadt Pilsen als „Europäische Kulturhauptstadt 2015“ realisierten die Studierenden des IMIAD 2015 unter dem Namen „Loos of today?“ zwei Installationen im Stadtzentrum von Pilsen.

Eines der Interieurs von Loos war die Wohnung des Junggesellen Richard Hirsch. Die Wohnung ist erhalten geblieben, das Loosche-Interieur jedoch nach Prag weitergezogen. Unter dem der Titel „Wish you were here“ befassten sich 15 Studierende des IMIAD 3 nicht nur mit Adolf Loos und der Geschichte seiner Pilsner Interieurs, sondern auch mit folgender Frage: wie würde eine Innenarchitektin – ein sehr „frauenlastiges“ Berufsfeld– heute eine solche Wohnung für eine Junggesellin planen? Direkt damit verknüpften stellten sie sich auch die Gender-Frage: „how male is female?“. Das Resultat, eine Installation aus Wellpappe, bei der die Studierenden selbst zum Ausstellungsinhalt wurden, war im Frühjahr und Sommer 2015 in Pilsen im Original-Apartment zu besichtigen.


Wie wohnen wir heute?



Fehlendes Interieur, aus Wellpappe nachgebaut

Die lange Zeit vergessenen und nun wiederentdeckten Loos Interieurs des Architekten waren auch Anlass für 27 Studierende des IMIAD 1 zum Weiterdenken: mit „On top of Loos“ entwarfen sie Konzepte für einen studentischen »Workshop« – einen Ort, der Raum zum Arbeiten, zum Lernen und Diskutieren rund um das Thema Loos, Architektur und Design gibt. Als fiktiver Ort diente der Dachboden über dem Loos-Interieur im Brummelhaus, Husová Straße 58, welcher bisher keinen Nutzen hatte, jedoch einen optimalen und vor allem inspirierenden Standort für ein mögliches Loos-Zentrum darstellt.
Schwerpunkt des Entwurfes war mitunter der Umgang mit dem bestehenden Satteldach, welches von der Straße aus aufgrund von Loos‘ Idee einer erhöhten Attikamauer, nicht zu sehen ist. Dabei gibt es drei unterschiedliche Ansätze: die vollständige Erhaltung des bestehenden Satteldaches, kleinere bis größere Eingriffe in die bestehende Dachstruktur und die Neugestaltung des Daches, welche das Entfernen des Bestanddaches beinhaltet.


Ausstellung der Modelle