Studentische Projekte

Q wie Querulant

 

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EILMELDUNG:
Beim interdisziplinären Nachwuchswettbewerb "aed neuland" erhielt "Poesie der Dinge" in der Kategorie Exhibition & Interior Design den ersten Preis.

Im Rahmen des ADC Junior Wettbewerbs wurde das IMIAD-Projekt vom Art Directors Club für Deutschland e.V. mit dem Silbernen Nagel ausgezeichnet!

Wir sind sehr stolz und gratulieren unseren Studierenden zu diesem Erfolg!


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Die Ausstellung »Poesie der Dinge« ist zum Raum gewordene Schreibmaschine, aber sie ist nicht nur eine Nachbildung ihrer unbeseelten Mechanik, in ihr kommen die Verknüpfungen des Hirns vom Poeten zum Ausdruck, welcher unsere Sprache erst zu etwas Einzigartigem macht, zur Poesie.

In der Ausstellung, die in drei Bereiche gegliedert ist, werden 26 Objekte des Museumsarchivs und ihre Sammlungsgeschichte mit 26 Gedichten verknüpft. Aus dieser Beziehung entstehen neue Lesarten und überraschende Verknüpfungen im Ausstellungsraum. Die zufällig wirkende Positionierung der Objekte im Raum folgt der Logik des Gestänges der Schreibmaschine, welches die Tasten mit den Lettern verbindet. Dass diese Maschine noch bis vor Kurzem das wichtigste Instrument der Dichter war, ist unbestritten. Und so wurde es zum Modell des Ausstellungsraumes, vorbildlich und virtuos von den Studierenden umgesetzt.

Zuerst betritt der Besucher eine medial inszenierte Schreibmaschinentastatur. Das Anschlagsgeräusch der Mechanik taktet den Besucher in die Wahrnehmungssphäre der Folgeräume ein.


Die Poesiemaschine, Foto: arge lola

Im zweiten Teil, dem Mittelpunkt, sind die Objekte inszeniert. Die zufällig wirkende Positionierung im Raum folgt der Logik des Gestänges der Schreibmaschine, welches die Tasten mit den Lettern verbindet. 26 Buchstaben binden jeweils ein Schlagwort an sich, welches jedoch assoziativ, nicht plakativ ist und den Besucher neugierig macht. Fritz Teufels Fahrrad zum Beispiel steht unter Q wie Querulant als welcher Teufel bekannt war und ist, und nicht unter dem naheliegenden F wie Fahrrad. Das zugehörige Gedicht führt den Leser nach Berlin, wo Teufel später lebte, während das Fahrrad in Ludwigsburg blieb.



Blick in den mittleren Teil der Ausstellung mit 26 Objekten, Foto: arge lola

Wo die Typen auf das Papier anschlagen, befindet der interaktive Teil der Ausstellung, in dem der Besucher selbst zum Poeten wird. Dieser dritte Bereich, eine Art Papiertunnel hat eine sehr einprägsame Atmosphäre. Die Besucher können mit den 26 Lettern des Alphabets spielen und Neues daraus formen, vielleicht sogar ein Gedicht. 


Papiertunnel, Foto: arge lola

Inszeniert wurde der Ausstellungsraum von Studierenden des IMIAD unter der Anleitung von Prof. Wolfgang Grillitsch und Cornelia Wehle. Das Kooperationsprojekt mit dem Ludwigsburg Museum im MIK hat die IMIADs über zwei Semester lang begleitet. Sorgten am Anfang Workshops mit Literaturexperten und Dichtern für die Einstimmung ins Thema, wurden später ein Licht- und Grafikworkshop projektbegleitend als Hilfe für die Umsetzung der Ausstellung angeboten.