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Studentische Projekte

Neue Räume für Gustav

Gustav Bauernfeind, Orientmaler des 19. Jahrhunderts aus Sulz am Neckar, studierte an der Königlichen Baugewerkeschule in Stuttgart, ehe er seine Karriere als Maler einschlug. Deshalb ist es doch naheliegend, dass sich Studierende mit ihm befassen und Vorschläge machen, wenn ein Bauernfeind Museum entstehen soll.

Im Bachelor Innenarchitektur wurde bereits unter der Leitung von Prof. Claudio Cavadini eine Neueinrichtung des jetzt bestehenden Museums in Sulz geplant. Doch, bevor es zu einer Umsetzung kam, entstanden plötzlich neue Rahmenbedingungen: das bestehende Museum muss seinen Ort verlassen und in ein neues Haus umziehen.

Eine Vorstudie für diese Aufgabe war Entwurfsthema für die Studierenden des dritten Semesters vom IMIAD. Zu Beginn des Projektes analysierten die Studierenden den bereits bestehenden Stadtentwicklungsplan des Ortskerns und gewannen auf einer gemeinsamen Exkursion nach Sulz einen persönlichen Eindruck von der Stadt, dem zu bearbeitenden Gebäude und den aktuellen Räumlichkeiten des Gustav-Bauernfeind-Museums. Bei dieser Gelegenheit wurden auch spontan Passanten nach den persönlichen Wünschen für „ihre Stadt“ gefragt.

Seitens der betreuenden Professoren Wolfgang Grillitsch und Thomas Hundt war es den Studierenden freigestellt, wie sie mit dem Gebäude umgehen und in die bereits vorhandene Bausubstanz eingreifen. So entstanden am Ende sechs völlig individuelle Entwürfe - vom konventionellen Bauen im Bestand über Teilneubauten und Erneuerungen des Dachstuhls, bis hin zu futuristischen Konzepten, wie beispielsweise einer neuen kristallinen Gebäudehülle.


Futuristische Fassade, Entwurf "Zu Gast bei Gustav", Maike Eisenhardt, Julia Hölzer, Juliane Krauß, Patricia Klier


Innovatives Konzept für einen Neubau, Entwurf "Kunstwinkel", Amelie Beicken, Anika Klos, Stella Mack, Ruolai Xu

Auch die Nutzung und Gestaltung des Innenraumes war je nach Gruppe sehr unterschiedlich. So gab es einen Entwurf, der ein klassisches Museum mit Ausstellungsflächen vorsah, während eine andere Gruppe die Themen Ausstellung und Arbeit kombiniert und anmietbare Arbeitsstudios für Künstler und Designer in ihrem Entwurf integrierte. Eine weitere Gruppe entwickelte ein multifunktionales Raumkonzept für Vorträge, Workshops, Eröffnungsfeiern und ähnliche Anlässe. In einem Punkt waren wir uns jedoch alle einig: die Sulzer brauchen einen neuen Treffpunkt in


Luftraum mit Bauernfeind-Ausstellungsfläche, Entwurf „Ein Haus für Sulz“, Lena Hainzinger, Nele Kiss, Anna König, Wiebke Mennerich


Dauerausstellungsbereich, Entwurf "Kunstwinkel", Amelie Beicken, Anika Klos, Stella Mack, Ruolai Xu


Café, Entwurf "Kaffe Kunst Kultur", Silvia Dietrich, Helene Hoffmann, Ricarda Pulcher, Anna-Laura Schmitt


Café, Entwurf "Zu Gast bei Gustav", Maike Eisenhardt, Julia Hölzer, Juliane Krauß, Patricia Klier

Die fertigen Konzepte wurden von den Studierenden im Rathaus von Sulz bei einer öffentlichen Veranstaltung Mitgliedern des Rathauses sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern präsentiert. Nach der Präsentation wurden die einzelnen Projekte in kleinen Gruppen diskutiert. Diese Form der Bürgerbeteiligung fand bei den Sulzern großen Anklang.
Auch für die Studierenden war es eine interessante Erfahrung, einen offenen Dialog mit den potentiellen Besuchern des neuen Gustav-Bauernfeind-Museums führen zu können.


Öffentliche Präsentation der Entwürfe im Bürgerhaus in Sulz am Neckar

Das Projekt soll auf Basis der studentischen Entwürfe weiter entwickelt werden. Auch an der HFT bleibt Gustav Bauernfeind weiter ein Thema. Jetzt sind die Wirtschaftspsychologen und BWLer am Zug, unter der Federführung von Prof. Kristina Weichelt ein Betreiber- und Marketingkonzept zu entwickeln.

Frank Brauckhoff, 3. Semester IMIAD, Wintersemester 16/17