Studierende

Der Weg zum Master-Studiengang Stadtplanung

 

Tradition der Städtebauausbildung an der HFT Stuttgart

Der Master Stadtplanung entstand auf Grundlage der stark ausgeprägten Städtebau-Ausbildung an der Hochschule für Technik (HFT). Die Lehrinhalte des Städtebaus und der Stadtplanung hatten traditionell einen hohen Stellenwert im Diplom-Architekturstudium an der HFT, sie stellten eine von drei Vertiefungsrichtungen dar. Bereits in den 1970er Jahren vertraten drei Professoren das damalige Fachgebiet „Ortsund Regionalplanung (ORL )“, das später in „Städtebau/ Stadtplanung“ umbenannt wurde. Das Studienangebot umfasste damals bereits Fächer wie Grundlagen des Städtebaus, städtebauliches Entwerfen, Geschichte des Städtebaus, Verkehrstechnik, Siedlungswasserwirtschaft, Landschaftspflege, Recht und Bodenordnung, Planungsrecht und Soziologie.

Mit der Neufassung des Architektengesetzes 1994 wurden die Ausbildungsvoraussetzungen für die Eintragung in die Planerliste der Architektenkammer neu definiert: Architekten konnten nur noch bei entsprechender Städtebau-Vertiefung aufgenommen werden. Die Städtebau-Ausbildung an der HFT entsprach diesen Anforderungen, Absolventen konnten somit die geschützte Berufsbezeichnung „Stadtplaner“ erwerben.

Einführung des Master-Studiengangs Stadtplanung

Mit der Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor-Master-System im Rahmen des Bologna- Prozesses 1999 eröffnete sich für die HFT die Chance, einen eigenständigen Master-Studiengang Stadtplanung aufzubauen. Da die Städtebau-Vertiefung im Rahmen des Diploms mit Einführung des Bachelors wegfallen würde, galt es, einen eigenständigen Master als Vertiefung für Architekten oder Absolventen anderer raumbezogener Studiengänge zu entwickeln. In Vorbereitung darauf wurden intensive Gespräche mit den Berufsverbänden, der Architektenkammer sowie mit anderen Ausbildungsstätten geführt. Eine Projektgruppe mit den damaligen Städtebau-Professoren Frank, Frowein und Hachenberg von der Fakultät Architektur und Gestaltung, Prof. Dr. Maurmaier (Verkehrsplanung) von der Fakultät Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft sowie Prof. Kettemann (Vermessungswesen) von der Fakultät Vermessung, Informatik und Mathematik erarbeitete auf diesen Grundlagen das Konzept des fakultätsübergreifenden Master-Studiengangs. Ziel war es, die Lehrinhalte der bisherigen Städtebau- Vertiefung zu verknüpfen mit integrierten Ansätzen der Stadtentwicklungsplanung und Stadterneuerung, ergänzt um weitere Fächer wie Projektentwicklung, Stadtökologie oder Verkehrsplanung. Der Studiengang wurde so konzipiert, dass er für Absolventen aller raumbezogenen Studiengänge (z. B. Architekten, Landschaftsarchitekten, Bauingenieure, Stadtplaner, Vermesser, Geographen) offen war. Somit startete der erste Master-Studiengang „Stadtplanung/ Urban Planning“ Deutschlands bereits im Sommersemester 2001 mit einem modularisierten Studiensystem.

Perspektiven

Der Master-Studiengang wird ständig weiter entwickelt und kann inzwischen auf eine eigene Geschichte zurückblicken. Die flexible Studienstruktur ermöglicht weitere Vertiefungsrichtungen. Der Master hat sich als Vollstudienangebot für eine integrierte Stadtplanung in Baden-Württemberg etabliert.

Berufsaussichten

Die Absolventen der Stadtplanung werden für ein breites Berufsfeld ausgebildet. Ihre wichtigsten Tätigkeitsfelder liegen im öffentlichen (Planungsämter, Regionalverbände, Landesbehörden) und im privatwirtschaftlichen Bereich (Planungsbüros). Mit dem Städtebaureferendariat eröffnet sich für die Absolventen die Perspektive, in den höheren Dienst einzutreten. Mit der Eintragung in die Planerlisten der Kammern können die meisten Absolventen nach zwei Jahren Berufspraxis die Berufsbezeichnung „Stadtplaner“ führen. Berufsperspektiven bestehen zunehmend bei Wohnungsbau- und Entwicklungsgesellschaften und in der Immobilienwirtschaft. Darüber hinaus ergeben sich auch weitere Berufsfelder eines integrierten Planungsverständnisses in sozialen, ökologischen und ökonomischen Themenbereichen.