Härtefallantrag

Was ist ein Härtefallantrag?
Maximal fünf Prozent der Studienplätze können für Fälle außergewöhnlicher Härte
(=sofortige Zulassung zum Studium)
vergeben. Im Rahmen dieser Quote führt die Anerkennung eines Härtefallantrages ohne Beachtung der Auswahlkriterien des Auswahlverfahrens oder nach der Wartezeit unmittelbar zur Zulassung vor allen anderen Bewerbern. Die Rangfolge wird durch den Grad der außergewöhnlichen Härte bestimmt. Ein Härtefallantrag gem.
§12 HVVO muss ausführlich begründet werden. Zum Nachweis müssen geeignete Unterlagen (z.B. fachärztliches Gutachten) beigefügt werden. Rechtsgrundlage sind die Paragraphen 9 und 12 der Hochschulvergabeverordnung (HVVO) Baden-Württemberg.

Ein außergewöhnlicher Härtefall liegt nur dann vor, wenn in der Person der Bewerberin/des Bewerbers so schwerwiegende gesundheitliche, soziale oder familiäre Gründe liegen, dass ihr/ihm nicht zugemutet werden kann, auch nur ein Semester auf die Zulassung zu warten. Sie müssen sich also in einer besonderen Ausnahmesituation befinden.

Finanzielle Umstände, die die sofortige Aufnahme des Studiums erfordern, oder Krankheit bzw. Pflegebedürftigkeit der Eltern oder sonstiger Verwandter begründen in der Regel keinen Härteantrag

Was ist ein fachärztliches Gutachten?
Im fachärztlichen Gutachten muss zu den einzelnen Kriterien, die in den jeweiligen Punkten (siehe unten, „Besondere gesundheitliche Gründe“) genannt sind, hinreichend Stellung genommen werden. Das Gutachten soll Aussagen über Entstehung, Schwere, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung sowie eine Prognose über den weiteren Krankheitsverlauf enthalten. Es sollte auch für medizinische Laien nachvollziehbar sein. Als zusätzliche Nachweise sind
z.B. der Schwerbehindertenausweis, der Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes, der Ausmusterungsbescheid der Bundeswehr geeignet.

Wie stelle ich einen Härtefallantrag?

Ein Härtefallantrag auf sofortige Zulassung zum Studium kann formlos im Online-Bewerbungsformular gestellt werden und ist mit einem Begründungsschreiben und Nachweisen (z.B. fachärztliches Gutachten) zusammen mit dem Zulassungsantrag, spätestens aber bis zum Bewerbungsschluss (Wintersemester 15.07./Sommersemester 15.01.) beim Studierendensekretariat der HFT Stuttgart einzureichen. Diese Fristen sind Ausschlussfristen! Nach diesen Fristen eingereichte Unterlagen können bei der Zulassung nicht berücksichtigt werden. Sofern Ihr Härteantrag abgelehnt wird, nehmen Sie trotzdem am normalen Auswahlverfahren teil.

Weitere Informationen zum Härtefallantrag – besondere gesundheitliche Gründe / begründete und unbegründete Anträge

Für die Bewertung der Anträge werden die Richtlinien der Stiftung für Hochschulzulassung analog angewandt. Sie sind im Internet unter www.hochschulstart.de erhältlich. Dort finden Sie auch weitere Informationen für begründete Anträge sowie Beispiele für unbegründete Anträge.

Ein Härtefallantrag aus besonderen gesundheitlichen Gründen kann unter folgenden Voraussetzungen bejaht werden (Auszug aus den „Erläuterungen zum Härtefallantrag der Stiftung für Hochschulzulassung www.hochschulstart.de):  

  • Krankheit mit der Tendenz zur Verschlimmerung, die dazu führen wird, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft die Belastungen des Studiums in diesem Studiengang nicht durchgestanden werden können (fachärztliches Gutachten).
  • Behinderung durch Krankheit; die berufliche Rehabilitation kann nur durch eine sofortige Zulassung zum Studium sichergestellt werden, weil aufgrund der Behinderung eine sinnvolle Überbrückung der Wartezeit nicht möglich ist (fachärztliches Gutachten)
  • Beschränkung auf ein enges Berufsfeld aufgrund körperlicher Behinderung; das angestrebte Studium lässt eine erfolgreiche Rehabilitation erwarten (fachärztliches Gutachten)
  • Notwendigkeit der Aufgabe des bisherigen Studiums oder des bisherigen Berufs aus gesundheitlichen Gründen; eine sinnvolle Überbrückung der Wartezeit ist aus diesen Gründen nicht möglich (fachärztliches Gutachten)
  • Körperliche Behinderung; die Behinderung steht jeder anderen zumutbaren Tätigkeit bis zur Zuweisung eines Studienplatzes im Wege (fachärztliches Gutachten)
  • Beschränkung in der Berufswahl oder Berufsausübung infolge Krankheit; dadurch Hinderung an einer sinnvollen Überbrückung der Wartezeit (fachärztliches Gutachten)