Mal eben kurz einen Moodle-Kurs erstellen...

06.05.2020, von Annemarie Klett

Als sogenannte "Südtirol Rückkehrerin" befinde ich mich nun doch schon etwas länger im Homeoffice. Kaum hätte ich wieder vor die Tür und meine Firmenkurse bei meinen Kund*innen abhalten dürfen, wurden die Schulen geschlossen. Es kam der Shutdown und damit auch das Homeoffice für fast alle. Damit war dann auch mir klar, dass es kein „normales“ Semester an der HFT geben wird und mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Jetzt muss ich Moodle-Kurse erstellen. Dank Youtube-Videos, der Online-Hilfe von Moodle und nicht zuletzt dank der Mitarbeiterinnen im Didaktikzentrum war es eigentlich gar nicht so schwer. Natürlich habe ich ständig das Spiel gespielt "Such die Schaltfläche" - wäre ja sonst auch langweilig. Ich saß also mit dem Laptop und dem iPad da (auf Laptop war mein Moodle-Kurs und auf dem iPad die Online-Hilfe) und mein Sohn meinte zu mir: "Mama, man könnte meinen, du leitest einen Dax Konzern so wie du dasitzt, dabei musst du doch nur einen Moodle-Kurs erstellen". Klar, "nur" einen Moodle Kurs erstellen...

Schließlich war diese Hürde überwunden und ich kann nun die einfachen Dinge im Schlaf erklären. Und zwar ohne, dass Moodle überhaupt geöffnet sein muss. Ich sehe es bildlich vor mir. Nachdem also meine Moodle-Kurse standen, kam der nächste Schritt: Online-Seminare. Hilfe, welches Programm läuft stabil, was ist besser: MS Teams, Skype oder GoToMeeting? Da die HFT GoToMeeting möglich machte, war klar, es wird dieses Videokonferenzsystem. Die Zugangsdaten für die Lehrbeauftragten kamen dann, Wort wörtlich, in letzter Minute. Ich will nicht wissen, wie viele graue Haare ich in dieser Zeit bekommen habe...aber Gott sei Dank sind die Friseursalons nun wieder geöffnet.

Da ich aber gewappnet sein und vor meinen Studierenden keine Blamage hinnehmen wollte, hatte ich mir für 14 Tage die kostenlose Probelizenz besorgt und somit gleich mehrmals alle Funktionen ausprobiert. Mein Sohn musste als Versuchsstudent herhalten. Klar. Zum Schluss schien er offensichtlich sehr genervt, was an seinem "Oh Mama" zu erkennen war, als ich ihn bat, den Rechner einzuschalten und sich zur Verfügung zu stellen.

Mein Alltag im Homeoffice unterscheidet sich eigentlich gar nicht so sehr von meinem normalen Alltag. Ich unterrichte nun eben nicht mehr in einem Vorlesungsraum oder direkt in einer Firma, sondern spreche jetzt mit meinem Rechner...und es ist unglaublich: ER ANTWORTET!

Zwischenzeitlich bin ich, meiner Meinung nach, zum Profi im "Bildschirm-Teilen" geworden und es macht mir Spaß, mit der Technik zu spielen. Wenn ich mal nicht an meinem Computer oder iPad sitze, dann verbringe ich viel Zeit mit unserem Hund im Wald oder mache Sport. Allerdings würde ich mich auch freuen, wenn ich endlich mal wieder jemanden live sehen würde.

Wenn mich nun jemand fragen würde, was das Positive am Homeoffice ist, dann würde ich antworten: Ich habe kurze Wege, kann länger frühstücken und kann irgendwas anziehen, denn man sieht nur meinen Kopf...

Die Frage, was besonders am Homeoffice nervt, beantworte ich abschließend mit der täglichen Frage meines Mannes: Was gibt es heute zum Mittagessen?