Frischer Wind an der HFT Stuttgart – Wissenschaftsministerin Petra Olschowski beeindruckt vom neuen Profil der Hochschule

Klimakompetent - Resilient - Vernetzt

Ministerin Olschowski überzeugte sich vor Ort von der Mission der Hochschule, klimakompetente, resiliente Lebensräume zu gestalten. Ein wichtiger Fokus dabei liegt auf der Gestaltung eines lebenswerten HFT-Campus in der Stadtmitte, der zur Belebung des Stadtgartens beitragen soll.

Am 15. Februar 2024 besuchte Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die Hochschule für Technik Stuttgart (HFT). Während eines Rundgangs präsentierten Professor:innen und Mitarbeitende der Ministerin das neue Profil der HFT „klimakompetent – resilient – vernetzt“, das im Rahmen eines hochschulweiten Strategieprozesses entwickelt wurde. Die HFT Stuttgart versteht sich als Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die ihren Studierenden nicht nur eine exzellente Ausbildung in ihrem Fachgebiet bietet, sondern auch einen Beitrag zur Bewältigung der globalen Herausforderungen leistet. Dabei sind die Themen Klimawandel, Resilienz und Vernetzung zentrale Schwerpunkte. Die Mission der Hochschule: Die klimakompetente Gestaltung resilienter Lebensräume.

„Die Ausrichtung der HFT auf zentrale Zukunftsthemen unserer Gesellschaft wie etwa Klimaschutz, Resilienz oder nachhaltiges Bauen ist beeindruckend. Die Hochschule setzt hier in Lehre und Forschung wichtige Impulse. Durch innovative Start-ups sowie qualifizierte Absolventinnen und Absolventen trägt die HFT dazu bei, Stadtquartiere als Wohn- und Arbeitsorte, Lebens- und Begegnungsräume für alle Generationen attraktiv zu machen. So kann der Transfer von Wissenschaft in die Gesellschaft gelingen!“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und dankte allen Mitgliedern der Hochschule, die daran aktiv mitwirken.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski

Petra Olschowski wurden beim Rundgang über den HFT-Campus unter anderem Projekte zur Steigerung der Forschungs- und Innovationskapazität präsentiert.

HFT.Lab: Ein RegioWIN 2030 Leuchtturmprojekt
Die HFT Stuttgart setzt auf zukunftsrelevante Themen und eine exzellente Ausbildung, um den Wissenstransfer in die Gesellschaft und Region zu stärken. Bis 2030 strebt die Hochschule einen klimaneutralen und lebenswerten Campus an. Einer der Schwerpunkte ist, den aktuellen Stand der Bauforschung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Diese Ziele werden vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt. Das HFT.Lab wurde Anfang 2023 als Projekt von strategischer Bedeutung im EFRE-Programm Baden-Württemberg (2021-2027) mit 3,35 Millionen Euro Förderung aufgenommen. Ko-finanziert von der Europäischen Union und dem Land Baden-Württemberg übernimmt die Hochschule einen Eigenanteil von 1,34 Millionen Euro.

 

Innovative HFT-Start-ups
Der Campus Walk führte auch zu Plan G, dem Gründungszentrum an der HFT Stuttgart. Hier wurden Olschowski erfolgreiche Start-ups präsentiert, welche die neuen profilgebenden Zusätze der Hochschule schärfen. EVERGROW ELEMENTS ist ein Start-up, das einen All-in-One Baustoff auf Basis regenerativer Moorpflanzen herstellt, um klimaschädliche Materialien zu substituieren und das Bauen zu vereinfachen. Das Start-up GEOPOLTech beschäftigt sich mit umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Baustoffalternativen auf Basis der Geopolymertechnologie. FÜNF PROZENT lautet der Name eines HFT-Startups, das mittlerweile als Unternehmen auf dem Markt agiert. FÜNF PROZENT unterstützt Kommunen und Solaranbieter bei der Aktivierung von Gebäudebesitzer:innen, indem sie Sanierungs- und PV-Potenziale auf Gebäudeebene deutschlandweit bestimmen und niederschwellig und unkompliziert bereitstellen. ImproveMID ist ein Start-up, das sich für eine mental gesündere Arbeitswelt starkmacht – innovativ, automatisiert und datengetrieben.

Forschungspartnerschaft „iCity: Intelligente Stadt“
Vorgestellt wurde der Wissenschaftsministerin auch die Forschungspartnerschaft „iCity: intelligente Stadt“. Diese wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund zehn Millionen Euro im Rahmen der Fördermaßnahme „Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region“ (FH-Impuls) gefördert. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Partnern aus der Wirtschaft in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu stärken, um die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und als Innovationsmotor in die Region auszustrahlen. In der Forschungspartnerschaft werden seit 2017 in transdisziplinärer Zusammenarbeit von Forschenden aller Kompetenzzentren, Methoden, Dienstleistungen und Produkte für hocheffiziente Energie-, Gebäude- und Mobilitätssysteme der intelligenten Stadt entwickelt. Diese Systeme sollen mittels Informations- und Kommunikationstechnologien intelligent vernetzt werden, um effizient, erneuerbar, nachhaltig und sozialverträglich zu sein.

 

Master-Thesen
Im Studiengang Architektur wurden Petra Olschowski ausgewählte Master-Thesen und Modelle unter anderem zum Thema "Neue Heimat in alten Mauern" präsentiert. Die Arbeiten befassten sich mit dem Umbau eines Klosters in der Nähe von Schwäbisch-Hall und der Neukonzeption eines universitären Verfügungsgebäudes. Dabei beschäftigten sich die Studierenden mit Fragen des ressourcenschonenden Bauens durch den Erhalt wertvoller Bausubstanz und der Resilienz durch Anpassbarkeit und Nutzungsflexibilität.

Plattform für Innovationen im Bauwesen
Unter der Leitung von Prorektorin Elke Sohn, verantwortlich für Transfer und Klimastrategie, hat das Team von HFT.Lab begonnen, Vorhaben des Strategieprozesses zu planen und umzusetzen. Ziel des HFT.Labs ist es, eine Plattform für Innovationen im Bauwesen in der Region Stuttgart zu schaffen. Hierfür wird u.a. ein Experimentierraum zur Erforschung und Präsentation des zukunftsgerechten Planens und nachhaltigen Bauens an temporären Prototypen konzipiert. Diese Prototypen dienen als Reallabor, in dem Planungsprozesse, neuen Technologien sowie Konstruktions- und Produktionsweisen getestet werden. Damit strebt die HFT neue Formen der Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und der Öffentlichkeit an.

 

Beitrag der HFT zur Belebung des Stadtgartens
Eine wichtige Rolle kommt dabei der besonderen Lage der HFT Stuttgart am Rande des Stadtgartens zu. Der Campus der HFT Stuttgart soll aufgrund seiner Innenstadtlage eine Vorbildfunktion für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einnehmen. Rund um die HFT-Gebäude – und darüber hinaus – sollen ansprechende, einladende Lebensräume entstehen. Rektorin Katja Rade macht deutlich, welchen Beitrag die HFT Stuttgart zum Heben des Potenzials des Stadtgartens leisten kann: „Hochschulen sind ein zentrales Bindeglied zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Es ist uns ein großes Anliegen, Forschung und Transfer noch stärker in die Stadt und Region hineinzutragen. Dafür sehen wir den Stadtgarten – im Herzen Stuttgarts zwischen der Hochschule für Technik, der Universität Stuttgart und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg gelegen – als idealen Ort an.“

Seitens der Hochschule für Technik Stuttgart gibt es konkrete Ideen zur stärkeren Öffnung des Hauptgebäudes in Richtung Stadtgarten. Das HFT.Lab plant die Umstrukturierung des Erdgeschosses zu einem einladenden Ort der Begegnung und des Dialogs. Durch die Neugestaltung und Neuausrichtung der HFT-Cafeteria mit Ausgabe und Terrasse zum Stadtgarten soll ein belebter und belebender Campus Stadtmitte entstehen. Rektorin Rade wünscht sich für dieses Projekt die Unterstützung der Politik, um zeitnah zur positiven Entwicklung des Stadtgartens beitragen zu können.

Abschlussfoto mit Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (rechts in der Mitte). Links von ihr Rektorin Prof. Dr. Katja Rade, daneben Prorektor Prof. Dr. Volker Coors (Forschung und Digitalisierung), Prorektorin Prof. Dr.-Ing. Elke Sohn (Transfer und Klimastrategie) und Kanzlerin Doreen Kirmse. Im Hintergrund Dr. Matthias Schenek, MWK. Links im Bild Linus Häberle, AStA-Vorsitzender, und Ann-Kathrin Brodel, Vorsitzende StuPa.

Alle Fotos: arge lola

Veröffentlichungsdatum: 15. Februar 2024 Von Michaela Leipersberger-Linder ()