Europaviertel Freiburg

Max Bell, Jonas Hille, Rubina Scherlitz, Linda Sonnenberg, Hannes Vollmer

Das Freiburger Europaviertel ist ein historisch bedeutsames Stadtquartier, das sich im Wandel befindet. Während früher Gründerzeitvillen das Stadtbild prägten, dominieren heute Bauten der Nachkriegsmoderne. Unser Konzept setzt auf nachhaltige Weiterentwicklung durch behutsame Sanierung. Der Bismarckturm wird als Modellprojekt für ressourcenschonende Modernisierung transformiert, das Terrassenhaus neu interpretiert und die Huji Maja erweitert. Ergänzt durch Atelierwohnen entsteht ein Quartier, das Geschichte bewahrt und gleichzeitig zeugungsfähige Stadtentwicklung fördert.

Entwurf Technik WiSe 24/25

Das Freiburger Europaviertel ist ein historisch bedeutendes Stadtquartier in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Einst bestimmten prachtvolle Gründerzeitvillen das Stadtbild, heute sind es vor allem Bauten der 1950er bis 1970er Jahre. Diese sanierungsbedürftigen Gebäude stehen im Spannungsfeld zwischen Abriss und Erhalt. Unser Konzept setzt auf eine nachhaltige Weiterentwicklung durch behutsame Modernisierung und Bestandserhaltung. 

Der Bismarckturm im Freiburger Europaviertel zählt zu den ersten Glasfassadenbauten der Stadt und gilt als wegweisendes Beispiel der Nachkriegsmoderne. Im Zuge einer innovativen Sanierung wird der Milchglasturm behutsam in die Zukunft geführt: Die flexible Stahlbetonstruktur bleibt erhalten und wird durch einen Anbau in Holzhybridbauweise ergänzt. Zeitgemäße Grundrisse optimieren die Nutzungsmöglichkeiten, während die originalen Glasfassaden-Paneele wiederverwendet werden, um die historische Substanz zu bewahren. Damit wird der Bismarckturm zu einem Modellprojekt für ressourcenschonende Modernisierung, das Vergangenheit und Zukunft in einen architektonischen Dialog bringt.

Das ehemalige Terrassenhaus der Dresdner Bank verfehlte zwar knapp den Status eines Baudenkmals, doch sein Potenzial ist unbestritten. Unser Konzept verwandelt das Gebäude in eine "urbane Vertikale", in der multifunktionale Räume und Freiflächen in die Höhe verlagert werden. Dadurch entstehen neue Orte der Begegnung und des Austauschs, die eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern. Die behutsame Transformation bewahrt die architektonische Identität des Hauses und passt es gleichzeitig an heutige und zukünftige Nutzungsbedarfe an. Das Gebäude wird so zu einem lebendigen Bestandteil des Quartiers, das bestehende Strukturen respektiert und klimaschonend weiternutzt.

Die Huji Maja hat sich als kreatives Zentrum etabliert, das Wohnen und gemeinschaftlich organisierte Atelierräume vereint. Die geplante Weiterentwicklung respektiert diesen kulturellen Bestand und erweitert das Gebäude um eine Aufstockung sowie einen Anbau. Neue Wohnungsgrundrisse mit Laubengangerschließungen ermöglichen eine bessere Nutzung der Flächen und gewährleisten langfristige Zukunftsfähigkeit. Dieses Konzept stärkt nicht nur die bestehende kreative Gemeinschaft, sondern trägt auch zur nachhaltigen Stadtentwicklung bei, indem es sozialen Wohnraum mit kreativen Arbeitsräumen kombiniert. 

Das Atelierwohnen ergänzt das bestehende Ensemble als einziger Neubau und rundet die Hofsituation gemäß dem genehmigten Bebauungsplan ab. Dieses Konzept schafft eine mSymbiose aus Wohnraum und Atelierflächen, die den Bewohnern und Künstlern des Quartiers Raum zur Entfaltung bietet. Das Gebäude fungiert als "städtebauliche Bühne", die sowohl individuelles Arbeiten als auch gemeinschaftliche Interaktion fördert. 

Durch den Fokus auf urbane Lebendigkeit und kreative Synergien entsteht ein einzigartiger Ort, der die Identität des Europaviertels bereichert und neue Impulse für die Stadtentwicklung setzt. Das Projekt im Freiburger Europaviertel zeigt beispielhaft, wie durch behutsame Transformation und innovative Konzepte Bestandsbauten erhalten und zukunftsfähig gemacht werden können. Die Verbindung von Geschichte, Nachhaltigkeit und kreativem Raumangebot macht das Quartier zu einem Modell für ressourcenschonende und sozial orientierte Stadtentwicklung.