Ethik in Lehre, Forschung und Transfer

Wir befinden uns in einem Jahr disruptiver Veränderungen. Das Privat-, Gesellschafts- und Wirtschaftsleben wurde seit Beginn der Corona-Krise in kurzer Zeit in ungeahnter Weise z.T. tiefgreifend verändert. Unklar ist, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird und welche Konsequenzen sie nach sich ziehen wird. Die bereits vor der Corona-Krise vielfältig vorhandenen komplexen Herausforderungen sind somit weiter gewachsen. Viele fühlen sich überfordert. Es wächst der Wunsch nach Orientierung.  Ziel der Ethik-Angebote an der HFT Stuttgart ist es, bedarfsgerecht Reflexions- und Diskursformate zu aktuellen Fragestellungen für Studierende, Mitarbeitende und Lehrende der Hochschule zur Verfügung zu stellen. Auch sollen Impulse zum gesellschaftlichen Diskurs aktueller Trends und Entwicklungen geleistet werden.

Das Ziel von Lehranstaltungen sollte es sein, nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern die zukünftigen Absolventinnen und Absolventen auf die Erfordernisse der aktuellen Zeit vorzubereiten. In unserer Zeit sind dies z.B. Trends und Herausforderungen, wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Klimawandel, die das Handeln aller Menschen über kurz oder lang beeinflussen. Absolvent*innen sind nicht nur Teil einer Hochschule oder eines Unternehmens, sondern immer auch Teil der Gesellschaft. In dieser müssen ethisch-soziale Fragen gestellt werden, für die in Fachveranstaltungen häufig zu wenig Raum bleibt.

Wir bieten eine Diskussionsplattform für alle Interessierten, d.h. für Studierende und Lehrende aller Fachrichtungen, für alle Beschäftigten der HFT Stuttgart und für die Hochschulöffentlichkeit.

Ethisch-gesellschaftlich relevante Fragestellungen finden sich nicht nur in der Lehre, sondern auch in der Forschung und im Transfer. Einige Themen und Fragestellungen mit großer Aktualität sind in diesem Kontext:

  • Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Bürgerinnen und Bürger, auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, auf die Wirtschaft, auf das Sozialgefüge, auf die zwischenmenschliche und Mensch-Maschine-Kommunikation?
  • Welche Formen von Künstlicher Intelligenz kommen wie und wo zum Einsatz? Welche Implikationen ergeben sich hieraus?
  • Was bedeutet Arbeit 4.0 konkret?
  • Wie verändern sich Studium und Lehre aktuell?
  • Wie ist die politische Lage zu verorten? Gibt es eine politische Radikalisierung? Was kann dagegen getan werden?
  • Wie leben und verstehen wir Vielfalt in der Gesellschaft und an der HFT Stuttgart?
  • Welche Richtlinien benötigt wissenschaftliches Arbeiten und Forschen?
  • Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise in ethisch-gesellschaftlicher Perspektive?

All diese 'großen Fragen' beziehen wir in unserer Arbeit primär auf die HFT Stuttgart, damit die möglichen Antworten nicht im Abstrakten verbleiben.

Wir bieten eine Plattform an der HFT Stuttgart im Sinne eines Impulsnehmers und -gebers für die Angehörigen der HFT Stuttgart, die gleichzeitig ein Forum für einen aktiven und konstruktiven Dialog darstellt. Sie sind herzlich eingeladen, Themen und Fragestellungen, die für Sie von Interesse sind, hier einzubringen.

Alle Ethikformate sind als Plattformen konzipiert, die einen offenen und transdisziplinärer Diskurs darüber ermögichen sollen, wie in den drei Säulen der HFT Stuttgart (Lehre, Forschung und Transfer) ethische und gesellschaftlich relevante Themen Eingang finden können.

Neben der Corona-Krise stehen bei den Ethik-Angeboten derzeit Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung im Vordergrund, so z.B.:

Was bedeutet es, wenn weite Teile unserer Lebenswelt digitalisiert werden, sowie von von künstlicher Intelligenz beeinflusst werden? Beide Entwicklungen haben großen Einfluss darauf,

  • wie wir Geräte als ‚intelligente Helferlein‘ in unser Leben integrieren (z.B. Alexa).
  • wie Maschinen miteinander in Firmen oder im Haus miteinander agieren (internet of things).
  • wie und wo wir arbeiten (agiles Arbeiten, Homeoffice, Co-Working-Spaces).
  • wie wir die Welt wahrnehmen (augmented reality, virtual reality).
  • wie wir mobil sind und wie wir wohnen (Infrastruktur, autonomes Fahren, SmartCity, SmartGrid).
  • wie wir denken („Google weiß vor dir, was du willst“).
  • wie wir lernen, studieren und forschen.
  • wie Entscheidungen getroffen werden (auf Grundlage von Algorithmen).
  • wie wir unser Privatleben mit Firmen teilen (facebook, Fitnesstracker, twitter, Snapchat, Amazon, WhatsApp).
  • wie disruptive Firmen neue Märkte kreieren und klassische Firmen verdrängen (YouTube, Uber, Amazon).
Luftbildaufnahme der HFT Stuttgart

Unsere Zielgruppen

  • Studierende
  • Lehrende
  • HFT-Beschäftigte
  • Hochschulöffentlichkeit

Unsere Formate

  • Workshops und Seminare für Studierende & HFT-Beschäftigte
  • Service Learning: soziales Engagement im Studium
  • Vorträge & Tagungen
  • Zertifikat "Ethikum"
  • 'Kluges Pausenbrot' & 'Ethik-Lunch'
  • Beratung von Fachstudiengängen

Ethik kann einen wesentlichen Beitrag zur Orientierung leisten, indem sie – im Sinne eines Kompasses oder als Leitplanken – Kriterien für (moralisch) gutes oder schlechtes Handeln sowie die entsprechenden Motive oder resultierenden Konsequenzen zur Verfügung stellt. Hierzu stellt sie unterschiedliche Theorien, Modelle, Methoden und Konzepte zur Verfügung. Ethik kann einen Beitrag zur Entwicklung eines Wertefundaments bzw. zu dessen Festigung leisten.

Orientierung

Kritische Reflexion kann dazu beitragen, dass Gewohnheiten und Denkmuster hinterfragt werden, dass sich die Dinge zurechtrücken, dass sich manches klärt, dass neues ausprobiert wird. Sie stellt die Frage nach dem Sinn und der Sinnstiftung. Kritische Reflexion befähigt zum „Out-of-the-Box-Thinking“. Auch kann sie zur Orientierung beitragen.

Kritische Reflexion

Kooperationspartner

Kontakt

Tobias Popovic
Tobias Popovic tobias.popovic@hft-stuttgart.de +49 711 8926 2962
Diana Arfeli diana.arfeli@hft-stuttgart.de +49 711 8926 2354