Entwurf Raum | Jana Förch & Julia Riester | 5. Semester | Wintersemester 2024/25

Die alte Scheune im Ortskern von Reusten wird behutsam zu einem Künstlerhaus umgenutzt. Der rechteckige Bau aus Bruchsteinen mit Satteldach und Holztragwerk bleibt in seiner ursprünglichen Struktur erhalten. Der baumbestandene Hof und der Übergang zur Ammer sowie zum Landschaftsraum im Norden werden sensibel ins Konzept integriert, ohne zusätzliche Anbauten vorzusehen. Bestehende Anbauten im Süden werden abgebrochen, um die klassische Satteldachhaus-Erscheinung des Bestands stärker zu betonen und die Scheune freizustellen.

Im Inneren erschließt sich die Scheune auf mehreren Ebenen neu, wobei die historische Substanz bewahrt wird. Die Schnapsbrennerei im Erdgeschoss wird als Bar für Veranstaltungen genutzt, bleibt aber auch Teil der Ausstellung. Der zentrale Veranstaltungs- und Ausstellungsraum bietet flexible Nutzungsmöglichkeiten für Künstler und die Dorfgemeinschaft.

Das Café und zentrale Elemente der neuen Nutzung befinden sich im „Parasiten“, einer Struktur innerhalb der Scheune, die mehrere Funktionen übernimmt: Sie bildet den Ausstellungsweg, beherbergt Künstlerapartments, sanitäre Räume und Flächen für kreative Arbeit. Das Café im obersten Geschoss bietet einen Treffpunkt mit Ausblick auf das Grundstück und die umliegende Landschaft. 

Die Freiflächen werden behutsam gestaltet: Der baumbestandene Hof bleibt als zentraler Begegnungsraum erhalten, großkronige Bäume werden geschützt, und der Übergang zur umgebenden Natur fließend gestaltet.

Mit dieser Transformation wird die Scheune zu einem lebendigen Zentrum für Kunst, Kultur und Begegnung, das Reusten nachhaltig bereichert.

Die Studienarbeit wurde von Prof. Peter Schlaier und Christoph Manderscheid betreut.