Masterthesis | Max Elmlinger | 5. Semester | Wintersemester 2023/24

Bahnhöfe sind als zentrales Bindeglied zwischen städtischer, regionaler und überregionaler Mobilität ein entscheidender Baustein der Verkehrswende. Wirft man den Blick besonders auf Bahnhöfe in Deutschland außerhalb der großen Hauptbahnhöfe, so sind sie selten eine adäquate Mobilitätsdrehscheibe. Das geringe politische Interesse und die Verlagerung der Verkehre zum MIV im 20. Jahrhundert haben zur Vernachlässigung geführt und viele Bahnhöfe in unzeitgemäßen Zuständen hinterlassen. Die Bausubstanz, die Flächennutzung um die Bahnhöfe und besonders die Verknüpfung zur Stadt sind oft unzureichend. 

Soll der Weg hin zu einer klimafreundlichen Zukunft gelingen, ist es unerlässlich Bahnhöfe und Ihre Umgebungen als Teil der Stadt zu betrachten und sie zu modernen Stadtquartieren zu entwickeln.

Ein Bahnhof ist mehr als eine Bahnstation. Je nach Situation muss er viele Mobilitätsarten verknüpfen; muss er ein Ort der Transformation sein; muss er ein Treffpunkt sein; muss er ein Wohnort sein; muss er eine Repräsentation sein; muss er Zentralität besitzen; muss er ein urbanes Zentrum sein und muss er ein Ort zum verweilen sein.

Als Fallbeispiel dient der Bahnhof Kirchheim (Teck), welcher als typisches Ensemble unter den Prämissen der autogerechten Stadtplanung in den 1970er Jahren errichtet worden ist.

Im Gegensatz dazu besteht der neue Bahnhof aus einer großzügigen Brücke, welche alle emissionsarmen Verkehrsmittel miteinander verknüpft. Sie verbindet die Kernstadt mit dem südlich gelegenen Milcherberg und schafft eine neue Stadtachse für Fußgänger und Fahrradfahrer. Der Bahnhof kann bei zukünftigen Verkehrsbedürfnissen erweitert werden.

Um den Bahnhof entsteht ein heterogenes urbanes Quartier. Die Achsen der neuen Bebauung nehmen spielerisch das bestehende Stadtgefüge auf und schreiben es fort. Jeder dabei entstehende Block reagiert individuell auf seine Umgebung. Daraus entwickeln sich verschiedenste Typologien und Nutzungen die am Bahnhof angesiedelt werden. Allen voran wird das Bahnhofsquartier mit kompakten Wohneinheiten verschiedener Art angereichert um autoarmes Wohnen zu fördern. Im Zentrum des Quartiers entsteht ein öffentlicher Platz. Von der Stadt kommend öffnet sich dieser ins Grüne und zur Altstadt hin entsteht eine Urbane „Tor“ Situation. Die Erdgeschosszonen der platzumgebenden Bebauung übernehmen mit kommerziellen Nutzungen und Gastronomie die Funktionen des Bahnhofes, womit sich das Leben auf den Platz verlagert.

Die Masterthesis wurde von Prof. Dr.-Ing. Gunther Laux & Dipl.-Ing. Malte Novak betreut.