Am 28. und 29. April 2026 war die Hochschule für Technik Stuttgart mit einem eigenen Messestand auf der XR EXPO 2026 auf der Messe Stuttgart vertreten. Zwei Tage lang zeigte die HFT, wie Extended Reality in Lehre, Forschung und Transfer eingesetzt wird – von interaktiven VR-Anwendungen über Architektur- und Stadtentwicklungsprojekte bis hin zu Karrierewegen in Forschung, Promotion und Professur. Die XR EXPO gilt als zentrale Fachmesse für Extended Reality im professionellen Anwendungskontext.

XR an der HFT: ausprobieren, verstehen, vernetzen

Am HFT-Stand stand das direkte Erleben im Mittelpunkt: Besucher:innen konnten XR-Anwendungen über Meta Quest 3 selbst ausprobieren und mit Forschenden, Lehrenden und Promovierenden über konkrete Einsatzmöglichkeiten ins Gespräch kommen. Präsentiert wurden Anwendungen aus unterschiedlichen Fachrichtungen – unter anderem aus Architektur und Gestaltung, dem XR+LAB, dem Studiengang Augmented Reality / Virtual Reality-Engineering sowie aus aktuellen Promotions- und Forschungsarbeiten.

Das XR+LAB der HFT Stuttgart versteht sich als fakultätsübergreifendes Experimentierfeld, Lehrumgebung, Forschungsplattform und Impulsgeber für den Wissenstransfer. Ein zentrales Element ist eine dreiseitige CAVE, die immersive dreidimensionale VR-Erfahrungen ermöglicht. 

Live-Demonstrationen von XR-Anwendungen der HFT Stuttgart: Besucherin testet VR-Anwendung

Zu sehen waren unter anderem studentische und lehrbezogene Projektergebnisse aus dem Studiengang AR/VR-Engineering – etwa interaktive VR-Erlebnisse, Trainingsanwendungen und spielerische Umgebungen. Ein besonderer Anknüpfungspunkt war das Projekt in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Tübingen. Besucher:innen konnten per Meta Quest 3 einen virtuellen Rundgang durch ausgewählte Bereiche des Klinikums erleben, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Dazu gehörten unter anderem die Hubschrauber-Landeplattform, ein S3-Hochsicherheitslabor sowie ein Operationssaal mit den dazugehörigen Vorbereitungsräumen. Die VR-Experience entstand im Rahmen einer laufenden Kooperation mit dem UKT und wurde von Studierenden der HFT im Lehrformat „XR-Projekt“ umgesetzt.

Die VR-Anwendung verbindet räumliche Orientierung mit interaktiven und spielerischen Elementen: Nutzer:innen können die virtuellen Räume erkunden, Aufgaben lösen und Punkte sammeln. Das Projekt macht sichtbar, wie XR-Technologien in der Lehre eingesetzt werden können, um komplexe, sensible oder schwer zugängliche Umgebungen erfahrbar zu machen. Gleichzeitig zeigt es, welches Potenzial immersive Anwendungen für Ausbildung, Vermittlung, Gesundheitswesen und Öffentlichkeitsarbeit haben.

Der Bachelorstudiengang Augmented Reality / Virtual Reality-Engineering vermittelt an der HFT die Entwicklung komplexer AR- und VR-Systeme mit industriellem Anwendungsbezug und legt großen Wert auf Projekterfahrung. Beispiele aus dem dritten Semester zeigten, wie Studierende im Kurs „AR/VR-Entwicklungs- und Authoringsysteme“ eigene VR-Applikationen konzipieren und umsetzen. Dazu zählten unter anderem ein virtuelles Kaleidoskop, ein Basketball-Training, ein 3D-Jump-and-Run-Game und ein Labyrinth-Escape-Game.

Architektur, Raum und Interaktion: Projekte aus dem XR+LAB

Auch die Fakultät Architektur und Gestaltung war mit XR-Anwendungen vertreten. Zwei Projekte aus dem Umfeld des XR+LAB zeigten, wie digitale und physische Räume miteinander verschmelzen und wie sich architektonische Fragestellungen durch immersive Technologien neu erfahrbar machen lassen.

Im Projekt „Interactive Liminal Spaces“ des International Master of Interior-Architectural Design wurden narrative Zwischenräume in immersive Raumerfahrungen übersetzt. Studierende untersuchten sogenannte liminale Räume – also Übergangsorte zwischen Vertrautem und Unbekanntem – und entwickelten daraus interaktive 3D-Szenen für die CAVE des XR+LAB. So wurden filmische, literarische, spielerische oder architektonische Referenzen in begehbare räumliche Erfahrungen übertragen.

Das Lehr-Forschungsprojekt „HYBRIDFORUM – Ephemere Räume der Architektur“ beschäftigte sich mit digital erweiterten Archiven und der Frage, wie Wissen durch Bewegung, Geste und körperliche Interaktion entsteht. Studierende der Fakultät Architektur und Gestaltung analysierten Artefakte gemeinsam mit externen Expert:innen, transformierten sie digital und entwickelten daraus einen prototypischen interaktiven Raum. Im Fokus stand die Rolle des Körpers im architektonischen Entwurfs- und Vermittlungsprozess – insbesondere im virtuellen Raum.

Forschung sichtbar machen: vom Imagefilm bis zum persönlichen Dialog

Neben den Live-Demonstrationen zeigte die HFT am Stand den Imagefilm des Instituts für Angewandte Forschung und gab damit Einblicke in die interdisziplinäre Forschungslandschaft der Hochschule. Das IAF wurde als Schnittstelle für angewandte Forschung, Transfer und Kooperationen sichtbar – mit Themen, die von Digitalisierung und Stadtentwicklung bis zu XR, KI und Metaverse-Anwendungen reichen.

Promotion sichtbar machen: Mixed Reality, BIM und digitale Planungs- und Kommunikationsprozesse

Juan Sardi Barzallo, Doktorand an der HFT Stuttgart, zeigte, wie Extended Reality (XR) neue Planungsprozesse ermöglichen und Kommunikationsabläufe zwischen Akteur:innen der Bauwirtschaft und Wissenschaft optimieren kann. Anhand von Anwendungen, Postern und im direkten persönlichen Austausch gab er Einblicke in seine Forschung. Während sich sein Promotionsvorhaben insgesamt mit der automatischen Ausrichtung von Mixed-Reality-(MR)-Szenen zur Integration von BIM- und Digital-Twin-Modellen beschäftigt, stellte er auf der XR EXPO eine konkrete Anwendung seiner Forschung vor. Am Beispiel des historischen HFT-Gebäudes zeigte er, wie Entwurfsänderungen vor Ort mithilfe von MR-Geräten erfasst und anschließend in BIM-Software übertragen werden können. Ziel dieses Ansatzes ist es, Planungseingriffe nicht-invasiv, skalierbar und für Planende sowie weitere Beteiligte besser nachvollziehbar zu gestalten. Dabei kommen präzise 3D-Modelle, LiDAR-Punktwolken, Echtzeit-Meshes und KI-gestützte Verfahren zur räumlichen Ausrichtung zum Einsatz.

Career Walk: Karrierewege in Forschung und Lehre

Messestand mit Teilnehmenden des Career Walk & Career Lunch der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH auf der XR EXPO 2026

Career Walk: Karrierewege in Forschung und Lehre

Ein besonderer Programmpunkt war die Teilnahme der HFT am Career Walk & Career Lunch der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH. In einer deutschen und einer englischen Gruppe informierten sich Teilnehmende am 28. April über Einstiegsmöglichkeiten, Aufgabenfelder und Karrierewege. Der Career Walk führte Studierende und Absolvent:innen gezielt zu regionalen Arbeitgebern; im anschließenden Career Lunch bot sich Gelegenheit für vertiefende Gespräche.

Am HFT-Stand ging es dabei nicht nur um klassische Berufseinstiege, sondern auch um wissenschaftliche Karrierewege: Promotion, akademische Mitarbeit, Forschungstätigkeit und die Perspektive Professur. Der direkte Austausch bot Gelegenheit, Fragen zu Karrierewegen in der Wissenschaft und zur Arbeit an der Schnittstelle von Forschung, Lehre und Praxis zu diskutieren.

Der anschließende Career Lunch bot Gelegenheit, die Gespräche in informeller Atmosphäre fortzusetzen und Kontakte zu vertiefen. Für die HFT war das Format eine gute Möglichkeit, die eigene Rolle als Studien-, Forschungs- und Arbeitgeberin sichtbar zu machen. 

Messestand mit Zsanet Süli, akademische Mitarbeiterin im Studiengang  „Augmented Reality/Virtual Reality-Engineering" und Prof. Dr. rer. nat. Michael Krone, Professor für Augmented Reality/Virtual Reality Engineering

Ein wichtiger Gesprächsanlass war dabei auch der Bachelorstudiengang Augmented Reality / Virtual Reality Engineering. Der Studiengang vermittelt Kompetenzen für die Entwicklung von AR- und VR-Technologien mit Fokus auf komplexe Systeme für industrielle Anwendungen. Am Messestand standen Prof. Dr. rer. nat. Michael Krone, Professor für Augmented Reality/Virtual Reality Engineering, sowie Zsanet Süli, akademische Mitarbeiterin im Studiengang, für Fragen zu Studium, Projekten und Karriereperspektiven im XR-Bereich zur Verfügung und gaben Einblicke in die praxisnahe Ausbildung an der HFT Stuttgart.

Impulse aus Messe, Forschung und Avatar Challenge

Die XR EXPO 2026 zeigte eindrucksvoll, dass immersive Technologien längst in konkreten Anwendungen angekommen sind. Die zehnte Ausgabe der Fachmesse war zugleich die Premiere auf dem Gelände der Messe Stuttgart. Insgesamt nutzten 1.350 Fachbesucher:innen aus über 25 Ländern die Veranstaltung, um aktuelle Entwicklungen in Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Lösungen für den professionellen Einsatz zu evaluieren. 

Bereits die Eröffnungsrunde machte deutlich, welche Bedeutung immersive Technologien für Wirtschaft, Forschung und digitale Transformation haben. Teil der Welcome Note waren unter anderem Prof. Peter Schäfer Leiter der Abteilung „Industrie, Innovation, wirtschaftsnahe Forschung und Digitalisierung” im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, Gabriele Zull als Vorstandsvorsitzende des Virtual Dimension Center sowie Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. 

Die XR EXPO Konferenz bot mit rund 70 Vorträgen, Keynotes und Podiumsdiskussionen hochwertige und fundierte Einblicke in Themen wie Industrial Metaverse, Metaverse Hardware Innovations, GovTech and Defense Metaverse oder Business, Strategy, Standards. Ein weiteres Highlight der Messe war Europas erste Virtual Avatar und Persona Challenge, initiiert vom Fraunhofer IAO. Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen ließen virtuelle Avatare in Kategorien wie Natürlichkeit der Interaktion, emotionale Dynamik und Reaktionsgeschwindigkeit antreten. Das Format machte sichtbar, welches Potenzial KI-Avatare für Zusammenarbeit, Service, Kommunikation und Mensch-Maschine-Interaktion haben – und welche Fragen zu Datenschutz, Vertrauen und europäischer Digitalsouveränität künftig weiter diskutiert werden müssen. 

Forschungsperspektiven: Citiverse, Metaverse, KI und IoT

Auch die Forschungsperspektive der HFT war auf der XR EXPO präsent. Prof. Dr.-Ing. Dieter Uckelmann, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Angewandte Forschung der HFT Stuttgart, brachte seine Expertise zu Themen wie Internet of Things, Künstliche Intelligenz, Metaverse, Citiverse, Smart Cities und Tourismus ein. 

Im Rahmen des Konferenzprogramms der XR EXPO hielt er den Vortrag „IoT, AI and Virtual Worlds in Tourism“ und brachte seine Expertise zu den Themen Internet of Things, Künstliche Intelligenz und virtuelle Welten in die Diskussion aktueller Entwicklungen im Tourismus ein. Darüber hinaus wirkte er als Jurymitglied der Avatar Challenge mit und beteiligte sich an der Bewertung innovativer XR-Anwendungen.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Internet der Dinge, Industrie 4.0, Digitalisierung, Smart Buildings, RFID, RTLS, Smart City, Smart Logistics, Learning Analytics und KI in der Lehre, Online Labore, Metaverse, AR/VR; zudem ist er seit 2025 Experte in der ITU Global Initiative on Virtual Worlds and AI, Track 7 – Emerging Technologies und seit 2024 Vorstandsmitglied Kompetenzzentrum für virtuelle Realität und Kooperatives Engineering w.V. (Virtual Dimension Center, VDC)

Auf der XR EXPO 2026 ordnete Prof. Dr.-Ing. Dieter Uckelmann mit seinem Poster „Citiverse – Shaping the Future of Smart Cities“ aktuelle Entwicklungen in den Kontext physischer Metaverse-Konzepte ein. Dabei wird das physische Metaverse nicht allein als immersive 3D-Welt verstanden, sondern als nutzerzentrierte Verbindung von Internet of Things, Cyber-Physical Systems, Smart Buildings, Smart Cities, Künstlicher Intelligenz sowie Augmented und Virtual Reality. Ziel ist es, die physische und digitale Welt über Sensoren, Aktoren und digitale Zwillinge miteinander zu verknüpfen, Daten intelligent aufzubereiten und Prozesse – auch unter Einsatz von KI – zu unterstützen und zu automatisieren.

Das Poster verdeutlichte zugleich die Rolle der HFT Stuttgart als Forschungs- und Bildungsstandort für diese Zukunftsthemen. Es zeigte auf, wie sich die Kompetenzen der Hochschule von Smart City Solutions, Stadtplanung und Bauwesen bis hin zu AR/VR-Engineering erstrecken und damit unterschiedliche Facetten des Citiverse und weiterer physischer Metaverse-Anwendungen abdecken.

Damit wurde deutlich: XR ist an der HFT nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil einer größeren Forschungslandschaft. Sie verbindet technische, räumliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragestellungen – von urbanen digitalen Zwillingen und Smart Cities über Industrie- und Bildungsanwendungen bis hin zu neuen Formen der Zusammenarbeit und Wissensvermittlung in virtuellen Welten.

Vernetzung für die XR-Zukunft

Für die HFT Stuttgart bot die XR EXPO 2026 zwei intensive Tage mit vielen Gesprächen, neuen Kontakten und aktuellen Einblicken in die XR-Branche. Der Austausch mit Fachpublikum, Unternehmen, Forschungspartnern, Studierenden und Absolvent:innen zeigte: XR ist nicht mehr nur Zukunftstechnologie, sondern wird bereits in Lehre, Forschung, Architektur, Gesundheit, Stadtentwicklung, Industrie und Training konkret eingesetzt.

Mit ihrem Messeauftritt machte die HFT Stuttgart sichtbar, wie interdisziplinäre XR-Kompetenz aufgebaut, erforscht und in die Praxis übertragen wird – von studentischen Projekten über Promotionsvorhaben bis zu anwendungsnaher Forschung im IAF.

Wir danken allen Beteiligten, die den Messeauftritt vor Ort und im Hintergrund möglich gemacht haben – insbesondere den Mitwirkenden aus dem IAF, dem XR+LAB, der Fakultät Architektur und Gestaltung, dem Studiengang AR/VR-Engineering, der Graduiertenakademie, den Studierenden und Promovierenden, den Kolleg:innen aus Forschung und Lehre sowie unseren Partner:innen der XR EXPO, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und des Universitätsklinikums Tübingen.

Veröffentlichungsdatum: 19. Juni 2026