DZSF - IOH

Untersuchung der nationalen Planungs-, Bau- und Genehmigungsprozesse für die Eisenbahninfrastruktur; Teil 2: Ingenieurbau-, Oberbau- und Hochbauanlagen (IOH)

Überblick

Das Forschungsvorhaben analysiert die Planungs-, Bau- und Genehmigungsprozesse für Ingenieurbau-, Oberbau- und Hochbauanlagen (IOH) der Eisenbahninfrastruktur. Ziel ist es, sowohl die regelwerksbasierten Soll-Prozesse als auch die tatsächlich gelebten Abläufe in der Praxis systematisch zu erfassen, transparent darzustellen und kritisch zu vergleichen. Auf Basis nationaler und internationaler Regelwerke, empirischer Erhebungen sowie der Analyse eines repräsentativen Großprojekts werden Wechselwirkungen, Schwachstellen und Optimierungspotenziale identifiziert. Die Ergebnisse dienen der Entwicklung praxisnaher Vorschläge zur Effizienzsteigerung, ohne das Sicherheitsniveau zu beeinträchtigen.

Fragestellung

  • Wie sind die regelwerksbasierten Planungs-, Bau- und Genehmigungsprozesse für IOH-Anlagen strukturiert und welche Rollen, Zuständigkeiten und Qualifikationsanforderungen sind definiert?
  • In welchen Punkten weichen diese Soll-Prozesse von den in der Praxis etablierten Abläufen ab?
  • Welche Wechselwirkungen zwischen Genehmigungs- und Freigabeprozessen führen insbesondere in Großprojekten zu Verzögerungen, Konflikten oder Risiken?
  • Welche strukturellen Ursachen liegen Prozessineffizienzen zugrunde, insbesondere bei Regelwerksabweichungen (UiG, ZiE)?
  • Wie lassen sich Prozesse und Regelwerke optimieren, ohne negative Auswirkungen auf die Sicherheit?

Vorgehensweise

Zunächst erfolgt eine systematische Analyse relevanter nationaler und internationaler Regelwerke sowie DB-interner Prozesse. Die Planungs-, Bau- und Genehmigungsabläufe werden für ausgewählte IOH-Beispielobjekte strukturiert erfasst und mithilfe von BPMN-Diagrammen visualisiert. Ergänzend wird ein internationaler Vergleich sowie ein Vergleich mit anderen nationalen Verkehrsträgern durchgeführt.

Zur Abbildung der Praxis werden strukturierte Experteninterviews mit rund 20 Akteuren aus Planung, Prüfung, Genehmigung und Betrieb geführt. Die Interviews werden qualitativ und quantitativ ausgewertet, um Abweichungen, Schnittstellenprobleme und Prozessdauern zu analysieren.

Darauf aufbauend werden die Wechselwirkungen komplexer Genehmigungsprozesse anhand eines Großprojekts untersucht. Der Abgleich zwischen modellierten Soll-Prozessen und realen Abläufen ermöglicht die Identifikation von Konfliktpunkten und Ursachen für Zeit- und Kostenüberschreitungen. Die Ergebnisse werden in Workshops mit relevanten Akteuren reflektiert, konsolidiert und unter Berücksichtigung des Sicherheitsmanagements (u. a. CSM-RA) bewertet.

Angestrebte Ergebnisse

Erwartet werden transparente, einheitliche Prozessmodelle der regelwerksbasierten und realen Abläufe für IOH-Anlagen. Zudem sollen zentrale Schwachstellen, ineffiziente Schnittstellen und typische Ursachen von Verzögerungen identifiziert werden. Aufbauend darauf werden praxisnahe Optimierungsvorschläge zur Straffung von Prozessen, zur Weiterentwicklung von Regelwerken und zu Qualifikationsanforderungen erarbeitet. Die Ergebnisse liefern eine belastbare Grundlage für effizientere Genehmigungsprozesse, für den Umgang mit Regelwerksabweichungen sowie für weiterführende Forschungs- und Digitalisierungsansätze.

  
LeitungProf. Dr. Paul Gehwolf
PartnerBUNG-PEB Tunnelbau-Ingenieure GmbH, Prof. Dr.-Ing. Dieter Kirschke GmbH & Co. KG
FördergeberBietergemeinschaft 
ProgrammAuftragsforschung 
Laufzeit01.07.2025–31.12.2026

 

Team

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