Im Holz-, Modul- und Hybridbau (HMH-Bau) werden aus Brandschutzgründen überwiegend Massivtreppen aus Beton eingesetzt. Sie übertragen Trittschall in angrenzende Wohnräume – für ihre schalltechnische Entkopplung fehlen bislang die Planungsgrundlagen. Da Holzdecken und -wände ein anderes Schwingungs- und Abstrahlverhalten zeigen als massive Bauteile, sind für den Massivbau etablierte Lösungen nicht übertragbar; Planende und Ausführende sind auf „Trial & Error" oder Überdimensionierung angewiesen. PoINTS schließt diese Lücke: Die HFT Stuttgart untersucht mit der Schöck Bauteile GmbH und dem Prüfinstitut STEP GmbH die gesamte Übertragungskette und leitet daraus Prüf-, Prognose- und Beurteilungsverfahren ab.
Das Vorhaben verfolgt die Übertragungskette von der Trittschallquelle bis zur Wahrnehmung durch die Bewohnenden und verbindet dafür Messtechnik, Simulation und Psychoakustik.
Ausgehend von einer Systemanalyse der maßgeblichen Einflussgrößen werden im Labor die Teilkomponenten – Treppenläufe, Podeste, Entkopplungselemente, Wände und Decken – und das Gesamtsystem über Modalanalysen, Übertragungsfunktionen und Materialkennwerte akustisch charakterisiert. Im Kern wird die Treppe als aktive Körperschallquelle beschrieben, deren Kenngrößen unabhängig von der Einbausituation gelten. Dafür wird untersucht, wie sich reales Gehen und Springen durch reproduzierbare künstliche Quellen abbilden lässt.
Körperschalleinleitung, Schwingungsverhalten gekoppelter Bauteile und Schallabstrahlung werden mit FE- und analytischen Modellen abgebildet und messtechnisch validiert. Daraus entstehen ingenieurmäßige Rechenverfahren für stationäre und – über Korrekturterme – transiente Anregung. In-situ-Messungen in Holz- und Hybridbauten prüfen die Prognose unter realen Bedingungen und quantifizieren Unsicherheiten.
Da sich die Störwirkung nicht allein aus bauakustischen Kennwerten ergibt, werden binaurale Aufnahmen psychoakustisch ausgewertet und modellbasiert variiert. Hörversuche zeigen, welche Eigenschaften des Trittschalls die Belästigung bestimmen, und liefern Grenzwerte für die Optimierung der Entkopplungselemente und Empfangsstrukturen. Eine kooperative Promotion ist Bestandteil des Vorhabens.
| Leitung | Prof. Dr.-Ing. Berndt Zeitler, Prof. Dr. Marco Caniato |
| Partner | Schöck Bauteile GmbH; Schalltechnisches Entwicklungs- und Prüfsinstitut (STEP) GmbH |
| Förderkennzeichen | 13HAW20PX4 |
| Fördergeber | Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) |
| Programm | Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) |
| Ausschreibung | HAW-ForschungsPraxis 2024 |
| Laufzeit | 01.04.2026 – 31.03.2030 |
| Name & Position | E-Mail & Telefon | Büro |
|---|---|---|
| Professor / IAF Direktorium / Akustikgruppe | +49 711 8926 2507 | 7/104 |
| Professor | +49 711 8926 2795 | 3/122 |
| Akademischer Mitarbeiter / Akustikgruppe | +49 711 8926 2866 | 7/112 |
| Akademischer Mitarbeiter / Akustikgruppe | +49 711 8926 2416 | 7/112 |