Bei der Kindervorlesung knallten an der HFT Stuttgart die Korken und Flaschen flogen durch die Lüfte. Was das alles mit Geistern zu tun hatte, erfuhren mehr als 300 Gäste in der Aula der HFT Stuttgart.

Am 13. Dezember fand an der HFT Stuttgart die schönste Vorlesung des Jahres statt: „Wie kommt der Geist aus der Flasche?“ Der Studiengang Bauphysik mit den Professoren Andreas Beck und Berndt Zeitler sowie ihrem Team aus Mitarbeitenden und Studierenden empfingen mehr als 300 Kinder und ihre Eltern zur Weihnachtsvorlesung. Gleich zu Beginn lockten die Bauphysiker den ersten Geist aus der Flasche – ein Flaschengeist, der dank Kohlensäure knallt und ploppt. Doch was enthält so eine Flasche noch außer Kohlensäure? Viele Kinderhände schnellten nach oben und die Antworten kamen durch die Aula gerufen: Wasser, Sauerstoff, Alkohol und Zucker! Doch wie findet man diese Inhaltsstoffe heraus? Natürlich mit verschiedenen Experimenten!

Beim ersten Versuch ging es gleich heiß her: Den Alkoholgehalt einer Flüssigkeit misst man mit einer Feuerprobe. Je besser es brennt, umso mehr Alkohol ist enthalten. Und was passiert, wenn der Flamme der Rohstoff Lithium zugegeben wird? Die Flamme verändert ihre Farbe von gelb auf rot. Dabei sind keine Geister im Spiel, sondern Elektronen in den Lithiumatomen, die durch Energieverlust das Feuer rot färben. Ganz anders wird der Gehalt von Zucker gemessen. Bei dem Versuch soll sich herausstellen, ob Cola Zero wirklich weniger Süße enthält als das normale Getränk. Für den Test füllten die Professoren Beck und Zeitler beide Flüssigkeiten in einen Messzylinder und tauchten eine spindelförmige Öchslewaage ein. Die Öchslewaage hat übrigens nichts mit Ochsen zu tun! Cola hat durch den enthaltenen Zucker eine höhere Dichte als Cola Zero und daher sinkt die Öchslewaage wie von Geisterhand gesteuert im Zylinder nach unten. Wer im Anschluss wusste, welche Dose im Wasser denn nun eher oben schwimmt (die Dose mit Cola Zero), erhielt von Professor Zeitler die Empfehlung zum Studium der Bauphysik. 

Übersinnlich ging es weiter, denn wie soll denn bitte ein Ei durch einen engen Flaschenhals passen? Unmöglich? Nicht bei den HFT-Bauphysikern! Auch hier musste Feuer in Form einer kleinen Geburtstagskerze helfen, die auf einem Ei platziert wird. Wenn über die brennende Kerze und die obere Hälfte des Eies der Flaschenhals gestülpt wird, rutscht das größere Ei in den kleineren Flaschenhals. Durch die brennende Kerze wird die Luft in der Flasche erwärmt, dehnt sich aus und entweicht teilweise. Das Ei verschließt den Flaschenhals luftdicht, die Luft im Inneren kühlt wieder ab, zieht sich zusammen und erzeugt einen Unterdruck – und flutsch, saugt die Flasche das Ei in sich hinein. 

Mit der Frage, ist das Zauberei eines Geistes oder pure Physik ging es munter mit den Experimenten weiter. Zwischen singenden Flaschen, schwingenden Gläsern und die Frage, was das Luftvolumen eigentlich für eine Rolle spielt, summte und klirrte es in der Aula abwechselnd zu den Ah- und Oh-Rufen der Nachwuchswissenschaftler:innen. 

Wie immer gaben die Professoren Tipps für Versuche, die auch Zuhause umgesetzt werden können. Ganz vorne dabei war die Cola-Rakete, die mithilfe von Luftdruck durch ein Rohr in den Aula-Himmel geschleudert wurde. 

Am Ende konnten sich die Kinder nicht entscheiden, ob die Cola-Rakete oder die Eierverschluckende Flasche das Highlight der Vorlesung war. 

Veröffentlichungsdatum: 15. Dezember 2025
Von Bettina Laser (Bettina.laser@hft-stuttgart.de)