Umbau einer ehemaligen Besteckfabrik zur Holzbauakademie | 3. Semester | Wintersemester 2025/26

Eine ehemalige Besteckfabrik im Schwarzwald wurde unter die Lupe genommen, um dort eine Holzakademie unterzubringen. Mit dieser Aufgabe sollten das Material Holz und sein Produktionsweg in der Vorfabrikation besser verstanden werden. Das Raumspektrum einer Akademie beinhaltet zudem viele Bereiche der Nutzung: Wohnen, Lernen, Lehren, Arbeiten, Gemeinschaft, Essen, Feiern usw. Dabei wurde absichtlich auf eine Projektsimulation im klassischen Sinne Wert gelegt und somit die Frage, wie sich eine Architekt*in in einem Projektverlauf als Regie führende Instanz versteht, immer wieder spielerisch angekratzt.

An der Einfahrt von Altensteg steht ein langgestrecktes Fabrikgebäude in Stahlbetonskelettbauweise von 1925. Nach jahrzehntelangem Leerstand ging es vor rund 25 Jahren in Privatbesitz über. Auf 2000 Quadratmetern sollte die komplexe Aufgabe Holzbauakademie entstehen. Das Thema war bewusst gewählt, damit die Studierenden in dieser Aufgabe gleich zweierlei lernen: einerseits ein vorgegebenes Raumprogramm in einen Bestand unterbringen, andererseits auf „Alte Häuser“ und ihre „Verwandelbarkeit" vertrauen.

So stand neben eine Ortsbesichtigung auch eine Exkursion zu einem Holzbau Bildungszentrum auf dem Semesterprogramm.

Das vorgegebene Raumprogramm stellte die Studierenden vor knifflige Entscheidungen, besonders bei der großen Maschinen- und Abbundhalle. Wie sollte das Holz angeliefert werden? Unkompliziert durchs Erdgeschoss oder spektakulär per Hebekran ins oberste Stockwerk? Der zusätzliche Platzbedarf konnte durch eine Aufstockung des Bestands gelöst werden.

Für die Endabgabe forderte Thomas Gerstmeir neben Entwurfsunterlagen auch etwas für die Ohren: einen Podcast – maximal 15 Minuten lang. Mit dem Format konnten die Studierenden experimentieren.

Vom Entwurf zum Podcast: Eine Besteckfabrik wird Holzbauakademie - News - BauNetz CAMPUS

Annika Nuss, Alicia Weiss, Katrin Wunder

Die ehemalige Besteckfabrik in Altensteig wird mit minimalen Eingriffen zur Holzbauakademie umgenutzt. Der Bestand bleibt ablesbar und wird funktional neu strukturiert. Eine vertikale Gliederung ordnet die Nutzungen: Das Erdgeschoss fördert als offene Basis Austausch und Begegnung, während im Obergeschoss ruhigere Bereiche für Lehre und Rückzug entstehen. Die Aufstockung ergänzt großzügige Werkhallen mit optimalen Arbeitsbedingungen. Bestehende Materialien prägen den Entwurf und bewahren den industriellen Charakter.

Emilia Evertz, Laura Nebe, Maren Dorothea Schnell

Aus der ehemaligen Besteckfabrik entsteht eine Holzbauakademie, deren Architektur vom Licht geprägt ist. Sägezahndächer bringen Nordlicht in die Werkstätten und Seminarräume, während eine Lichtfuge als räumliche Pufferzone zwischen Arbeits- und Wohnbereichen fungiert und gleichzeitig einen Ort der Begegnung schafft. Zudem bieten Maisonettewohnungen Ausblicke in die Landschaft und den Hof. Eine Fassade aus wiederverwendeten Schaltafeln greift die industrielle Geschichte auf und übersetzt sie in eine zeitgenössische Architektur des Weiterbauens.

Sebastian Kindle, Dilara Türetken, Diane von Ludwiger, Svenja Warners

Das Projekt umfasst die Umnutzung einer alten Fabrik mit einer ergänzenden Aufstockung zu einem Ausbildungszentrum. Der Entwurf setzt auf einen bewussten Kontrast zum Bestand, ohne ihn zu überlagern, und verfolgt eine ressourcenschonende Transformation. So entsteht ein Ort, an dem gemeinsames Leben und handwerkliches Wissen zukunftsorientiert weiterwirken.