![[Bild: Alfred Max] BDI Tag 2026 - Ausblick BDI](/fileadmin/Dateien/Vermessung/_processed_/f/3/csm_00a_fa9bb16d28.jpg)
Sein 20 Jähriges Bestehen feierte der Studiengang Digitalisierung und Informationsmanagement am 23. April mit spannenden Fachvorträgen, Recap der Erfolge und Blick auf die Zukunft. Die über 100 Gäste – Studierende, Professoren aber auch Alumni und Vertreter:innen aus Industrie und Wirtschaft nutzten zudem die Gelegenheit zum Netzwerken. Studiendekan Prof. Dr. Detlef Pape moderierte die Veranstaltung.
Eine Erfolgsgeschichte
Prof. Dr. Volker Coors, Prorektor Forschung und Digitalisierung betonte: „Schon damals war für uns offensichtlich, dass Informationen ein kostbarer Rohstoff sind. Aber wenn man nur Daten hat, reicht das nicht. Es geht um die Prozesse, in denen die Daten entstehen und die Erkenntnisse, die man aus diesen Daten ableiten kann.“ Dipl.-Ing. Ulrich Völter der den Verein Freunde der HFT Stuttgart vorstellte, pflichtete dem bei: „Es gilt die richtigen Fragen (an die Daten) zu stellen.“ Prof. Dr. Eberhard Gülch warf in seinem Vortrag „Projekt Bachelor Studiengang Informationslogistik – Wie alles begann: Historie 2006 – 2011“ einen Blick auf die frühen Jahre: „Wir wollten Informatik und BWL zusammenführen. Der Studiengang hat sich bewährt: Die hohen Studierendenzahlen – von Anfang an – spiegeln nach wie vor Interesse der Studierenden und den Bedarf der Industrie wider.
KI- und Menschen-Arbeit - Kooperation organisieren
„Es braucht Leute, die Domäne und Menschenarbeit arbeitsorganisiatorisch optimal zusammenbringen“, erläuterte Fachbeirat Dr. Wolfgang Beinhauer in seinem Vortrag „Technik allein reicht nicht - Informationslogistik gestern, heute und morgen.“ Hier seien die Absolventinnen des Studiengangs Digitalisierung und Informationsmanagement sehr gut geeignet. Im Vortrag beleuchtete er auch kritische Seiten der Mensch-Maschine-Kooperation. KI mache nicht nur ‚dumm‘ – z. B. wegen sinkender Notwendigkeit gedanklicher Anstrengungen, da viele Menschen das Denken an die KI abgäben, sondern manchmal sogar ‚asozial‘. Dies belege eine Studie aus einem Logistikzentrum in Italien, in der ein menschlicher durch einen KI-Disponent abgelöst wurde. In der Folge halfen sich die Angestellten dort dann gegenseitig weniger. Weitere Probleme seien, dass gute bzw. vorher schon kompetente Mitarbeiter:innen oft am wenigsten von der KI-Einführung profitieren könnten und dass KI-Antworten zwar „immer gut aussehen“, aber immer wieder einfach falsch sind.
Aktuell geblieben
Im Vortrag „Von der Informationslogistik zu Digitalisierung und Informationsmanagement“ betrachteten Prof. Dr. Volker Coors Prorektor Forschung und Digitalisierung, Studiengangsdekan Prof. Dr.-Ing. Detlef Pape und Prof. Dr.-Ing. Dieter Uckelmann, Wissenschaftlicher Direktor des IAF die weitere Entwicklung des Studiengangs. Prof. Dr. Coors verwies auf die exponentiell gestiegenen Datenmengen – von 2011 schon unvorstellbar großen 1,8 Zetabyte auf für 2030 geschätzte 650 Zetabyte. Diese Informationsüberversorgung zu meistern, bleibe eine aktuelle Herausforderung. Nicht zuletzt mit Hilfe von KI. „Die Plausibilitätseinschätzung muss dabei hart erlernt werden“, so Coors. Übrigens: KI war bereits 2013 Thema auf dem Tag der Informationslogistik. Prof. Dr. Dieter Uckelmann beleuchtete unter dem Titel „Ein forschungsaktiver Studiengang“ die Erfolge und die Bedeutung der HFT-Forschungs-Projekte der letzten Jahre, die von KNIGHT, iCity Smart Public Building, Sensar, UDigiT4iCity u. v. a.m. reichen. Gerade auch in der Coronazeit habe der Studiengang eine hohe Flexibilität bewiesen. Wichtiger Vorteil für die Studierenden und Doktoranden sei die Praxisrelevanz der Forschung: „Im Labor lernt man physisch“, so Uckelmann. Prof. Dr. Detlef Pape stellte neue Themen im Studiengang vor. Der Einsatz von Sensorik und Microcontrollern in der Lehre ermöglicht praxisnahe Studierendenprojekte zum Internet of Things (IoT), wie beispielsweise eine ferngesteuerte Hand. Pape dankte auch den Mitarbeiter:innen die zum Gelingen des Studiengangs beitrugen und nach wie vor beitragen - namentlich Elisabeth Kraxner, Ola Al-Asas, Simon Freund und Andreas Jäckel (bis 2023). Lesen Sie mehr zur Geschichte des Studiengangs Digitalisierung und Informationsmanagement im Beitrag „20 Jahre am Puls der Zeit".
Hohe Employability
Dass die Alumni des Bachelor-Studiengangs Digitalisierung und Informationsmanagement es auch im Berufsleben zu etwas bringen und spannende Projekte managen, zeigten die Fachvorträge: Marius Böhm arbeitet nun als Global Process Manager bei Mann + Hummel und optimiert dort die Prozesse in 30 Werken (weltweit). Böhm referierte zum Thema Automatisierte Produktionsversorgung – Auf dem Weg zur „Lights Out Factory“. Alumna Nicola Fiedler ist für die Schwarz Digits IT tätig. Sie stellte – zusammen mit Riccardo Minuto – das Projekt „Digitalisierung des Wareneingangs im Retail“ vor, welches die notwendigen Prozessr an den Verladerampen deutlich schneller und für alle Beteiligten komfortabler macht.
Alumna Marlies Goes berichtete in ihrem Vortrag „Von der Informationslogistik ins Silicon Valley“ von ihren Stationen im Berufsleben, die von ihr eine hohe Flexibilität und oft auch schnelle Anpassungsfähigkeit erforderten. Inzwischen ist Goes Software-Engineer bei Apple. KI-Tools, wie Anthropic Claude, haben ihren Arbeitsalltag massiv verändert, nicht immer zum Guten, denn die Zukunft für Software-Engineers ist in ihren Augen ungewiss. Dennoch ist sie froh, noch richtig programmieren gelernt zu haben und optimistisch: „Ich muss nicht alles wissen, aber ich weiss, dass ich alles lernen kann.“
Ausgezeichnete Arbeit
Abschließend stellte Lars Weiser seine Bachelor-Arbeit „Flexible Konfiguration virtueller Werkzeugmaschinen“ vor. Diese wurde mit dem Preis des BDI-Fachbeirats 2026 ausgezeichnet. Der Ausklang: Grillen im Block vier.
Der Verein Freunde setzt sich in vielen Punkten für die Belange der Studierenden ein. Neben dem Wohnheim für HFT-Studierende unterstützt der Verein die Vernetzung – so auch mit der finanziellen Unterstützung des BDI-Tags: „Wir schaffen Verbindungen zwischen Studierenden und der Praxis“, so Ulrich Völter. Sein Appell an Studierende und Alumni: Mitglied werden.