Für ein geplantes Monitoring-System zur Überwachung von Geländeverformungen im Bergbaugebiet von Kiruna (Schweden) überprüft Mablo Collmar in seiner Bachelorarbeit Low-Cost GNSS-Sensoren auf ihre Genauigkeit und deren Tauglichkeit. Die Testmessungen dazu finden an der HFT Stuttgart auf dem Messdach des GeoMAT-Labors (Labor für Geodätische Mess- und Auswertetechnik) statt.

In der Region Kiruna kommt es durch den Bergbau ständig zu Veränderungen und Bewegungen der Erdoberfläche, die zur Gewährleistung der Sicherheit geometrisch überwacht werden müssen. Rund um die Uhr müssen dafür über 500 Beobachtungspunkte in einem Gebiet, welches sich über mehrere Kilometer erstreckt, gemessen werden. GNSS-Messungen sind für dieses dauerhafte Monitoring ideal. Aufgrund der notwendigen hohen Stückzahl der GNSS-Sensoren, möchte man die Genauigkeit und Tauglichkeit von Low-Cost GNSS-Sensoren prüfen.

Genau damit beschäftigt sich Mablo Collmar aktuell in seiner Bachelorarbeit. Neben seinem Studium im Bachelor Vermessung und Geoinformatik nutzt er das STUDY&WORK Programm und jobbt bei der intermetric GmbH. Von dort brachte er diese Aufgabenstellung für seine Bachelorarbeit mit bei der er an der HFT von Prof. Dr. Gerrit Austen betreut wird. Für seine Untersuchungen und Testmessungen nutzt er das Messdach des GeoMAT-Labors auf dem kürzlich auch eine spezielle GNSS-Langzeitmessung über 48h stattfand:

Kiruna (Schweden) und Stuttgart trennen ca. 2200 km Luftlinie, Stuttgart liegt etwa bei 49° nördlicher Breite, Kiruna mit 68° nördlicher Breite schon deutlich über dem Polarkreis. Bei GNSS-Messungen hat die geografische Lage des Messgebiets Einfluss auf die Satellitenverfügbarkeit und Genauigkeit der Messergebnisse. Damit die Testmessungen in Stuttgart auf das künftige Einsatzgebiet in Kiruna übertragen werden können, wurde bei dieser Langzeitmessung mit mehreren GNSS-Empfängern zeitgleich in Stuttgart und Kiruna gemessen.

Die Ergebnisse der Bachelorarbeit fließen direkt in die Umsetzung und ggfs. Optimierung des geplanten Monitoring-Systems ein.

Veröffentlichungsdatum: 07. Januar 2026
Von Jörg Hepperle (joerg.hepperle@hft-stuttgart.de)