Design Materialkunde | 1. Semester
Reduziert auf ein Volumen von je 125 cm³ offenbaren die Materialwürfel all ihre ästhetischen, funktionalen und mechanischen Eigenschaften. Wo Stein, Holz, Beton, Stahl, Kunststoff, Glas und andere Werkstoffe im Alltag oft hinter ihrer Zweckgebundenheit zurückfallen, geben die Würfel den Blick auf das Material selbst frei. Neben dem genuinen Potential als Hardware der Gestaltung und Konstruktion treten so besondere Eigenschaften der Oberfläche, Dichte oder Lichtdurchlässigkeit in den Vordergrund.

Gleich zu Beginn des Studiums, im ersten Semester, fertigen die Studierenden in Materialkunde einen solchen Materialwürfel an. Dafür suchen die Studierenden selbstständig nach einem geeigneten Material, welches sie auf die jeweiligen Stoffeigenschaften untersuchen und in Form eines homogenen Würfels mit 5 cm Kantenlänge (= 125 cm³) gießen, kleben, fräsen, sägen, schleifen, drucken oder formen.

Ausgehend von der Herkunft, den Interessen und handwerklichen Fähigkeiten der Studierenden entstehen so Exemplare aus traditionellen, innovativen, vertrauten und ungewöhnlichen Materialien.
 
Wie inspirierend diese Materialproben für die Verwendung in Architektur und Gestaltung sein können, zeigte die Sammlung „125 cm³ MATERIAL“ im Design Center Baden-Württemberg in Stuttgart und im Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Die Sammlung aller bisherigen Arbeiten umfasst nunmehr über 1000 Würfel aus mehr als 300 unterschiedlichen Materialien, die durch ihre besondere Originalität, Funktionalität, Stofflichkeit oder Ästhetik beeindrucken. Sie machen deutlich, dass Materialfragen nicht nur in der Werkstofflehre eine hohe Relevanz haben, sondern auch in der alltäglichen Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielen. Wie Werkstoffe als Empfindungs- und Erinnerungsspeicher funktionieren können, welches ungeahnte Potential in ihnen steckt oder welche unmittelbare Wirkung ein Material haben kann, lässt sich an jeder der Studienarbeiten ablesen.
 
Das MaterialSTUDIO ist eine innovative und transdisziplinäre Plattform an unserer Fakultät. 
Unter der Leitung von Professor Lutz Dickmann ist es seit 2013 fest in die werkstoffübergreifende Lehre integriert. Es vermittelt werkstoffspezifisches Fachwissen und schärft damit die Sensibilität für Materialien und deren ästhetische, mechanische und ökologische Eigenschaften.

Die Arbeiten wurden durch Prof. Lutz Dickmann betreut.