Erfassung kritischer Verkehrssituationen in staugefährdeten Straßenabschnitten auf mehrspurigen Straßen in Baden-Württemberg

Überblick

Das Projekt entwickelt ein Verfahren zur Ermittlung von Stauenden und zur Warnung der Verkehrsteilnehmer. Die Verkehrsteilnehmer sollen eine halbe Minute lang und bis zu 1 km vor dem Erreichen des Stauendes gewarnt werden, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf zeitweise staugefährdeten Abschnitten mehrspuriger Autobahnen, insbesondere durch Baustellen. Es wird ein Prozessmodell entwickelt, welches alle Schritte von der Datenerfassung bis zur Ausgabe einer Warnung beinhaltet. Mit Hilfe von Ausbreitungsmodellen für Stauenden sollen diese ermittelt und deren Positionen vorhergesagt werden. Datenquellen sind unter anderem temporär installierte Sensoren, insbesondere Bluetooth- und Radarsensoren, Floating Car Data und vorhandene Kameras. Für die Ausgabe der Warnungen ist die Integration in Drittanwendungen (Apps) bestimmt. Zur Erprobung der Verfahren ist geplant, die im Rahmen eines Feldversuchsfeldes auf der Baustelle Enztalquerung an der A8 bei Pforzheim gesammelten Daten zu verwenden.

Fragestellung

Bluetooth- und Radarsensoren sowie Floating Car Data (FCD) liefern verschiedene Verkehrsparameter wie Geschwindigkeiten, Volumina und Fahrzeiten. Jede dieser Verkehrsdatenquellen hat ihre inhärenten Stärken und Schwächen und repräsentiert möglicherweise nicht genau den tatsächlichen Verkehrszustand, der für die Modellierung und Vorhersage der Verkehrsbedingungen erforderlich ist. In diesem Projekt ergänzen sich die Datenquellen durch Datenfusion, um genaue Daten für die Stauerkennung und Verfolgung des Stauendes zu liefern.

Vorgehensweise

Der erste Teil des Projekts umfasst die Echtzeit-Datenerfassung von Radar- und Bluetooth-Sensoren, die auf der Autobahn platziert sind, sowie FCD-Daten von INRIX, HERE und TOMTOM. Anschließend werden die Spot-Geschwindigkeiten, das Verkehrsaufkommen und die Straßenbelegung von Radarsensoren mit den Reisezeiten und mittleren Geschwindigkeiten aus FCD- und Bluetooth-Datensätzen fusioniert. Das Ergebnis dieses Fusionsprozesses werden Verkehrsflussraten und Fahrzeugdichte sein, welche die Verkehrsbedingungen charakterisieren. Die fusionierten Ergebnisse bilden die Grundlage für die Endphase der Stauerkennung und -verfolgung.

Angestrebte Ergebnisse

Die verarbeiteten Informationen werden regelmäßig auf ein Portal hochgeladen, um höchst zuverlässige Stauende-Alarme mit hoher räumlich-zeitlicher Genauigkeit zu erzeugen. Die Alarme werden über straßenseitige Wechselverkehrszeichen an die Verkehrsteilnehmer und über eine API an die Entwickler von Anwendungen weitergeleitet.

LeitungProf. Dr.-Ing. Michael Hahn
PartnerITS-United GmbH, AVT Consult GmbH
Projektwebsitehttp://mobiarch.hft-stuttgart.de/
FördergeberVerkehrsministerium Baden-Württemberg
AusschreibungFörderlinie MobiArch
Laufzeit13.06.2019–30.11.2020

Team

Name und Position Bereich E-Mail und Telefon Raum
Professor +49 711 8926 2560 2/209
Akademischer Mitarbeiter +49 711 8926 2559 2/249
Akademischer Mitarbeiter 2/281