Umbau von Zeilenbauten in Stuttgart-Rot

Neues Leben in alter Struktur:

Die in den fünfziger Jahren entstandenen Zeilenbauten sind eine der am häufigsten vorkommenden Bauformen der Nachkriegsmoderne in Deutschland.

Sie sind nicht nur von ihrer Bausubstanz her überaltert, viele der Bewohner sind mit den Häusern alt geworden. Diese Gebäude wurden ursprünglich für eine andere Gesellschaft als die heutige und für andere Bedürfnisse gebaut worden.

Die Aufgabenstellung für den Entwurf war es, neue Wohn- und Lebensformen in den Zeilenbauten zu ermöglichen, Co-Living mit einem Generationenmix, viel gemeinsam genutzer Infrastrutkur, einer Aufwertung der Außenräume und einer thermischen Sanierung der Gebäudehülle zu kombinieren.

Magee Rachel versucht, den klassischen Wohnungsverbandesaufzulösen. Die Bewohner können ihre Wohnungen durch Gemeinschaftszimmer in einer vorgeschalteten Struktur erweitern.

Anna Lena Mergenthaler setzte bei ihrem Projekt Commune 2.0 auf eine Programmierung des Wohngebäudes, die eher an die eines Hostels denken lässt. Ein Gerüst vor dem Haus macht dies mit einer neuen Erschließung möglich und bietet zudem eine halb-private Aneignungszone im Außenraum.

Sarah Klumpp kombinierte neue Erschließungstürme und Gemeinschaftsküchen zu einer Großform, die über das Hausdach greifen. Diese Zäsuren verwandeln die gesamte Zeile in einen spannenden, interessanten Baukörper.

Luisa Mannsberger packt gleich das gesamte Gebäude in eine Klimahülle, deren Temperatur Bereich zwischen Außenraum und Innenraum liegt. Die Idee kennt man, besonderen Pfiff bekommt das Projekt aber durch die Nutzungsideen für diese neuen Räume, welche die Innenräume ideal ergänzen und von ihrer Spießigkeit befreien.

Anna Aichele öffnet mit ihrem Projekt »open up« das Wohnen für neue Aktivitäten. Öffentliche Funktionen werden in das Privathaus geholt. Die 75 jährige Frau K bäckt gerne und verkauft ihren Kuchen im Café, Der Hipster L tritt im Mehrzweckraum als Standupkomedien auf und der noch sehr rüstige Herr B hat einmal pro Woche in der Werkstatt Sprechstunde als Fahrrad Doktor.

Marie Rünzi zeigt, welches Potential in den Zeilen steckt, indem sie ausgehend von den Innenräumen vielschichtige Raumzonen erzeugt, welche mehrdeutige Funktionsüberlagerungen ermöglichen und die Kommunikation zwischen den Bewohnern fördern.

Gemeinsame Interessen und Aktivitäten verbinden Menschen. Laura Prokopczuk verräumlicht diesen Ansatz, indem sie bei ihrem Entwurf mit einer neue Dachform dem Gebäude ein neues Erscheinungsbild gibt. Dabei entsteht sowohl eine neue Gesamtform als auch spannende Innen- und Außenbereiche mit einer hohen Aufenthalts Qualität.

Franziska-Ottilie Geesmann reflektiert in ihrer Arbeit konsequent den Unterschied zwischen dem Familienleben der Nachkriegszeit, als die Gebäude entstanden sind und der heutigen Situation, dass ein soziales Gefüge außerhalb der Familie immer wichtiger werden läßt. Waren es früher einzelne kleine Wohnungen mit kleinen Zimmern innerhalb der Wohnung, so ist es heute eine zusammengewürfelte Hausfamilie. Und das Haus versucht allen ihren Raum zu geben, ein Ort zu werden wo zusammen gekocht, gegessen und gelacht wird.

Raphael Maier reiht kleine private »Mini Loft« Einheiten entlang einer halböffentlichen »Porch« aneinander, über welche diese auch erschlossen werden. Küchen liegen liegen, in den oberen Geschossen durch Lichtöffnungen getrennt, an der Erschließungsseite, während die Wohn- und Schlafbereiche zur Gartenseite orientiert sind.