Die Geotechnik befasst sich mit dem Bauen in Boden und Fels. Die Aufgaben der Geotechnik sind so vielfältig wie diese natürlichen Baustoffe, also der Baugrund selbst. Sie reichen von der Baugrunderkundung über die Planung von Gründungen, Stützbauwerken und sonstigen Sicherungsmaßnahmen des Baugrunds bis hin zur Planung von Einschnitten, Dämmen oder Tunneln.

Der Baugrund stellt bei jeder Baumaßnahme eine neue und interessante Herausforderung dar. Der Master-Studiengang Geotechnik/Tunnelbau richtet sich an Ingenieure, die sich dieser Herausforderung im Rahmen einer späteren Tätigkeit in planenden Büros, Baufirmen, Arbeitgebern der öffentlichen Hand oder Forschung und Entwicklung stellen möchten. Der Studiengang bietet Studierenden vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten in allen Bereichen, in denen der Baugrund planerisch, rechnerisch, baubetrieblich oder rechtlich zu berücksichtigen ist.

Das anwendungsorientierte Studium kann entweder in Vollzeit über drei Semester oder berufsbegleitend in Teilzeit über fünf Semester absolviert werden. 

Bewerbung

15. Januar (Sommersemester)
15. Juli (Wintersemester)

Regelstudienzeit

3 Semester Vollzeit, 5 Teilzeit

Abschluss

Master of Engineering (M.Eng.)

Studiengang entdecken
Geotechnik/Tunnelbau

Inhalt

Die Disziplin Geotechnik erfordert innerhalb eines breiten Aufgabensektrums, welches von der Baugrunderkundung über die Planung bis zur Ausführung und dem Betrieb von Bauwerken oder Infrastrukturmaßnahmen reicht, individuelle und zielorientierte Lösungen. Das Studium vermittelt Methoden- und Fachkompetenzen welche zum Erarbeiten dieser Lösungen notwendig sind. Hierzu zählen z.B. fundierte Grundlagen der Geomechanik und die Fähigkeit, rechnerbasierte Verfahren zur Analyse geotechnischer Problemstellungen sicher und sinnvoll einzusetzen.Themen des Erd- Grund- und Tunnelbaus werden im Rahmen des Studiums projektbasiert im Rahmen von konkreten Entwurfsaufgaben behandelt. Im Tunnelbau stehen Bauverfahren und Maschineneinsatz sowie Mess- und Beobachtungsmethoden im Vordergrund. Zur Vorberatung der Übernahme von Führungsaufgaben im späteren Berufsleben werden im Studiengang auch die Themenfelder Recht, Management und Unternehmensführung abgedeckt.

Der Studiengang ist als Studium in Vollzeit oder Teilzeit konzipiert und führt zu einem Abschluss als Bauingenieur oder -ingenieurin (M.Eng.). Er hat eine Regelstudienzeit von 3 Semestern (Vollzeit) bzw. 5 Semestern (Teilzeit) und ist mit einem Umfang von 90 Credit Points akkreditiert.

Aufbau- und Transferphase

Bodenmechanik, Felsmechanik, Baugrunddynamik und Ingenieurgeologie
Grundlagen und Anwendung numerischer Verfahren in der Geotechnik
Stahl-und Stahlbetonbau in der Geotechnik
Planen und Entwerfen in der Geotechnik
Grundbau mit Spezialtiefbau, Tunnelbau
Recht, Management und Unternehmensführung            

Semester
1-2

Transferphase

Interdisziplinäre Projektarbeit
Master-Thesis

Semester
3

Schwerpunkte

eine Geotechnikzeichnung einer Baustelle

Geomechanik und nummerische Verfahren

Der erfolgreiche und ressourcenschonende Einsatz von Baugrund als Baustoffe erfordert ein fundiertes Verständnis der Erscheinungsformen und der Eigenschaften von Boden und Fels. Im Labor für Geotechnik können Studierende Boden und Fels selbst testen und mechanische Parameter für Berechnungen ableiten. State-of-the-Art Berechnungsmethoden der Geotechnik wie die nichtlineare Finite Elemente Methode werden im Studium genauso thematisiert wie klassische Berechnungsansätze für Boden, Fels und Poren- bzw. Kluftwasser.

eine Baustellenaufnahme von Stuttgart 21

Projektbasiertes Entwerfen im Erd-, Grund- und Tunnelbau

Projektbasiertes entwerfen im Erd-, Grund- und Tunnelbau Im Studium sind mehrere projektorientierte Aufgabenstellungen zu meistern - einzeln oder in multidisziplinären Teams. Die projektorientierten Aufgaben bereiten für die Arbeitswelt vor, fördern die Fähigkeit zur Problemlösung und zum kritischen Denken und bieten die Möglichkeit des Transfers, der in den Disziplinen Erd,- Grund- und Tunnelbau erarbeiteten Inhalte auf reale Problemstellungen.

 

Eine Tunnelröhre

Tunnelbau

Unterirdisches Bauen ist in schwierigen topographischen Verhältnissen oft eine Notwendigkeit. Aus städtebaulichen Gesichtspunkten sind Tunnel für Straße und Eisenbahn und andere Infrastruktur aber zunehmend auch in Ballungsräumen die beste Lösung. Als einzige Hochschule in Deutschland bietet die HFT einen auf den Tunnelbau spezialisierten Studiengang, der mit einer eigenen Professur für Tunnelbau ausgestattet ist an.

Menschengruppe in einer Zeichnung

Recht, Management und Unternehmensführung

Für die berufliche Tätigkeit im Bauingenieurwesen, insbesondere in leitender Position, gewinnen neben den technischen Kompetenzen zunehmend auch rechtliche und wirtschaftliche Aspekte an Bedeutung. Gute Kenntnisse der vertraglichen Grundlagen sind für den Erfolg eines Projektes ebenso wichtig wie eine professionelle Steuerung von Kosten und Terminen.

Praxisbezug

Die HFT Stuttgart ist traditionell mit regionalen Bauunternehmen und Ingenieurbüros eng vernetzt und garantiert damit einen fortlaufenden Austausch zwischen Theorie und Praxis. In Ihren Fachgebieten ausgewiesene Ingenieurinnen und Ingenieure aus der Praxis unterstützen den Studiengang z.B. in der Betreuung von Projekt- und Abschlussarbeiten und der Ausgestaltung der anwendungsorientierten Lehre. Externe Referenten tragen auch zum Gelingen des Stuttgarter Geotechnik Seminars bei, welches auch fester Bestandteil des Curriculum ist. Die auf die Studierendenzahl bezogene sehr große Anzahl von Stipendien spiegelt das Interesse und die Verbundenheit der Praxis an der HFT und an dem Studiengang Geotechnik/ Tunnelbau wieder. Die Vermittlung einer Werksstudententätigkeit begleitend zum Studium ist in der Regel problemlos möglich. Der Standort der Hochschule, in der Metropolregion Stuttgart mit ihren regen Bautätigkeiten bietet auch immer wieder die Möglichkeit, z.B. in Form von Exkursionen, den Bezug zur Baupraxis an konkreten Bauvorhaben und Projekten herzustellen.

Exkursion

Neben regelmäßig stattfindenden Tagesexkursionen während des Semesters, bietet der Studiengang auch im Jahr 2020 eine mehrtägige Exkursion an. Die Exkursionen bieten einen intensiven Einblick in die praktischen Anforderungen bei der Bauausführung, in die Schnittstelle Planung und Ausführung sowie das Zusammenwirken aller am Bau beteiligten Personen und Gewerke.

Projekte

Lageplan einer Tunnelbaustelle

Jedes Semester wird eine projektbasierte Aufgabenstellung angeboten, welches durch die Studierenden arbeitsteilig in Projektteams bearbeitet wird. Die Projektteams organisieren und koordinieren ihre Arbeitsteilung selbst und werden durch Professoren und Lehrbeauftragte des Studiengangs als Berater der Projektteams unterstützt. Das Projekt erstreckt sich über das gesamte Semester und wird am Ende mit einer Präsentation der Ergebnisse abgeschlossen.

  • Projekt WS19/20: Planung des Eisenbahntunnels Ostelsheim an der Hermann-Hesse-Bahn
  • Projekt SS2019: Planung des Abwasserstollens „Zuckerbergstollen II“ für die Stadtentwässerung Stuttgart
  • Projekt WS18/19: Planung eines Erkundungs- und Kontrollgangs unter dem Wehr und dem Krafthaus der Staustufe Hessigheim/Neckar

Bewerbung

Für die Zulassung zum Master-Studiengang werden ein überdurchschnittlich guter Abschluss eines Hochschulstudiums mit mindestens dreijähriger Regelstudienzeit an einer deutschen Hochschule oder einer vergleichbaren ausländischen Hochschule in der Studienrichtung Bauingenieurwesen sowie gute deutsche und englische Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Von Vorteil ist eine fachbezogene Berufstätigkeit als Bauingenieur in einem Ingenieur- bzw. Planungsbüro oder einem einschlägigen Bauunternehmen. Bewerber mit Bachelorabschluss müssen mindestens 210 Credit Points nach ECTS (CP) aus einem Bauingenieurwesen-Studiengang nachweisen. Das Bewerbungsportal finden Sie hier.

Karriere

Bauingenieur*innen mit Fach- und Methodenkompetenz in der Geotechnik sind am Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Die beruflichen Tätigkeitsfelder sind thematisch äußerst vielseitig und bieten auch hinsichtlich der möglichen Arbeitgeber ein breites Spektrum von planenden Büros über Baufirmen bis zur öffentlichen Hand oder einer Selbstständigkeit. Der Abschluss „Master of Engineering“ qualifiziert für den höheren Dienst und in Zusammenarbeit mit einer Universität zur Promotion.

    Mögliche Tätigkeitsfelder

    • Baugrund- und Gründungsberatung
    • Planung, Entwurf und Ausschreibung im Erd- Grund- und Tunnelbau
    • Konstruktion und Bemessung im Erd- Grund- und Tunnelbau
    • Spezialtiefbau
    • Bauleitung
    • Umweltschutz und Katastrophenvorsorge
    • Betrieb geotechnischer Anlagen
    • Forschung in Bodenmechanik und Felsmechanik

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