Informationslogistik

Praxis digital verbinden

An der HFT Stuttgart eine Laborübung absolvieren und gleichzeitig mit einem Forschungslabor der Universität Parma zusammenarbeiten? Kann das funktionieren? Ja, kann es! Wenn man im Studiengang Bachelor Informationslogistik an der HFT Stuttgart studiert.

Die Studierenden des 6. Semesters hatten im Wahlpflichtfach „Internet of Things“ in diesem Semester die Möglichkeit, das Thema RFID in der Logistik auf einem ganz neuen Weg kennenzulernen. Bereits seit dem 2. Semester haben die Studierenden die Möglichkeit mit industrienahen Umgebungen und Geräten aus dem Themenfeld Internet der Dinge und Industrie 4.0 zu experimentieren, mit dem Ziel ihre theoretischen Erkenntnisse ganz handlungspraktisch anzuwenden. So konnten die Studierenden RFID Transponder in einer RFID Messkammer hinsichtlich ihrer Leistung und Funktion evaluieren, um einen passenden Transponder für ein Einsatzgebiet zu ermitteln oder sie installierten Ortungssysteme und Sensoren zur Überwachung von Bewegungsflüssen, der Raumauslastung oder dem Raumklima.

Generell spielt im Studiengang das Thema Digitalisierung DIE entscheidende Rolle. Die richtigen Informationen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben, erfordert von den Studierenden gleichermaßen theoretisches Wissen zu digitalen Prozessen und praktische Fähigkeiten zum Einsatz informations- und kommunikationstechnischer Systeme. Hybride Lernumgebungen, d. h. der Mix aus realen und digitalen Laboren, können dabei einen wichtigen Beitrag zum Kompetenzerwerb leisten.

Um den Studierenden in diesem Semester eine Laborübung der etwas anderen Art zu bieten, nutzten die mit dem Studiengang kooperierenden Forscher*innen des Forschungsprojektes DigiLab4U die Gelegenheit eine hybride Laborübung zu pilotieren. Über eine Virtual Reality (VR) Laborumgebung, in die die Studierenden der HFT mit Hilfe einer VR-Brille „eintauchen“ konnten, kooperierten sie mit Studierenden der Universität Parma, die live via Augmented Reality (AR) Schnittstelle in die VR-Umgebung verbunden waren. Über die digitale Schnittstelle konnten die Studierenden virtuelle RFID Transponder austauschen, die an der HFT in einer virtuellen Messkammer getestet wurden. Die so getesteten Transponder wurden im Anschluss in der Laborumgebung der Universität Parma unter realen Bedingungen auf einem Förderband getestet. So wurden die realen Gegenstücke der virtuellen RFID Transponder in Parma auf einem Produktkarton befestigt, über ein Förderband transportiert und mittels entsprechender Antennen die Transponderfunktion getestet. Die Messergebnisse, die die Studierenden an der HFT in der virtuellen Messkammer ermittelt haben, wurden anschließend mit den Ergebnissen der realen Umgebung in Parma verglichen, um zu prüfen, wie ein Transponder sich in einem geschützten Bereich, wie es die Messkammer bietet, im Verhältnis zu einer realen Industrieumgebung verhält.

Die Neuentwicklung eines solchen komplexen Szenarios birgt seine technischen Tücken, aber davon ließen die Studierenden sich nicht abhalten viel auszuprobieren, nachzufragen und die ein oder anderen Wartezeiten mit Humor zu überbrücken. Die Kernthemen der Informationslogistik praktisch erfahrbar zu machen und reale Objekte mit digitalen Systemen zu verbinden, soll auch zukünftig mit forschungsnahen, teamorientierten Projekten und Laborübungen begleitet werden.

Bachelor-Studiengang Informationslogistik

Die Verknüpfung von Forschung und Lehre ermöglicht es dem Studiengang, die Lehre auf einem aktuellen Niveau zu halten. Aufgrund der sprunghaften Technologieentwicklung werden die Studieninhalte stetig aktualisiert. Dies wird durch das Mitwirken in einer Vielzahl von Forschungsprojekten sichergestellt. Bewerbungen für das Wintersemester 2021/22 sind jetzt möglich.

Veröffentlichungsdatum: 14. Juli 2021 Von Anke Pfeiffer ()