Mobilität ist eine Grundvoraussetzung unseres Lebens und Wirtschaftens geworden. Unter dem Einfluss von Klimawandel, Ressourcenverknappung und demografischen Verschiebungen kommt ihr eine Schlüsselfunktion in der Daseinsfürsorge zu. Die Herausforderungen, die mit den anstehenden Änderungen einhergehen, erfordern von den Kommunen und Regionen zunehmend komplexere Infrastrukturkonzepte und -planungen. Von der Bauindustrie werden intelligente und innovative Bauleistungen erwartet, um im nationalen und internationalen Wettbewerb diese infrastrukturellen Anpassungen effektiv und effizient mit und für die Gesellschaft realisieren zu können.

Der Master-Studiengang Verkehrsinfrastrukturmanagement richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure, die ihre Kenntnisse und Kompetenzen in Planung, Bau, Erhaltung, Betrieb sowie Steuerung von Verkehrsinfrastruktur vertiefen und erweitern wollen.

In interdisziplinärer Ausrichtung werden die wirtschaftlichen, technischen, baubetrieblichen und juristischen Komponenten von Planung, Entwurf, Bau, Betrieb und Erhaltung von Verkehrsanlagen behandelt. Dabei werden alle Verkehrsträger - Straße, Schiene, Wasser und Luft - sowie alle Mobilitätsformen vom Individualverkehr bis zum öffentlichen Personennahverkehr einbezogen.

Die Studieninhalte werden praxisnah und interaktiv in kleinen Gruppen vermittelt, so dass jedem genug Zeit für Fragen und Diskussionen zur Verfügung steht. Durch die Zusammenfassung von Lehrveranstaltungen in Blöcken entstehen zwischen den Präsenzphasen frei verfügbare Tage.

Die Regelstudienzeit beträgt 3 Semester. Der Schwerpunkt im letzten Semester liegt auf der Anfertigung einer umfangreichen Master-Thesis. Ein Einstieg in den Studiengang ist sowohl zum Wintersemester als auch zum Sommersemester möglich.

Die Absolventen erhalten als Abschluss des akademischen Grads MASTER OF ENGINEERING (M.Eng.)

Bewerbung

15. Juni (für das Wintersemester)
15. Dezember (für das Sommersemester)

Regelstudienzeit

3 Semester

Abschluss

Master of Engineering (M.Eng.)

Verkehrsinfrastrukturmanagement

Inhalt

Wenn Sie herausfinden möchten, wie Verkehrsinfrastruktur funktioniert und welche technischen und planerischen Gedanken diesen zugrunde liegen, dann sind Sie bei uns richtig. Vertiefen Sie das, was Sie im Bereich Verkehrsplanung und Entwurf, Straßenbautechnik und Betrieb sowie Verkehrsentwicklungsplanung gelernt haben.

Einen detaillierten Ablauf des Studiums mit allen Modulen können Sie in der aktuellen Studien- und Prüfungsordnung unseres Studienganges einsehen.
Die Modulbeschreibungen geben einen Eindruck von den konkreten Studieninhalten. Die für jedes Semester aktuellen und vollständigen Modulbeschreibungen samt Detailinformationen finden Sie im Modulhandbuch.

Schwerpunkte

Impressionen zu Infrastruktur

Das Studium umfasst folgende Schwerpunkte:

  • Verkehrs- und Raumplanung
  • Siedlungsstruktur und Mobilitätsentwicklung
  • Verkehrsmanagement / Verkehrssteuerung
  • Zustandserfassung und -bewertung von Infrastruktureinrichtungen
  • Betrieb und Erhalt von Straßen
  • Betrieb von ÖPNV / Schienenverkehr
  • Betrieb von Flughäfen
  • Binnenschifffahrt und Häfen

Dieses breite Spektrum an Studieninhalten wird an der Hochschule für Technik Stuttgart praxisnah vermittelt. Durch einen intensiven Austausch mit Fachbehörden, Ingenieurbüros und Bauunternehmer erhalten sie praxisorientierte Einblicke in Betriebsabläufe, Planung und Finanzierung von Projekten sowie in Unternehmensstrukturen.

Praxisbezug

Eine Straße mit dichtem Verkehr und Hochhäuser bei Nacht

Die Grundsätze des Studiengangs der „Breite“ (verschiedene Verkehrsträger) und „Tiefe“ (Lebenszyklus von Verkehrsinfrastrukturen) mit den Schwerpunkten Betreiben und Weiterentwickeln von Verkehrsinfrastrukturen drückt sich vor dem Hintergrund eines größtmöglichen Qualitätsanspruches unter anderem darin aus, dass ausgewiesene Fachleute von Firmen (STRABAG AG, SSB AG, DB AG), der öffentlichen Hand (Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Wasser- und Schifffahrtsamt Stuttgart) sowie Consultingunternehmen als Lehrbeauftragte berufen wurden. Aufgrund dieser personellen Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis besitzt der Studiengang einen großen Bezug zu aktuellen Aufgaben, Fragestellungen sowie Lösungsansätzen (z.B. Baustelle 4.0) aus dem Bereich Verkehr/Mobilität.

Eine Gruppe von Studierenden in einem Steinbruch

Integraler Bestandteil des Konzeptes des Studienganges sind die in den einzelnen Modulen eingebundenen (Tages-)Exkursionen und Fachbesichtigungen. In der Regel laufen diese Exkursionen und Besichtigungen im Vor- bzw. Nachgang zu spezifischen Themenkomplexen ab und bilden so zum einen eine zusätzliche Möglichkeit, das Gelernte zu wiederhohlen bzw. zu vertiefen und zum anderen die Möglichkeit des Transfers von Praxis zu Theorie bzw. von Theorie zu Praxis.
Darüber hinaus weist der Studiengang in den ersten beiden Semestern Studienprojekte aus. Mit diesen Projekten bietet der Studiengang Verkehrsinfrastrukturmanagement den Studierenden die Möglichkeit zur praktischen Anwendung ihres in ihren bisherigen Studiengängen erworbenen Grundfachwissens. Im Vordergrund steht dabei das Erlernen von inhaltlicher und zeitlicher Organisation innerhalb eines Teams.

Ein Plan

Die Bearbeitung von Aufgaben innerhalb eines Projekts verlangt neben einem fundierten theoretischen Wissen das gemeinsame Erkennen, Priorisieren und Lösen maßgeblicher Probleme sowie die Fähigkeit zur Kompromissfindung. Die Projektteilnehmer sollen sich darüber hinaus der Interdisziplinarität komplexer Planungsaufgaben sowie des sich bietenden breiten Spektrums unterschiedlicher Lösungsansätze bewusst werden.

Die jeweiligen Projekte beziehen sich dabei in der Regel auf konkrete Fragestellungen aus der Praxis und werden in ihrer Bearbeitung nicht nur durch die Hochschule, sondern auch durch die jeweiligen Vorhabenträger (Zweckverbände, Straßenbaulastträger, Stadtplanungsämter etc.) begleitet.

Die Städte in Deutschland sind stark emissionsbelastet,deshalb rücken immer mehr innovative Konzepte in den Fokus, die zur Reduktion der Emissionen führen, allen voran verschiedene Sharing-Modelle. Innerhalb des Projekts wurdenvier Aufgabestellungen durch Gruppen bearbeitet. Die erste Gruppe analysiertedie heutigen Messmethoden, die zur Erfassung desModal Splits verwendet wurden. Hierbei solltengezielt innovative Erfassungs-und Auswertevorgehen abgeleitet werden. Essollteinsbesondere eine Messmethode erarbeitet werden, welche den Einfluss vonSharing-Modellenauf die Emissionsreduktion erfassbar und möglichst messbar macht.

Die zweite Gruppe befasstesich mit der Region Tuttlingen. Hier wurden bereits verschiedene Feldversuche, die den Einsatz und die Akzeptanz von Pedelec im ländlichen Raum analysierten, durchgeführt. Die Daten, die durch die Feldversuche dokumentiert wurden,wurdenausgewertet. Aus den Ergebnissen sollteabgeleitet werden, welche verkehrstechnischen Gestaltungen bevorstehen. Hierbei sollteallen voran das Augenmerk auf anstehende bauliche Investitionen unter dem Aspekt des Pedelec-Sharing gelegt werden. Die Auswertungen und Ableitungen sind in Form einer Empfehlungsvorlage für den Stadtrat der Stadt Tuttlingen gestaltet. Auch die Stadt Stuttgart ist durch hohen emissionsbelasteten Verkehr geprägt. Um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, ist das Erreichen einer Verhaltensänderung bei der Verkehrsmittelwahl notwendig.

Die dritte Gruppe erarbeiteteVorschläge, wie die Gestaltung der Region Stuttgart in Bezug auf bestehende Pedelec-Sharing Lösungen und neue innovative Lösungen verändert werden kann. Für Feldversuche standen Pedelecsan der Hochschule zur Verfügung. Auch an der HFT stehen zukünftig Verkehrsmittel mit emissionsfreier Antriebstechnik für die dienstliche Nutzung zur Verfügung.

Die vierte Projektgruppe analysierte das Nutzerverhalten hinsichtlich der Entscheidung für ein emissionsfreies oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. So konntengezielt Anreize für die Nutzung emissionsfreier Mobilität erkannt und diese gezielt eingesetzt werden. Eine entsprechende Analysemethode ist zu entwickeln, die die Entscheidungsprozesse transparent macht und Stimulationsanreize schafft.

Die Ergebnisse sind in einem entsprechenden Projektbericht darzustellen und am Ende des Wintersemester 2019/2020 zu präsentieren.

Im Sommersemester 2019 wurde die Neckarquerung der Kreisstraße 1618 in Hessigheim, LandkreisLudwigsburg untersucht. Die Straße erfüllt eine wichtige Verbindungsfunktion des Ortes Hessigheim, der durch den Neckar geteilt wird. Die vorhandene Brücke, die in eine Schleuse integriert ist, wurde in den 1950er Jahren gebaut und erfüllt die heutigen Verkehrsanforderungen nur eingeschränkt. Bei der turnusmäßigen Brückenhauptprüfung wurden zudem Mängel an der Tragwerkskonstruktion festgestellt.

Im Zuge des Projekts wurde zunächst die Verkehrssituation mittels einer mehrtägigen Verkehrserhebung analysiert und anschließend bewertet. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden Schwachstellen und Mängel offengelegt und in Gruppen verschiedene Lösungsansätze entwickelt.

Die von den Studierenden entwickelten Lösungsansätzenreichten von minimalinvasiven Eingriffen, wie etwa einer Lichtsignalanlage über Ersatzneubauten der Brücke, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Schleuse, bis hin zu einer Fähre.

Die erarbeiteten Entwurfsplanungen wurden Vertretern des Landkreises Ludwigsburg präsentiert sowie in einem abschließenden Plenum diskutiert.

Auslandsaufenthalt

Ein Student mit Rucksack bei einer Wanderung

Während des Studiums ist der Weg ins Ausland besonders leicht und internationale Erfahrung ist so gefragt wie nie zuvor. Der Umgang mit einer anderen Sprache, neuen Kulturen sowie neuen Zugänge zu seinem Fach bereichern die persönliche Lebenserfahrung.

Der Studienplan sieht planmäßig keinen Auslandsaufenthalt vor. Der Studiengang und die Hochschule bestärken und unterstützen die Studierenden jedoch in bzw. bei der Planung und Durchführung von Auslandsaufenthalten. Den Studierenden stehen die Partnerhochschulen insbesondere der Studiengänge Bauingenieurwesen, Infrastrukturmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen für Auslandsaufenthalte zur Verfügung.

Im Ausland erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen können mit entsprechendem Nachweis angerechnet werden.

Bewerbung

Wollen Sie Ihre Studienentscheidung in die Tat umsetzen?
Dann müssen Sie die Zulassungsvorrausetzungen erfüllen und die Fristen/Termine zur Bewerbung einhalten. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über den Ablauf Ihrer Bewerbung für den Masterstudiengang Verkehrsinfrastrukturmanagement an der Hochschule für Technik Stuttgart.
Die Bewerbung zum Master-Studiengang Verkehrsinfrastrukturmanagement erfolgt online. Das Bewerbungsportal finden Sie hier.

  • Folgende Bewerbungsfristen sind zu beachten. Diese Fristen sind ausnahmslose Ausschlussfristen!
    • für das Wintersemester:       15. Juni
    • für das Sommersemester:   15. Dezember

Bitte beachten Sie, dass die Fristen für den Masterstudiengang Verkehrsinfrastrukturmanagement von den allgemeinen Hochschulfristen abweichen.

  • Um an der Hochschule für Technik den Masterstudiengang Verkehrsinfrastrukturmanagement studieren zu können, benötigen Sie einen ersten erfolgreichen, berufsqualifizierenden Hochschulabschluss mit mindestens sechs Studiensemestern an einer deutschen Hochschule oder einer vergleichbaren ausländischen Hochschule in einer Studienrichtung mit raum- oder verkehrsbezogenen Schwerpunkten.
  • Bewerberinnen und Bewerber mit Bachelor-Abschluss müssen mindestens 210 Credit Points nach ECTS (CP) nachweisen. Fehlende Module oder CP können durch Teilnahme an geeigneten Lehrveranstaltungen der Fakultät Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft erworben werden.
  • Bewerberinnen und Bewerber mit Zeugnissen ausländischer Hochschulen lassen diese vom Studienkolleg Konstanz anerkennen.
  • Erwünscht und von Vorteil ist eine fachbezogene Berufstätigkeit als Ingenieurin bzw. Ingenieur in einem Ingenieur- oder Planungsbüro oder dem technischen Büro einer Bauunternehmung.
  • Da der Studiengang ausschließlich auf Deutsch gelehrt wird, müssen Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland, die den Hochschulabschluss oder gleichwertigen Abschluss nicht an einer deutschsprachigen Hochschule erworben haben, ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen (z.B. Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH), Großes oder Kleines Deutsches Sprachdiplom des Goethe-Instituts, Test Deutsch als Fremdsprache (TestDaF)
    mindestens Niveaustufe 4).

Bitte beachten: Für einen Teil der zu vergebenden Studienplätze werden Auswahlgespräche durchgeführt (entsprechend der Zulassungssatzung §6 (2)). Ein Teil der Bewerberinnen und Bewerber wird zeitnah nach dem Bewerbungsfristende zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen. Bitte stellen Sie sich darauf ein.

Karriere

Nachdem in Deutschland das Verkehrsnetz in den vergangenen Jahrzehnten sukzessiv ausgebaut wurde, verlagert sich der Fokus nun zunehmend auf die Erhaltung und Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur. Diese muss den sich wandelnden Nutzungsansprüchen gerecht werden.

Deutschlandweit nehmen über 100.000 Ingenieure Aufgaben verbunden mit der Sicherstellung nachhaltiger und umweltschonender Mobilität wahr. Sie optimieren die Bedingungen für einen weitestgehend uneingeschränkten Verkehr von Personen und Güter durch Neu-, Ausbau und Erhalt des Straßen- und Schienennetzes, der Binnenwasserstraßen und der Luftverkehrsanlagen.

Der erfolgreiche Abschluss des Studienganges befähigt zu einer qualifizierten Tätigkeit in den Arbeitsbereichen Planung, Entwurf, Bau sowie Betrieb und Erhaltung von Verkehrsträgern. Der Bedarf an Ingenieure in Deutschland für die Übernahme von Fach- und Führungsaufgaben ist aktuell sehr hoch, deshalb finden fast alle Absolventen schnell eine passende Beschäftigung. 

Typische Arbeitgeber:

  • Bauunternehmen (Organisation und verantwortliche Betreuung von Projekten),
  • Ingenieurbüros (Projektmanagement und Verkehrsplanung),
  • Deutsche Bahn,
  • öffentlicher Dienst (bei Bund, Ländern, Kommunen; bspw. im höheren Dienst der Straßenbauverwaltung),
  • Verkehrsbetriebe oder -verbünde,
  • Beratungsgesellschaften des Verkehrswesens,
  • Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen (Betreuung von Forschungsprojekten und die Möglichkeit zur Promotion),
  • Fahrzeugindustrie (Aspekte der Interaktion Fahrzeug-Fahrbahn / Fahrzeug-Verkehrsinfrastruktur),
  • Logistik- oder Mobilitätsdienstleistern,
  • Softwareunternehmen (Verkehrssoftware, Datenkommunikation und -dokumentation, Digitalisierungsprozesse).

Je nach Abschluss, Branche, Region, Aufgabenumfang und Unternehmen fallen die Gehälter von Verkehrsingenieuren unterschiedlich aus. Absolventen von Masterstudiengängen bekommen beim Berufseinstieg in der Regel monatlich ein paar hundert Euro mehr als ein Bachelor of Engineering.

Der durchschnittliche Einstiegsgehalt für M.Eng. beträgt knapp 3500 Euro, mit etwas Berufserfahrung steigt dein Verdienst dann im Laufe Deiner Karriere auf bis zu 5000 Euro im Monat an.

Im öffentlichen Dienst wirst Du nach dem entsprechenden Tarif bezahlt und, je nach Abschluss und genauem Arbeitsplatz, in die Gehaltsstufen 11 bis 13 eingruppiert.

Mit dem Abschluss des Master-Studiengangs Verkehrsinfrastrukturmanagement wird die Voraussetzung für eine Bewerbung für das Baureferendariat erfüllt (Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des höheren bautechnischen Verwaltungsdienstes der Fachrichtung Straßen). Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Großen Staatsprüfung ist ein Beamtenverhältnis möglich. Der Einstieg dann als Baurat/Baurätin erfolgt in der Eingruppierungsgruppe A13.   

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