Der Master-Studiengang Gebäudephysik kombiniert Wissensgebiete und Fragestellungen der theoretischen und der angewandten Bauphysik. Neben dem Vertiefungsbereich der Akustik bzw. des Schallschutzes mit zugehöriger Messtechnik werden in den Bereichen der thermischen Bauphysik und nachhaltiger Energiesysteme vor allem die naturwissenschaftlichen und mathematischen Konzepte der hierfür erforderlichen Modellansätze und Simulationswerkzeuge behandelt.
Der Studiengang ist ein Kooperationsmasterstudiengang mit den Studiengängen Bauphysik an der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT) und - in externer Kooperation - mit den Studiengängen Energie- und Gebäudetechnologie, Holzbau und Ausbau sowie Innenausbau an der Technischen Hochschule Rosenheim (THRo).
Bewerbung
15. Januar für Studienbeginn im Sommersemester in Rosenheim
15. Juli für Studienbeginn im Wintersemester in Stuttgart
Energieeffizienz, Energieeinsparung, Lärmschutz, Raumakustik, Technische Akustik (auch in der Fahrzeugindustrie), Psychoakustik, Regenerative Energie- und Gebäudetechnik, Solares Heizen und Kühlen sind nur einige Bereiche, in denen speziell ausgebildete Gebäudephysikerinnen und - physiker gefragt sind – und das auf lange Sicht!
Der Studiengang vereint die Stärken zweier Hochschulen und ermöglicht so ein breites, individuell vertiefbares Fachwissen rund um nachhaltiges Bauen – von bauphysikalischen Grundlagen über energetische Konzepte bis hin zu ausbautechnischen Lösungen.
Dank enger Verzahnung von Lehre und Forschung profitieren die Studierenden von aktuellen Erkenntnissen und können ihre Abschlussarbeiten in praxisnahe Forschungsprojekte einbinden. So bereitet das Studium optimal auf anspruchsvolle Aufgaben in Planung, Entwicklung und Forschung vor.
Emilia, 2025
Bachelor Architektur
Meine kreative Ader hat mich zunächst in die Architektur geführt. Dort konnte ich gestalterisch arbeiten und Ideen räumlich werden lassen. Mit der Zeit wuchs jedoch auch mein Interesse an den technischen Hintergründen des Bauens – insbesondere daran, warum Gebäude so funktionieren, wie sie funktionieren. Dieses technische Interesse hat mich schließlich zur Gebäudephysik geführt. Obwohl ich als Quereinsteiger begonnen habe, merke ich schnell, dass sich Kreativität und Technik ideal ergänzen. Der Studiengang vermittelt mir einiges an Fachwissen, das mir bisher gefehlt hat, und zeigt, dass man mit Neugier und Engagement auch aus einem anderen Bereich heraus erfolgreich in die Bauphysik einsteigen kann.
In beiden Fachsemestern werden die mathematischen und physikalischen Kenntnisse basierend auf der Bachelorebene erweitert und spezielle Vertiefungsmodule in den Bereichen Energie und Akustik angeboten. Ein großer Anteil von Laborarbeiten mit praxisgerecht gestalteten Übungen begleitet die theoretische Ausbildung. Mit den Wahlpflichtvorlesungen und den interdisziplinären Studienprojekten legen die Studierenden einen Schwerpunkt fest: Akustik und Schallschutz (A) oder thermisch-hygrische Bauphysik und Energietechnik (E). Eine Übersicht des Studienangebotes zeigt die nachfolgende Grafik.
Semester
1/2
Fachsemester
Das Studienangebot wird zu gleichen Teilen von beiden Hochschulen erbracht und am jeweiligen Standort der beiden Hochschulen durchgeführt. Der Vorlesungsteil wechselt während der ersten beiden Semester zwischen der HFT Stuttgart (Wintersemester) und der TH Rosenheim (Sommersemester).
Neben dem Vertiefungsbereich der Akustik bzw. des Schallschutzes mit zugehöriger Messtechnik werden in den Bereichen der thermischen Bauphysik und nachhaltiger Energiesysteme vor allem die naturwissenschaftlichen und mathematischen Konzepte der hierfür erforderlichen Modellansätze und Simulationswerkzeuge behandelt. Laborarbeiten mit praxisgerecht gestalteten Übungen begleiten die theoretische Ausbildung. Und dann sind Sie gefragt: Mit interdisziplinären Studienprojekten legen Sie Ihren Schwerpunkt fest: Akustik und Schallschutz oder Thermisch-Hygrische Bauphysik und Energietechnik. Bei alledem sind Sie nie auf sich alleine gestellt: Wir bieten Ihnen ein optimales Lernumfeld in kleinen Semesterverbänden mit guter Betreuung durch die Professoren und Mitarbeiter des Studiengangs.
Semester
3
Erstellung Masterthesis
Das dritte Semester ist der Erstellung der Masterthesis vorbehalten. Die Masterthesis kann - je nach Aufgabengebiet - an der HFT Stuttgart, der TH Rosenheim oder extern verfasst werden.
Mit der Masterthesis erstellen die Studierenden selbstständig und nach wissenschaftlichen Methoden eine praxisorientierte Arbeit zu aktuellen Fragestellungen aus dem Themenbereich des Studiengangs. Dabei wenden sie die aktuellen Methoden der Gebäudephysik und der angrenzenden Bereiche an und reflektieren die zuvor im Studium erlernten Inhalte. Die Studierenden sollen in ihrer Masterarbeit zeigen, dass sie selbstständig wissenschaftlich arbeiten können. Das Thema soll außerdem die Möglichkeit geben, eigene Ideen zu entwickeln. Die wichtigsten Inhalte der Arbeit sollen in einem Abschlusskolloquium klar und übersichtlich vorstellen werden. Dabei sollen sie zeigen, dass sie ein komplexes Thema gut aufbereiten und verständlich erklären können.
Laborarbeit
Der Studienbereich Bauphysik verfügt über ein eigenes Laborgebäude mit verschiedenen Prüfeinrichtungen und Versuchsaufbauten, deren Konzepte und schalltechnische Auslegungen im Studiengang zum Teil selbst entwickelt wurden. Die akustischen Prüfeinrichtungen entsprechen dem neuesten Stand der Erkenntnis und gehören zu den modernsten in Europa. (siehe auch Prüfeinrichtungen im Studienbereich Bauphysik). Alle Labore werden in der Lehre sowie für Forschungsprojekte eingesetzt.
Michaela, 2024
Bachelor Innenausbau
Erst gegen Ende meines Innenausbau Bachelors an der Technischen Hochschule Rosenheim entdeckte ich meine Leidenschaft an der Akustik. Im Master Gebäudephysik konnte ich mich dann durch den modularen Aufbau sehr gut in der Psychoakustik vertiefen und anfangen, zur Lästigkeit von Außenlärm zu forschen. „Nicht lästig“ bedeutet jedoch nicht, dass sich Menschen in der Geräuschumgebung wohlfühlen. Deshalb konzentriere ich mich heute auf die akustische Behaglichkeit im Außenraum. Im Rahmen meiner Promotion an der Hochschule für Technik Stuttgart habe ich die Chance einen Beitrag zu zukünftigen, lebenswerten Städten zu leisten.
Voraussetzungen
Voraussetzung für die Zulassung zum Master-Studiengang Gebäudephysik ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss (Bachelor, Diplom oder Äquivalent) in den Studienrichtungen Bauphysik, Bauingenieurwesen, Klimaengineering, Energie- und Gebäudetechnologie, Holzbau- und Ausbau, Innenausbau oder einer verwandten Fachrichtung nach einem mindestens dreieinhalbjährigen Vollzeit-Studienprogramm (210 Creditpoints gemäß ECTS).
Zudem sind folgende Fachkenntnisse nachzuweisen:
Mathematik: 10 CP
Physikalische und bauphysikalische Grundlagen: 12 CP
Falls die Zulassungsvoraussetzungen nicht vollständig erfüllt werden, kann häufig nach Rücksprache mit dem Studiengang eine individuelle Lösung zum Nachholen der fehlenden Leistungen gefunden werden. Hierzu vereinbaren Sie gerne einen persönlichen Beratungstermin.
Nachteilsausgleich:
Mit dem Antrag auf Nachteilsausgleich können Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen Umstände geltend machen, die sie gehindert haben, entweder eine bessere Durchschnittsnote beim Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen oder ihre Hochschulzugangsberechtigung früher zu erwerben.
Hierdurch kann die Durchschnittsnote oder die Wartezeit verbessert und die Möglichkeit auf einen Studienplatz erhöht werden.
Die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes für Absolventen der Gebäudephysik können als ausgesprochen positiv charakterisiert werden. Die aktuelle Arbeitsmarktsituation lässt erwarten, dass die Absolventinnen und Absolventen sofort nach Beendigung des Studiums eine adäquate Beschäftigung aufnehmen können.
Absolventen finden Beschäftigung als planende und beratende Ingenieure in Ingenieurbüros, in Generalunternehmen im Bau- und Energiesektor, in Stadtplanungs- und Bauämtern von Städten und Gemeinden, ebenso wie als Entwicklungsingenieure in Herstellerbetrieben. Bei speziellen Aufgabengebieten der technischen Akustik und der Versorgungstechnik, bieten sich zudem berufliche Tätigkeitsfelder im Bereich der Forschung an Hochschulen und Instituten an.
Bela, 2024
Bachelor Energie- und Gebäudetechnologie
Nach dem Masterstudium bin ich als Projektmanager für Energie- und Klimaschutzberatung am Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV GmbH) eingestiegen. Ich begleite dort Unternehmen und Kommunen auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit. Das Studium der Gebäudephysik hat mir dabei insbesondere durch die energietechnischen und baubezogenen Vorlesungen in Stuttgart und Rosenheim sehr geholfen.