10 Jahre Zusammenarbeit – ein Jahrzehnt des Erfolgs

Am Freitag, den 15. Juli 2022, feierte die Gemeinde Wüstenrot die zehnjährige und zugleich erfolgreiche Zusammenarbeit mit der HFT Stuttgart. Ein Festakt mit rund 140 Teilnehmenden in Wüstenrot und vielen Erfolgsfaktoren auf dem Weg der Gemeinde zur „Smart Village Wüstenrot“. Oder anders formuliert:
10 Jahre Zusammenarbeit – ein Jahrzehnt des Erfolgs. So geht Energiewende. 

Eine ausführliche Nachlese finden Interessierte hier

So geht Energiewende

Wir feiern 10 Jahre Zusammenarbeit mit der Vorreiter-Gemeinde Wüstenrot

Die Gemeinde Wüstenrot bei Heilbronn ist ein Vorbild für die Energiewende auf dem Land. Seit zehn Jahren baut sie ihre Energiesysteme nachhaltig um – Stück für Stück – mithilfe von Forschungsprojekten der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT Stuttgart). Damit möchte sie unabhängig von externen Energielieferungen werden. Am 15. Juli lädt sie Akteur:innen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein zur Eröffnung ihres Energie-Erlebnis-Pfads mit wichtigen Stationen der Energiewende.

Mit intelligenten Energiesysteme sowie Stromerzeugung aus Sonne, Erdwärme und Biomasse setzt Wüstenrot auf die eigene Unabhängigkeit. Die Gemeinde gilt als Vorreiterin und Best-Practise-Beispiel. Fach-Delegationen aus ganz Deutschland informieren sich vor Ort. Besuch gab es bereits aus China, Japan, Brasilien und aus der Karibik.

 

 

TALKING HEADS VIDEO

Eine Video-Installation mit dem Titel "Talking Heads Wüstenrot" zeigt Bürger:innen und Forschende, die über ihre Erfahrungen berichten.

Energie-Erlebnis-Pfad Wüstenrot

Energie-Erlebnis-Pfad Smart Villages

Attraktive Orte im ländlichen Raum

Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive digital@bw des Landes Baden-Württemberg hatte die HFT Stuttgart, eine der führenden Hochschulen in Deutschland auf dem Gebiet der 3D-Entwicklungen, gemeinsam mit dem Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) im Projekt Smart Villages daran gearbeitet, das Konzept "Smart Cities" durch die Entwicklung einer 3D-Webplattform auf kleine und mittlere Kommunen zu übertragen.

In dem Projekt wurden 3D-Gelände- und 3D-Gebäudemodelle in die 3D-Webplattform integriert, geplante (Bau)-Maßnahmen eingebunden und die Vernetzung mit Sensordaten realisiert. Dadurch wird die Stadtplanung für Gemeindevertreter und die Bevölkerung besser lesbar und erlebbar.

Das Forschungsprojekt regte zur Umsetzung des Energie-Erlebnis-Pfades in der Gemeinde Wüstenrot an, der am 15. Juli 2022 offiziell eingeweiht wird.

Eröffnung des Energie-Erlebnis-Pfads in Wüstenrot

15. Juli 2022 ab 18 Uhr

In der Gemeinde Wüstenrot gibt es einen doppelten Grund zum Feiern. Die Fertigstellung des Energie-Erlebnis-Pfads und die offizielle Einweihung der Burgfriedenhalle würdigt die Gemeinde mit einem Festakt mit hochrangigen Personen aus Politik und Wirtschaft. Mit einem bunten Programm, das unter anderem die Vorstellung des Magazin-Konzeptes der HFT zu Wüstenrot beinhaltet, wird den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde der Energie-Erlebnispfad vorgestellt.

Dazu sind alle Interessierten am 15. Juli 2022, ab 18 Uhr eingeladen.

 

Smart2Charge

Dr. Dirk Pietruschka über SmartGrid-fähige E-Ladeinfrastruktur für den ländlichen Raum

Kann E-Carsharing auch auf dem Land funktionieren?

Das Forschungsprojekt Smart2Charge befasst sich mit Fragen zur E-Mobilität im ländlichen Raum. Kann auch hier die Mobilitätswende gelingen, wo der Öffentliche Nahverkehr weniger häufig getaktet ist und das Nutzungsverhalten immer noch stark in Richtung Individualverkehr tendiert? Die Lösung könnte in E-Carsharing-Modellen liegen. Ein Vorteil in einer Plus-Energie-Gemeinde wie Wüstenrot könnte zukünftig sein, die Akkus der E-Autos auch als Zwischenspeicher zu verwenden. Smart2Charge forscht an intelligenten Lösungen dafür. 

10 Jahre Work In Progress

Wie kann eine Gemeinde mehr Energie produzieren als verbrauchen?

Forschungsfragen einer Dekade

Was überhaupt bedeutet Plusenergie-Status? Der Begriff wird oft gleichgesetzt mit „Energieautarkie“.
Das ist aber nicht ganz richtig. Energieautark zu sein bedeutet, sich völlig unabhängig von der Energiezulieferung von außen zu machen.

Der Plusenergiestatus berechnet sich übers Jahr: Erzeugt eine Gemeinde wie Wüstenrot im Jahresverlauf mehr Energie als sie verbraucht, so kann sie sich Plusenergiegemeinde nennen.

Mehr Informationen dazu im Poster

Als Baustein auf dem Weg zur Plusenergiegemeinde wurde im Neubaugebiet „Vordere Viehweide“ eine Plusenergie-Mustersiedlung realisiert, mit der ein Beispiel für eine klimaneutrale Kommune modellhaft umgesetzt wurde.

Die an der HFT Stuttgart erarbeitete Konzeption umfasst die nachhaltige Stromerzeugung über Photovoltaikanlagen auf allen Dächern mit Speichern für thermische und elektrische Energie und einem
intelligenten Lastmanagement für die Optimierung des Eigenbedarfs.

Weitere Informationen dazu im Poster

Da stellt sich zunächst die Frage: Was ist ein Agrothermiekollektor? Eigentlich nichts anderes als ein
großer Erdwärmekollektor – nur die Verlegetechnik ist ganz neu und wurde in Wüstenrot erstmals überhaupt erprobt.

Weitere Informationen dazu im Poster

Um kommunale Energieplanungen umsetzen zu können, werden Werkzeuge benötigt, mit deren Hilfe man vor einer Entscheidung einen raschen Überblick über die aktuelle Situation gewinnen und verschiedene Zukunftsszenarien bewerten kann.

Eine anschauliche Präsentation der Ausgangslage und der Auswirkungen verschiedener Maßnahmen auf die energetische Qualität eines Quartiers ist für einen partizipativen Entscheidungsprozess eine wertvolle Hilfe.

Weitere Informationen dazu im Poster

Drei Wärmenetze wurden mittlerweile im Rahmen der EnVisaGe-Projekte in Wüstenrot gebaut. Zwei davon werden mit dem nachwachsenden Brennstoff Holz betrieben. Im Ortsteil Weihenbronn wurde die Heizanlage des Rathauses zu Beginn der Heizperiode 2015/16 von Heizöl auf Holzhackschnitzel umgestellt und versorgt nun zusätzlich eine kleine Wohnsiedlung. Das viel größer dimensionierte Wärmenetz Ortsmitte folgte 2020 nach dem gleichen Prinzip.

Der Vorteil: Hackschnitzel verursachen deutlich weniger C02-Emissionen als fossile Brennstoffe und sind regional verfügbar.

Weitere Informationen dazu im Poster

Der Energieverbrauch in Gebäuden variiert im Lauf des Tages. Energieversorger müssen deshalb die
Stromversorgung entsprechend der Nachfrage exakt ausbalancieren – ansonsten kann es zu Energieverlusten oder gar Stromausfällen kommen. Wenn Strom aus fossilen Brennstoffen, Kernenergie oder Wasserkraft gewonnen wird, kann man die schwankende Nachfrage einfach ausgleichen, indem man die Erzeugung dem Verbrauch anpasst. Doch mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien wird es kompliziert.

Windkrafträder oder PV-Anlagen bringen keine konstante, vorhersagbare Leistung, und Strom
lässt sich nicht so einfach speichern. Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, wird
weniger produziert.

Weitere Informationen dazu im Poster

In allen Projekten mit der Gemeinde Wüstenrot bis 2019 wurde der Mobilitätssektor noch nicht berücksichtigt. Durch die schnell zunehmende Elektrifizierung des Individualverkehrs stellt die E-Mobilität Kommunen im ländlichen Raum vor große Herausforderungen.

Eine Frage ist beispielsweise, wie die notwendige Ladeinfrastruktur intelligent und mit hoher Akzeptanz aufgebaut werden kann und wie sie in das bestehende, oft über mehrere Generationen gewachsene Stromnetz integriert werden kann. Interessante neue Chancen eröffnen sich gerade für Gemeinden, die ebenso wie die Gemeinde Wüstenrot das Ziel „Plusenergiegemeinde“ verfolgen,  und zwar durch die Verknüpfung der Energieverbrauchsbereiche Strom/Wärme und Mobilität (Sektorenkopplung).

Weitere Informationen dazu im Poster

Wer wird das öffentliche Carsharing in Wüstenrot nutzen und wie muss es dazu ausgestaltet sein? Ziel
war es, ein detailliertes Bild über die Wünsche der Anwohnenden zur Ausgestaltung des E-Carsharings zu erhalten. 190 Bürger:innen gaben per Fragebogen und weitere 21 in Interviews Auskunft zu den Faktoren, die sie zur Nutzung des E-Carsharings motivieren würden.

Im Anschluss folgten drei Co-Creation-Workshops zur Umsetzung eines „optimalen“ Carsharings.

Weitere Informationen dazu im Poster

Die Gemeinde Wüstenrot hat für den Schulkomplex der Georg-Kropp-Schule ein Arealstromnetz eingerichtet, um einen positiven Beitrag zur Versorgung mit erneuerbaren Energien zu leisten. Denn innerhalb eines Arealstromnetzes lassen sich energetische Lasten verschieben, Defizite und Überschüsse können ausgeglichen werden. So können der Eigenbedarf optimiert und die Stromkosten gesenkt werden.

Weitere Informationen und die Antwort auf die Forschungsfrage im Poster

Es gibt noch viele weitere Themen, mit denen die gute und spannende Zusammenarbeit der Gemeinde Wüstenrot und der HFT Stuttgart eine Fortsetzung finden kann. Da sind die Stromüberschüsse einer Plusenergiegemeinde, die auf intelligente Energieumwandlungskonzepte warten. Aus Strom Wärme machen – das ist ein großes Thema, für das deutschlandweit nach Lösungen gesucht wird. Grüner Wasserstoff aus Windund Solarenergie – als die einzige umweltfreundliche und klimaneutrale Möglichkeit der Wasserstoffgewinnung – könnte in Zukunft einen Teil der fossilen Brennstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle ersetzen.

Weitere Informationen dazu im Poster

Audio- und Videobeiträge zum Thema "Intelligente Stadt"

Wir über uns


Wir für die Presse: Pressemitteilung, Daten, Fakten & Co. zu "HFT Stuttgart x Wüstenrot" sowie dem Thema Energie

Andere über uns


Wir in der Presse: Themen mit einem Ankerpunkt zu "HFT Stuttgart x Wüstenrot"
 

  • BWK Energie Nr. 5-6/2022 (https://www.ingenieur.de/fachmedien/bwk):
    E-Mobilität sucht Ladeinfrastruktur

 

Kontakt

Andreas Eicher
Andreas Eicher andreas.eicher@hft-stuttgart.de +49 711 8926 2872