Wie gestalten wir die Smart Cities der Zukunft? Wer entwickelt innovative Mobilitätskonzepte? Woher bekommen wir dafür Energie und Wasser?

Auf diese und ähnliche Fragen suchen wir im Studiengang Infrastrukturmanagement Antworten. Wir sind fest davon überzeugt, dass Infrastruktur die Basis moderner Zivilisationen darstellt.

Daher werden im Studium Infrastrukturmanagement die grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten der technischen Infrastrukturen aus den Bereichen, Mobilität und Verkehr, Energie und Siedlungswasserwirtschaft sowie Stadtplanung in Kombination mit Projektmanagement und Wirtschaftswissenschaften gelehrt. Gleichzeitig stehen aber auch Belange wie Sicherheit, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, sowie die wechselseitigen Beziehungen in Bezug auf die Bevölkerung und die Umwelt im Vordergrund und müssen berücksichtigt werden. Wir denken, dass es wichtig ist, auf die veränderten und komplexeren Aufgaben unserer Zeit einzugehen und neue Sicht- und Handlungsweisen zu entwickeln. Deshalb besteht das Fundament des Studiengangs aus einem breiten Spektrum an Ingenieurswissenschaften, wobei besonderer Fokus auf den Schnittstellen zwischen den genannten Bereichen liegt.

Durch die Verknüpfung von Lehre und Praxis im Studium gewährleisten wir, dass die Absolventinnen und Absolventen ausgezeichnete Fachkenntnisse erwerben und zu professionellen Ingenieurinnen und Ingenieuren ausgebildet werden.

 

Bewerbung

15. Januar (Sommersemester)
20. August (Wintersemester, verlängert wegen COVID-19)

Regelstudienzeit

7 Semester (Vollzeit)

Abschluss

Bachelor of Engineering (B. Eng.)

Inhalte

Das Bachelorstudium Infrastrukturmanagement ist ein mit 210 Credit Points akkreditierter Studiengang. Wir bieten und kombinieren eine Vielzahl von Modulen aus sechs Kernbereichen, die sich mit technischer Infrastruktur, dem Bauwesen und der Wirtschaftswissenschaften befassen. Die Kernbereiche sind:

  • Energie & Umwelt
  • Siedlungswasserwirtschaft
  • Stadtplanung & Gestaltung
  • Verkehr & Mobilität
  • Projekt- & Baumanagement
  • Wirtschaftslehre & Unternehmensführung

Im Gegensatz zu einem klassischen Bauingenieur-Studium soll es nicht Aufgabe der Infrastrukturmanagerin bzw. des Infrastrukturmanagers sein, Bauwerke oder Anlagen bis ins Detail zu planen, sondern vielmehr die Schnittstellen zwischen den Projektbeteiligten, z.B. baulich und kaufmännisch, miteinander zu verbinden und so einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Es ist in der heutigen Wirtschaft von Vorteil einen Einblick in mehrere Projektbereiche zu haben und so die Anliegen und Probleme aller Beteiligten besser einordnen, verstehen und lösen zu können.

 

Zusammensetzung des Studiengangs Infrastrukturmanagement

50%

Themenschwerpunkte

30%

Interdisziplinäre Module & Bachelorthesis

20%

mathematische, technische und wirtschaftliche Grundlagen

Im Studium werden 50% der Credit Points für die Themenschwerpunkte des Studiengangs vergeben. Die Bachelorthesis sowie interdisziplinäre Projekte, Wahlpflichfächer und das betreute praktische Studienprojekt nehmen 30% ein. Zu 20% beschäftigen sich die Studierenden mit Grundlagenthemen.

Schwerpunkte

Energie & Umwelt

Die Studierenden befassen sich mit aktuellsten Themen der Energiewirtschaft. Im Fokus stehen dabei Energiesysteme mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien. Neben den Potenzialen, ökonomischen Randbedingungen und der Einführung in die Technik sowohl konventioneller als auch regenerativer Energietechnologien werden tagesaktuelle Themen wie die Integration von Elektrofahrzeugen in die Stromnetze oder die Kopplung mit dem Wärmesektor aufgegriffen und diskutiert. Die Studierenden sind damit in der Lage, eigenständig die jeweiligen Technologien und energiepolitische Strategien in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit als auch Umweltverträglichkeit und soziale Akzeptanz hin zu bewerten.

Siedlungswasserwirtschaft

Den Studierenden werden Grundlagen der Wasserversorgung, wie zum Beispiel das Bemessen und Konstruieren von Wasserfassungen, Berechnung von einfachen Rohrleitungssystemen und der Aufbau von Wasserverteilungssystemen nähergebracht. Des Weiteren werden Kenntnisse über den Betrieb und die Technik von Speicheranlagen und Rohrhydraulik erworben. Grundlegende strategische Ansätze zu Entwässerungsverfahren im Zusammenhang mit Regenwassermanagement und Abwasserreinigung sowie der hydraulischen Berechnung von Abwasserkanälen als auch statischen Berechnung von Entwässerungsleitungen von kommunalen und industriellen Areale werden vermittelt. Ergänzt werden diese Themenkomplexe durch die Abfallwirtschaft.

Stadtplanung & Gestaltung

Im Bereich der Stadtplanung werden zunächst die Grundlagen im Kontext der gesamtstädtischen Strukturen und Entwicklungsprozessen betrachtet. Darauf aufbauend erlernen die Studierenden, wie der öffentliche Raum anhand von Bebauungsstrukturen, Erschließung und Qualitätsmerkmalen der Raum- und Flächengestaltung entwickelt werden kann. Ein Themenschwerpunkt ist anhand von nationalen und internationalen Städten die städtebaulichen Strukturen zu analysieren. Das Erlernte und die eigene Kreativität werden durch eigene Entwürfe zum Ausdruck gebracht. Zusätzlich besteht der Anspruch der Einbindung von Infrastruktur und Erschließung in die Entwürfe, wie Entwässerungsleitungen, Parkmöglichkeiten und Wegenetze.

Verkehr & Mobilität

Die Studierenden befassen sich mit der Beurteilung und Berechnung der Leistungsfähigkeit von Straßen, Knotenpunkten und Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs. Grundlagen über den Verkehrsablauf auf Straße und Schiene sowie verschiedene Verkehrssysteme werden erarbeitet. Zudem vermittelt das Modul Straßenbautechnik Inhalte zur bautechnischen Herstellung von Straßen und Wegen. Dadurch erhalten die Studierenden Einblicke in den Aufbau und die Dimensionierung von Verkehrsflächen. Mit händischen und computergestützten Entwürfen erlangen die Studierenden Kenntnisse über die Trassierung im Lage- und Höhenplan sowie im Querschnitt.

Eine Gruppe von Studierenden diskutiert

Projekt- & Baumanagement

Die Studierenden erlangen einen ersten Einblick in die Themengebiete Grundlagen-, Organisations-, Methodenkompetenzen sowie soziale Kompetenzen. Vertiefende Kenntnisse des Bauprojektmanagements, insbesondere die klassischen PM-Handlungsbereiche, Projektorganisation, Vertrags-, Termin-, Kosten- und Qualitätsmanagement aber auch Spezialthemen wie Projektentwicklung und Facility Management, werden anhand von praxisnahen Beispielen erläutert. Dadurch wird Wissen über die Strukturierung der Terminplanung, Qualitätsbeurteilung einer Immobilie, Qualitätsbeeinflussung und -optimierung, wesentliche Aspekte des Wissens- und Kommunikationsmanagements, sowie Prozesse des Entwicklungsmanagements vermittelt. Dazu gehören ebenso Erkenntnisse der Planungstechniken bei der Verfahrens-, Ablauf- und Bereitstellungsplanung.

Wirtschaftslehre & Unternehmensführung

Das Verständnis der Wirtschaftsvorgänge stützt sich auf die Grundlagen der betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Zusammenhänge, die ausführlich behandelt werden. Die Studierenden erlangen zusätzlich Kenntnisse über Marktprozesse, marktorientierte Unternehmensführung sowie Controlling und die Marktforschung. Außerdem werden Schlüsselqualifikationen aus dem Spektrum der Softskills, wie Teamarbeit, Kommunikation und Präsentation, trainiert. Zu den weiteren Schwerpunkten gehören ebenso die Vermittlung von Englischkenntnissen mit Fokus auf technischem und wirtschaftlichem Vokabular.

Besonders gut gefällt mir am Studiengang Infrastrukturmanagement, dass ich Einblicke in viele verschiedene Bereiche erhalte und so meinen Horizont erweitern kann. Aktuelle Themen wie E-Mobilität und Erneuerbare Energien begeistern mich und spielen auch hier im Studiengang eine zentrale Rolle.

Dominik Torenz Studierender im 6. Semester

Praxisbezug

Mit über 30 Lehrbeauftragten, die ihre Praxiserfahrung aktiv jedes Semester an unsere Studierende weitergeben, sind wir sehr nah an der praktischen Ausführung dran. Wir wollen, dass unsere Studierenden mit den besten Voraussetzungen in die Arbeitswelt starten und setzen daher neben dem theoretischen Wissen auch auf die praktische Erfahrung.

  1. Im Praxissemester haben unsere Studierenden die Möglichkeit in einem Unternehmen bereits erlerntes Wissen einzusetzen und erste "Firmenluft" zu schnuppern. Eine Auswahl an Unternehmen in denen unsere Studierende bereits ein Praktikum gemacht haben, finden Sie in unserer Unternehmensliste. Meist halten die dabei etablierten Kontakte bis zum Studienende und bieten die Möglichkeit zum Direkteinstieg.
  2. Mit zwei interdisziplinären Projekten fordern wir unsere Studierenden heraus, eine aktuelle Problemstellung eines Unternehmens oder einer Einrichtung anzugehen und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Bearbeitung findet in Gruppen, zusammen mit Professoren und dem externen Partner, statt. Dies sind interdisziplinäre Projekte, die in den letzten Semestern von unseren Studierenden bearbeitet wurden.
  3. Während des Studienverlaufs ist für unsere Studierenden die Teilnahme an einer Exkursion vorgesehen. Die Exkursionen geben den Studierenden die einmalige Gelegenheit, viele verschiedene Eindrücke von Unternehmen zu erlangen und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Wo unsere Studierenden die letzten zwei Semester waren, steht in unserer Exkursionsliste.
  4. Die Bachelorthesis im 7. Semester ist ein weiterer Baustein, der Praxis und Theorie vereint. Die meisten Studierenden schreiben ihre Thesis in Kooperation mit einem Unternehmen. Um einen Einblick in die Vielfalt der Bachelorthemen zu erlangen, schauen Sie sich die Themen des letzten Semesters an.

Ablauf

Einen detaillierten Ablauf des Studiums mit allen Modulen können Sie in der aktuellen Studien- und Prüfungsordnung unseres Studienganges einsehen.

Ausführliche Informationen zu den Inhalten von jedem Modul finden Sie in unserem Modulhandbuch.

Grundstudium

Vermittlung von allgemeinen technischen und wirtschaftlichen Grundlagen

 

Semester
1-2
Eine Gruppe von Studierenden lernt gemeinsam

Hauptstudium I

Die Themenschwerpunkte werden vorgestellt und vertieft.

Semester
3
Eine Gruppe von Studierenden, die am Laptop diskutiert

Betreutes Praktisches Studienprojekt

Unsere Studierenden absolvieren ein Praktikum, wenden dabei erlerntes Wissen an und gewinnen Praxiserfahrung.

Semester
4
Eine Gruppe von Studierenden steht um einen Tisch und diskutiert

Hauptstudium II

Schwerpunktthemen werden ausgebaut und durch interdisziplinäre Projekte miteinander verknüpft. Mit Wahlpflichtfächern können die Studierenden ihre Interessengebiete ausbauen.

Semester
5-6
Vier Studierende arbeiten an einem Modell

Bachelor-Thesis und Abschluss

Die Bachelor-Thesis wird verfasst und die letzten Module und Wahlpflichtfächer belegt.

Semester
7
Drei ISM-Absolventinnen stehen an einem Tisch zusammen

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang Infrastrukturmanagement ist ein Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife, der fachgebundenen Hochschulreife oder der Fachhochschulreife.

Der Studiengang bietet 40 Studienplätze pro Semester an. Der NC richtet sich dementsprechend nach der Bewerberanzahl.

Eine Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf im technischen oder kaufmännischen Bereich wird beim Bewerbungsverfahren angerechnet, ebenso eine längerfristige Berufstätigkeit.

Empfohlen wird ein dreimonatiges Vorpraktikum in den Bereichen Energie, Verkehr, öffentliche Verwaltung im technischen Bereich, bei Ver- und Entsorgungsbetrieben und verwandten Fachrichtungen in infrastrukturorientierten Unternehmen und Büros.

International

Auslandsaufenthalt

Von jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren wird ein hohes Maß an Flexibilität und Weltoffenheit erwartet. Eine ausgezeichnete Möglichkeit, während des Studiums "über den Tellerrand hinaus" zu blicken, bietet ein Auslandssemester, ein Praktikum im Ausland oder die Erstellung der Bachelor-Thesis im Ausland. Das Akademische Auslandsamt der Hochschule ist bei der Planung und Finanzierung von Auslandsaufenthalten behilflich.

Partnerhochschulen für den Studiengang Infrastrukturmanagement

LandUniversität
AustralienUniversity of Newcastle
BulgarienUniversity of Architecture, Civil Engineering and Geodesy
DänemarkEngineering College of Aarhus
Frankreich/La ReunionUniversite de La Reunion
GroßbritannienLeeds University
ItalienUniversita degli Studi di Parma
KanadaThe University of New Brunswick Fredericton
LettlandTechnische Universität Riga
MalaysiaUniversiti Teknologi MARA
MexikoUniversidad de Yucatan, Merida
PolenUniversität Opole
SchwedenJönkoping University, School of Engineering
SchweizHochschule Luzern – Technik und Architektur
Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana
SpanienUniversitat Rovira I Vergili
Universidad de Jaen
SüdafrikaNelson Mandela Metropolitan University
VR ChinaBeijing University of Technology
Beijing University of Science and Technology
East China University of Science and Technology, Shanghai

 

Perspektiven

Perspektiven für den Schwerpunkt Energie & Umwelt: Diese Vertiefung ermöglicht nach dem Studium den Berufseinstieg als Ingenieur im Bereich der Energie-, Gebäude- oder Umwelttechnik und somit direkt eine aktive Rolle bei der Energie- und Mobilitätswende einzunehmen. Ebenso können Sie Energiemanagerin, Facility Manager oder Versorgungsingenieurin bspw. bei Stadtwerken, Energieversorgungs-, Dienstleistungsunternehmen oder Energieplanungsfirmen werden. Sie konzipieren dabei die Energiesysteme von morgen, wirken in strategischen Planungen mit oder befassen sich mit der Integration von Elektromobilität in das Energiesystem.

Perspektiven für den Schwerpunkt Siedlungswasserwirtschaft: Mit diesem Wissen können Sie im Themenfeld des Wasserbaus und der Wasserversorgung arbeiten. Als Projektingenieur in der Abwasserbehandlung oder als Projektleiterin in der Wasserwirtschaft können Sie bei Infrastrukturprojekten mitwirken sowie auch bei der Planung der Kanalisation, Entwässerungs- und Kläranlagenauslegung.

Perspektiven für dem Schwerpunkt Stadtplanung & Gestaltung: Als Absolvent können Sie sowohl in öffentlichen Einrichtungen als auch in Planungsbüros im Themenbereich der Stadtplanung und -entwicklung eine Anstellung finden und die komplexen Strukturen der Städte von morgen mitgestalten.

Perspektiven für den Schwerpunkt Verkehr & Mobilität: Mit dem Wissen aus diesem Schwerpunkt können Sie als Projektingenieurin oder Projektleiter für Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen und Verkehrsanlagenplanung im Straßen- und Schienenprojekten arbeiten. Dies ist sowohl im öffentlichen Dienst als auch in Ingenieurbüros oder ausführenden Firmen möglich.

Perspektiven für den Schwerpunkt Projekt- & Baumanagement: In allen Bereichen des Infrastrukturmanagements mit technischem Schwerpunkt (Verkehr, Energie, Stadtplanung, Siedlungswasserwirtschaft) sind die Methoden des Projektmanagements essentiell. Mit diesen Grundlagen können Sie als Projektmanager bzw. -steuerer Schnittstellen übergreifend tätig werden.

Perspektiven für den Schwerpunkt Wirtschaftslehre & Unternehmensführung: Für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten und Aufträgen sind wirtschaftliche Grundlagen eine fundamentale Basis. Die Softskills und Grundlagen für eine effektive Unternehmensführung sind ebenso Bestandteil eines gesunden und effektiven Unternehmensklimas, die Sie nach Ihrem Abschluss in die Unternehmen tragen können.

Mögliche weiterführende Masterstudiengänge an der HFT

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Bachelor-Studiums Infrastrukturmanagement ist der Übergang in mehrere Masterstudiengänge möglich. Die Verzahnung von Lehre und Praxis im Studium stellt sicher, dass Absolventinnen und Absolventen ausgezeichnete Fachkenntnisse erwerben und zugleich die Fähigkeit besitzen, Methoden und Erkenntnisse zielgerichtet anzuwenden.