Zentrum für Nachhaltiges Wirtschaften und Management

Das Kompetenzzentrum „Zentrum für Nachhaltiges Wirtschaften und Management / Center for Sustainable Economics and Management (ZNWM)“ fungiert innerhalb des Instituts für Angewandte Forschung (IAF) an der HFT Stuttgart als eine inter- und transdisziplinäre Forschungsplattform für nachhaltiges Wirtschaften. Es weist zahlreiche Schnittstellen zu anderen nachhaltigkeitsorientierten Forschungszentren innerhalb des IAF auf.

Forschungsschwerpunkte

Das ZNWM fokussiert sich derzeit auf zwei Schwerpunkte:

  • Sustainable Finance (Prof. Dr. T. Popovic)

    Trotz Finanz-, Euro- und Schuldenkrise sind laut Branchenverband Eurosif die Volumina nachhaltiger Geldanlagen in Europa zwischen 2002 und 2015 von ca. 300 Mrd. Euro auf über 10.000 Mrd. Euro gestiegen. Sustainable Investments („Nachhaltige Geldanlagen“) stehen Sustainable Finance i.w.S. gegenüber, welches sich auf Fragestellungen zur Finanzierung von Nachhaltiger Entwicklung fokussiert. Vor dem Hintergrund der steigenden Relevanz sowie der oben beschriebenen Marktdynamik hat sich das ZNWM bereits sehr früh auf das Thema Sustainable Finance fokussiert.

    Innerhalb eines transdisziplinären Forschungsdesigns werden am ZNWM zu einem großen Teil (aber nicht ausschließlich) in Drittmittelprojekten u.a. folgende Fragestellungen untersucht:

    • Sustainable Finance, Fokus: Finanzierung der Energiewende (z.B. Cleantech Finance, New Energy Finance, Green Buildings, Green Infrastructure Green/Climate Bonds, Crowdfunding)
    • Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsanalysen  (z.B. Sustainability Balanced Scorecard) für Investitionen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien.
    • Sustainable Investments
    • Impact Investing
    • Social Entrepreneurship
    • Nachhaltigkeitsmanagement, -controlling und -berichterstattung (u.a. vor dem Hintergrund der seit 2017 bestehenden gesetzlichen Verpflichtung)*
    • Digitalisierung und Nachhaltigkeit
    • Sustainable Innovation
    • Ursachen und Auswirkungen der Finanz-, Schulden- und Eurokrise
    • Genossenschaftswesen und genossenschaftliche Finanzdienstleister („Cooperative Financial Services Networks“)*
    • Implikationen des demografischen Wandels*

  • Umweltorientierte Logistik (Prof. Dr. A. Lochmahr)

    Ebenso wie Transport und Logistik zu weltweitem Wohlstand beitragen, hat der Verkehrssektor mit einem Anteil von rund 20 Prozent am gesamten CO2-Ausstoß gewaltige Potenziale für umweltorientierte und treibhausgasreduzierte Versorgungsprozesse. Die Schwerpunkte liegen in der Optimierung von Logistikprozessen und in der umweltorientierten Ausrichtung von Transport- und Versorgungsprozessen.

    Der Beurteilung umweltbezogener Vorteilhaftigkeit beispielsweise von erneuerbaren Energien liegen mehrere Betrachtungsebenen zugrunde: neben der reinen Transportleistung inkl. der flankierenden Handlings-, Konsolidierungs-, Lagerprozesse etc. sollen insbesondere Herstellungs- und Konvertierungsprozesse der eingesetzten unterschiedlichen Primärenergieträger (Energiekette, Well-to-Wheel), das vorgelagerte Logistiknetzwerke (Vortransportkette) sowie die Produktion der Verkehrsmittel, die Wertschöpfungsaktivitäten der beteiligten Unternehmen, der Bau und die Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur (Produktionskette, Cradle-to-Grave) etc. miteinbezogen werden.


    * z.T. hochschulübergreifend mit Prof. Dr. Thomas Baumgärtler, Hochschule Offenburg